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Unter dem wortspielerischen Titel Piiter.ru ["Piter“ = umgangssprachlich für Sankt Petersburg, "Piit“ = veralteter/poetischer russischer Ausdruck für "Poet“] ist die gleichnamige Sankt Petersburger literarische Gesellschaft seit dem Jahr 2001 mit ihrem Internetjournal im Web vertreten. Ziel des Projektes ist der Zusammenschluss von Poeten aus Sankt Petersburg und der Leningrader Region sowie die Darstellung und Verbreitung ihrer Werke. Neben der Tätigkeit im Netz ist die Vereinigung auch offline mit Autorenversammlungen, Lesungen, Veröffentlichungen eines eigenen Almanachs, Sammelbänden und anderen Publikationen beschäftigt. Zu den Redakteuren der Seite, die ausdrücklich unkommerziellen
Charakters ist, zählen die der literarischen Vereinigung angehörenden
AutorInnen Wiktor Gantsch, Dmitri Legeza, Nailja Jamakowa und Olga Chochlowa.
Es wird ausdrücklich auf die Wahrung der Urheberrechte hingewiesen.
Die Verbreitung von Textauszügen oder Zitaten außerhalb des
Rahmens von "Piiter“ ist nur mit schriftlicher Genehmigung
des Verfassers gestattet. Die Ressource ist Teil des Webrings Nacionalnaja
Literaturnaja Set [Nationales Literatur-Netz], der sich auf der Domaine
Die Mitgliedschaft in der Gesellschaft wird durch ein eigenes komplexes Regelwerk koordiniert. Interessenten reichen ihre Arbeiten zur Begutachtung ein, das Redaktionskollegium erkennt dem Bewerber ausgehend von der Qualität seiner Werke den Status eines Mitgliedes, eines Anwärters auf Mitgliedschaft oder eines assoziierten Mitgliedes zu. Der Aufbau der Gesellschaft ist somit stark hierarchisch. Die Mitgliedschaft ist im Weiteren Voraussetzung für die Mitarbeit in der Gesellschaft und die Veröffentlichung eigener Gedichte, Artikel usw. Weiterhin unterstützt die Gesellschaft in Zusammenarbeit mit anderen literarischen Vereinigungen die Schreib-Wettbewerbe "Zabludiwschijsja tramwaj [Die Straßenbahn, die sich verfahren hat; nach einem Gedicht von Nikolai Gumiljow] und "Peterburgskije mosty“ [Sankt Petersbuger Brücken], die der Förderung von poetischen Newcomern dienen. Neben der Hauptseite ist die Ressource Piiter.ru, die für die Leser unbeschränkt zugänglich ist, in neun weitere Unterrubriken aufgeteilt. So werden in der "Vernissage“ aktuelle Arbeiten der Mitglieder zur Verfügung gestellt. Die Verfasser selbst werden in der Rubrik "Piitercy“ [Einwohner von Sankt Petersburg] mit kurzen Informationen zur Person und teilweise durch Photos vorgestellt. Dabei bietet sich auch die Möglichkeit, per E-Mail direkt Kontakt mit den AutorInnen aufzunehmen. Viele der dort aufgelisteten TeilnehmerInnen verfügen über Pseudonyme oder Nicknames wie z.B. Mondlicht, Dodo, BHF, Schwarz etc. Einem besonderen Genre sind diese Nicknames nicht zuzuordnen. Unter "Publitschka“ [Öffentliche Bibliothek] werden kritische Artikel über Poesie, Rezensionen von Gedichten, Essays und Ähnliches gesammelt. Die "Passage“ dient der Sammlung von Gedichten, die von den Redakteuren als nicht angemessen beurteilt wurden, um den betreffenden Anwärtern auf Mitgliedschaft eine eigene Unterrubrik einzuräumen. Hier besteht die Möglichkeit auch für den Leser, ein eigenes Urteil abzugeben. Der so genannte "Gostinyj dwor“ ["Verkaufshalle“ oder "Gästeraum“] beherbergt Werke von Gästen der literarischen Gesellschaft sowie Informationen über die Autoren. Möglichkeiten für den Leser zur Kritik und Diskussion aktueller Themen per E-Mail bieten sich neben dem "Briefkasten“ der Redakteure auch unter "Assambleja“ [Versammlung]. Die Postings der Leser und Diskussionsteilnehmer sind hier des Öfteren auch mit Kürzeln oder Pseudonymen verschiedenster Art (Puma, VG, Meile, Stray Cat usw.) versehen. Auf befreundete und themenverwandte Internetressourcen wird unter der Rubrik "Naschi druzja“ [Unsere Freunde] mit kurzer Tätigkeitsbeschreibung und entsprechenden Links verwiesen. Zu den Freunden gehört unter anderem ein russischer Literatur-Klub in Israel. Über die Aufgaben, Beitritts- und Veröffentlichungsbedingungen, Rechte der Teilnehmer und Details der Organisation von "Piiter“ wird in den "Bestimmungen“ der Gesellschaft eingehend informiert. Schließlich besteht die Möglichkeit, in einem Archiv zu recherchieren.
Der auf der Seite herrschende sprachliche Stil ist als sachlich-neutral zu bezeichnen, mit einem leichten Hang zu offizieller Lexik. Gestalterisch ist die Seite schlicht und übersichtlich gehalten. Mit Grafiken wird sparsam gearbeitet. Die im Logo verwendeten Bilder sind jedoch von hohem Symbolwert - sie zeigen gesellschaftliche und literarische "Allgemein-Plätze": das Denkmal Peters des Großen, das unter dem Titel "Der eherne Reiter" in den kanonischen Werken der russischen Klassik Karriere machte, sowie Schiffsmasten, die gleichfalls zum poetischen Standardrepertoire der Petersburger Stadt-Dichtung gehören. So erstaunt es nicht, dass insbesondere Gedichte zum eigentlichen Helden der Site, der Stadt "Piiter", gerne publiziert werden. Weitere Bilder treten nur in Form von kleinen Bannern der befreundeten Internetseiten oder aktueller Wettbewerbe auf. Bezüglich der Pflege der Seite lässt sich eine annähernd wöchentliche Aktualisierung der Nachrichten feststellen. Einen festen Rhythmus scheint es bei den anderen Rubriken allerdings nicht zu geben. Die Ressource ist übersichtlich und benutzerfreundlich aufgebaut. Sie besteht jedoch nur in russischer Sprache. Am unteren Rand der Hauptseite befindet sich neben einer Kurzcharakterisierung des Projekts eine Sitemap mit kurzen Erklärungen zu den betreffenden Rubriken. Neben der Möglichkeit, sich in einer Mailingliste für aktuelle Informationen über die Gesellschaft etc. registrieren zu lassen, bietet "Piiter“ auf der Hauptseite zudem eine Suchfunktion, um die Orientierung auf der Seite zu erleichtern. Auffällig ist allerdings, dass seit Bestehen der Seite in die Rubrik "Publitschka“ weder Gedichte noch Rezensionen eingegangen sind. Insgesamt informiert die Seite gut über das poetische Schaffen
der Stadt, jedoch mit einem klaren Fokus auf dessen klassische Tradition,
was der programmatischen Einbindung in das "Nationale Literarische
Netzwerk" entspricht. Der Rückbezug auf die Tradition wird
untermalt in den Grafiken, deren pastellfarbene Weichzeichung eine nostalgische
Stimmung schafft und der Site eine poetische Patina verleiht. Sommer 2004
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