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 Kreschtschatik

Gegründet wurde diese "internationale Literaturzeitschrift" von russischen Emigranten aus Kiew, die heute in der Bunderepublik und in den Niederlanden leben (Boris Markowski, Mark Nestantiner, Georgi Wlasow, Anna Schmailo). Auf den Seiten dieser Literaturzeitschrift, die in der niederländischen Internet-Domaine beheimatet und nach der Hauptstraße der ukrainischen Hauptstadt Kiew benannt ist, "treffen" sich russischsprachige DichterInnen und ProsaschriftstellerInnen aus aller Welt.

So steht es nicht nur im Programm dieser online-Publikation, ein Blick auf die Liste der Autoren verdeutlicht dies anschaulich. Die Autoren und Autorinnen aus den Niederlanden, Amerika, Deutschland, Russland oder der Ukraine verbindet "die Liebe zu der Stadt Kiew und zu ihrem wichtigsten Symbol", dem Kreschtschatik. Auch eint fast alle der hier versammelten SchriftstellerInnen, nach eigener Aussage, ihre Oppositionsstellung zu den Schaltstellen der Macht, der "alten" kommunistischen wie der "neuen" postsozialistischen. Die Zeitschrift ist konzipiert als ein virtueller Treffpunkt für russischsprachige DichterInnen und SchriftstellerInnen, die durch Tausende von Kilometern voneinander getrennt sind. Verschiedenste literarische Richtungen und stilistische Vorlieben sollen sich hier "kreuzen", auch und gerade wenn sie sich bisweilen auszuschließen scheinen.

Ziel der Zeitschrift ist die 'virtuelle Wiedervereinigung der russischsprachigen Literatur' im Internet. Denn heute, "wo die Geographie der russischen Literatur eine unikale Erscheinung der Weltkultur geworden ist" [Segodnja, kogda geografija russkoj literatury stala odnim iz unikal'nejschych jawlenij mirowoj kul'tury], soll dem Leser diese "einheitliche und vielfältige Welt des Wortes" [etot edinyj i mnogoobraznyj mir slowa] vor Augen geführt werden. Bestandteil dieser Welt des Wortes ist auch die sogenannte  "neue Emigrationsliteratur" (Sergei Kostyrko), die nicht mehr von der Rückkehr in das jeweilige Heimatland träumt, sondern den Gegensatz verschiedener nationaler und kultureller Mentalitäten in ihrer neuen Lebenswelt reflektiert. Als Beispiel für eine solche "neue Emigrationsliteratur" kann das Prosawerk "Der deutsche Autobus" [Nemeckij awtobus] von Vitali Petscherski gelten. Finanziell unterstützt wird die Zeitschrift von dem Fond des georgischen Regisseurs Sergei Paradschanow.

H.S.

Stand Juni 2003, freie Analyse ohne Leitfaden, Website nicht mehr online