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Die Internetseite Exler.ru ist ein Autorenprojekt des Redakteurs und Managers von "Internetperformances"
Alex Exler. Alle Texte werden von ihm selbst verfasst, "fremdes"
Material wird nur in speziell vereinbarten Fällen veröffentlicht. Die
Seite wird fast täglich aktualisiert und einzelne Erzählungen fortgesetzt.
Das Projekt stellt ein Grenzphänomen zwischen Literatur und Unterhaltung
dar und erfreut sich bei den Besuchern großer Beliebtheit.
Beim "Betreten" der Seite
zeigt sich dem Gast ein schlicht gehaltener Bildschirmaufbau, einer
Tabelle ähnlich. In einem großen Feld auf der rechten Seite des Bildschirms
sind die aktuellen Eingänge und Veröffentlichungen angezeigt. Man hat
hier Zugang z.B. zu der Rubrik Ezhenastroenniki
[in etwa "alltägliche / einzeilige Impressionen"], die works
in progress beinhaltet: noch nicht abgeschlossene Erzählungen,
Parodien, Artikel und Anmerkungen, jeweils mit dem aktuellen Erscheinungsdatum
versehen. "Vollendete" Werke werden später in die jeweiligen
thematischen Rubriken übernommen. In seinen Videorezensionen
äußert sich der Hausherr 2-3 mal wöchentlich zu aktuellen oder alten
Filmen, "wie ein Zuschauer für Zuschauer", ohne Anspruch auf
einen professionellen Status und bewusst subjektiv. Die Abteilung Bannismen
stellt eine Sammlung von unterhaltsamen Collagen aus Internet Bildschirm-Bannern,
Bildern, Fotographien und Meldungen von Computerprogrammen dar. In seinem
Überblick informiert
Exler schließlich über interessante Internetseiten und -aktionen. Ferner
findet man hier die Abteilung Exprompt,
die Artikel zu verschiedenen Themen beinhaltet sowie die "letzten
Nachrichten", die über Reisen, Unternehmungen etc. Exlers Auskunft
geben.
Nicht nur der Aktualität wird Aufmerksamkeit geschuldet,
sondern die "Person Exler" und sein "Werk" werden
akribisch dokumentiert und archiviert: Auf der linken Seite des Bildschirms,
in einem kleineren Feld, gelangt man zum Archiv, in der Fotogalerie
werden Aufnahmen von und mit Exler präsentiert (die älteste stammt aus
dem Jahre 1984), und im Museum
kann man sogar die Genese des Designs der Exlerschen Internetseiten
bewundern. Dennoch wäre es nicht richtig, Exler.ru als ein egozentrisches
Projekt zu beschreiben, bieten sich doch dem Besucher Möglichkeiten
zum Feedback und zur Kommunikation. Es finden sich ein Gästebuch,
eine Chat-Option und ein Forum.
"Meisterwerke" aus den Leserzuschriften werden in einer eigenen
Rubrik gewürdigt. Bemerkenswert ist auch das Projekt der Volkserzählung:
Zu einem vorgegebenen Thema kann jeder Gast seinen literarischen Beitrag
beisteuern und somit den Verlauf beeinflussen. Das Regelwerk und das
Recht der Auswahl liegen jedoch gänzlich in der Kompetenz des Hausherrn.
Das Angebot der Seite ist äußerst umfangreich, was der ersten Orientierung
bzw. Auswahl ein wenig hinderlich ist. "Greenhorns" unter
den Exler-Fans werden jedoch spezielle Informationen für Einsteiger
angeboten. Sogar eine Statistik der Besucherzahlen findet sich. Die
diversen Veröffentlichungen Exlers wie z.B. "Urlaub in der Türkei",
"Über den Weltuntergang" (es wird u.a. Nostradamus auf den
Zahn gefühlt), "Über die Pelmeni" (eine humorvolle Abhandlungen
über die Herkunft dieser nützlichen "Tiere") oder die Parodie
auf Wiktor Pelewins Kultbuch Tschapaew i Pustota [deutsch.
Titel: Buddhas kleiner Finger] (hier Winni Puh i Pjatak) sind sehr
unterhaltsam. Über die Qualität seiner Texte soll und kann man mit
Exler nicht streiten: Der Autor, der beim ROTOR-Wettbewerb
im Jahr 2002 zum besten Netz-Schriftsteller gekürt wurde, behauptet
von sich, er habe keine Zeit seine Texte selbst noch einmal zu lesen.
Bei der Betreuung der Seite sind Exler deshalb der Administrator Oljeg
Konstantinow und der Korrektor Anton Petrow behilflich. Exler vermietet
auf seiner Seite "Werbefläche" und hofft, wie er in einem
Interview gesteht, auf das Interesse großer Bier-Firmen.
M.P.
Stand Juni 2003, freie Analyse ohne Leitfaden

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