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 Ezhe.ru

Auf Ezhe.ru präsentiert sich der Zusammenschluss von einigen hundert elektronischen Internetausgaben verschiedenster Thematik, die täglich, wöchentlich oder monatlich "erscheinen". "Ezhe" bedeutet auf russisch in etwa "all-" und spielt auf die Periodizität der beteiligten Ressourcen an, soweit man denn im Internet überhaupt von einer periodischen Erscheinungsweise reden kann. Die "Ezhedwizhenie", die als inoffizielle Zunft des russländischen Internet gilt, existiert seit dem 19. März 1997. Beteiligt sind so bekannte Persönlichkeiten des Runet wie Roman Leibow und Leonid Delizyn und zahlreiche weitere Mitarbeiter aus Israel, Deutschland, Weißrussland, der Ukraine, den USA, Zypern, Finnland und Estland.

Die Ezhebewegung tritt mit einem auch in englischer Übersetzung vorhandenen  Manifest auf, in dem ihre Ziele formuliert sind. Eine der wichtigsten Aufgaben ist es, den Internet-Nutzern den Aufenthalt und die Orientierung im russischen Web zu erleichtern, z.B. durch die täglich erscheinende Net-Zeitschrift  Ezhekowskaja Prawda. Es gibt auch einen Kalender von Online-Ausgaben  Ezheweeka (eine Lautspielerei mit dem russischen Wort für "Brombeere") mit kommentierten Links. Ferner soll ein Navigationssystem dem Internet-Surfer bei seiner Suche helfen. Dieses stellt jeweils unter den Rubriken  Ezhednewki [Tageszeitungen],  Ezhenedel´ki [Wochenzeitungen] und  Ezhemesjatschniki [Monatsblatt] eine nach Thematik geordnete, allerdings unkommentierte Namens- und Linkliste der vertretenen Ausgaben zur Verfügung.

Als ein Schritt zur Bekämpfung der Unordnung und Ungerechtigkeit im Netz werden in der  Hall of Shame die Plagiatoren und Missachter des Urheberrechts im Runet enttarnt und öffentlich angeklagt, allerdings sind bisher wenige Fälle hier dokumentiert. Weiterhin werden in der  SES [Spam Epidem Stancija, Spam Epidemie Station] der Kampf gegen den Spam geführt und die Urheber von unnötigem Internet-Werbemüll, wie Einladungen zu Millionengewinnen oder Heilsverkündungen, auf- und angezeigt. Diese Liste ist umfangreicher. Um den Akteuren des Runet ein Gesicht zu geben, wurde schließlich die Fotogalerie  FRI [Physiognomien des russischen Internet] eingerichtet, in der an die 300 Internetaktivisten mit ihren Projekten und Kontaktadressen kurz vorgestellt werden. Vorsicht ist allerdings geboten, denn auch hier finden sich zahlreiche "Mystifikationen" und "Virtuelle Personen". Unter der Option RUINA [RUsskij Internet NAvigator] gelangt man schließlich zu den Internet-Wettbewerben :

  •  ZRI [Znamenitosti Russkogo Interneta, Berühmtheiten des russischen Internet], der aus der Idee der FRI heraus entstanden war,
  •  ROTOR und ROTOR/++ [Rossyjskij On-line Top/++], in denen Ezhe-Mitarbeiter bzw. von diesen gewählte Personen die Internet-Seiten und Persönlichkeiten (auch virtuelle) des Jahres küren.
Zu diesen gehörte im Jahr 2002 auch   Alex Exler als bester Netz-Schriftsteller. Preise gibt es allerdings keine, der Gewinn ist allein moralischer Art. Kontaktaufnahme und Kommunikationsmöglichkeiten bietet dem Gast schließlich die Option Ezhelist. Weiterhin verweist diese Seite auf:
  • eBanners, eine Liste von Links, die mit Internet-Reklame und Marketing zu tun haben,
  • NetArt, wo über Themen und Probleme der Netz-Kunst diskutiert wird und
  • SRENNAB, eine weitere Seite zu Fragen der Net-Werbung.

Aufsätze, Bücher usw. gibt es bei Ezhe.ru nicht, allerdings wird die Rubrik  WGIK 2000 angeboten, die eine Art Drehbuchbörse darstellt. Hier erschließt sich eine große Auswahl an diversen Drehbüchern (im Volltext, auf Russisch) sowie die Möglichkeit der Suche nach diesbezüglichen Informationen, Autoren (sowjetischen, russischen) und verschiedenen Genres. Das Design der Hauptseite stammt von der Invid Company. Gesponsert wird das Projekt von der Internet-Firma EasyHost. Der im Grünen sitzende Igel, der die Hauptseite ziert, erklärt sich wohl durch ein Spiel mit dem Präfix ("ezhe...","all"- wöchentlich, -monatlich und dem Wort "ezh" - Igel). Dieses Projekt setzt auf Kooperation statt auf Konkurrenz - um beim Bild unseres niedlichen stacheligen Tieres zu bleiben: man igelt sich nicht ein.

M.P.

Stand Juni 2003, freie Analyse ohne Leitfaden