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 Periferija

Die Autoren von "Periferija", insgesamt sieben an der Zahl, laden alle ihre LeserInnen zur Mitarbeit ein und garantieren ihnen uneingeschränkte Onlinepublikationsmöglichkeiten. Der programmatisch "periphere" Charakter der Publikation, die auf dem populären Internet-Portal  Tschertowy Kulitschki beheimatet ist, liegt im Bereich des Kampfes gegen die Norm des "Wichtigen": "Neuigkeiten" werden hier im Gegensatz zu den gängigen Informationsplattformen des Internet als private, unwichtige, nicht-informative Mitteilungen konzipiert und die Leser aufgefordert, ihre "Privat-Neuigkeiten" mitzuteilen.

Das Interesse am Begriff der Norm drückt sich in seiner konsequenten Leugnung aus. Der Dichter Sergei Taschkewski, Begründer und Gastgeber der Seite, präsentiert in seinen Rubriken bereits seit vier Jahren eher zufällig ironische Gedankenspielereien und Paradoxien. Auch den Werken aus dem Bereich der Poesie und der Prosa eignet etwas Beiläufiges und Improvisiertes. Die Texte sind, so die Peripherie-Autoren, mit Hilfe des Rhytmus, des Sinns oder des Zufalls aus der Wortmasse herausgefiltert worden. Einzelnen Worten und Termini werden in einem spezifischen Lexikon-Führer assoziativ bedingte und strikt subjektive Definitionen zugeschrieben.

Der Fokus auf die Peripherie ist ein "Manifest" und diese Gattung erfreut sich unter den AutorInnen großer Beliebtheit. Schließlich gehört zur "Peripherie" - nach der Erlösung von den anerkannten Macht- und Sinnzentren - die ganze Welt, was in der Vielzahl von Reisenotizen zum Ausdruck kommt, in denen die Wege der Menschen im Außen und Innen, in Russland wie Ausland in ihrer Zufälligkeit dargestellt werden. Die lebendigen Stimmen der Autoren im MP3-Format machen dabei jegliche Entfernung zunichte.

E.B.

Stand Juni 2003, freie Analyse ohne Leitfaden