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Site-Portraits | ||||||||||
Zielsetzung und Untersuchungsschwerpunkt Im Mittelpunkt der Website-Porträts stehen Fragen der Identitätsbildung im Spannungsfeld von Globalisierung und Lokalisierung, der Erfahrung des Eigenen und des Fremden sowie der Herausbildung neuer Kommunikationsräume und Raumerfahrungen. Dabei können diese Fragestellungen auf verschiedenen Ebenen betrachtet werden, nämlich in Hinblick auf die Entstehung von (literarischen) Subkulturen und Gegenöffentlichkeiten auf der einen Seite, auf die Entstehung von transnationalen oder transterritorialen Kommunikationsräumen auf der anderen Seite. In beiden Fällen spielen die technisch 'gegebenen’ Kommunikationsmöglichkeiten sowie ihre praktische Umsetzung, beruhend auf historischer Erfahrung und kultureller Praxis, eine herausragende Rolle. Dabei setzen wir nicht allein auf eine Betrachtung der präsentierten Inhalte (content), sondern auch auf die Analyse struktureller Merkmale: wie wird die kulturelle Kommunikation über die Zeiten und Räume hinweg organisiert und erfahren? Welche Möglichkeiten der Verlinkung und der Abgrenzung werden genutzt? "Identität“ in Hinsicht auf die eigene wie die Fremdkultur muss dabei nicht explizit thematisiert werden, um wirksam zu sein. Auch die bewusste Ausblendung nationaler, territorialer oder (gegen)kultureller Spezifika wird so zu einer Aussage über die Positionierung der Ressource und ihrer AkteurInnen. Auswahl der Ressourcen Bei der Betrachtung und Analyse konkreter Ressourcen konzentrieren wir uns auf Institutionen der Netzwerkgesellschaft sowie auf Websites und Kommunikationsforen aus dem literarischen und kulturellen Bereich. Diese Ausrichtung der Studie liegt darin begründet, dass in literarischen Werken und kulturellen Projekten die eingangs erwähnten Schwerpunkte auf inhaltlicher und struktureller Ebene Berücksichtigung finden. [1] Bewusst werden dabei sowohl Ressourcen mit großer Reichweite und hoher Nutzerzahl (500.000-600.000 pro Tag) als auch Projekte mit einem zahlenmäßig kleinen Wirkungskreis in die Betrachtung mit aufgenommen. Auf diese Weise soll dem spezifischen Charakter des Internet Rechnung getragen werden, das als öffentliches und privates Medium gleichzeitig einen großen und kleinen Adressatenkreis bedienen kann (Manovich 1999). Insbesondere diese "kleinen" Ressourcen sind oft Ausdruck eines widerständigen Potenzials, das den zentral angebotenen und dominierten Informationsangebote Alternativen entgegenstellt. Dabei werden nicht nur Websites vorgestellt, die den Vorstellungen einer "Hochkultur“ entsprechen. Cyber- oder Netzkultur ist in unserem Verständnis nicht identisch mit avantgardistischen Positionen. Sie speist sich vielmehr aus den Reibungen zwischen innovativer Technik, künstlerischer Subversion und kulturellem Beharrungsvermögen. Die Normdiskussionen um Werte- und Hierarchieverschiebungen im literarischen-kulturellen Bereich können dabei als symptomatisch gelten für die gesamtgesellschaftlichen Auseinandersetzung um die Auswirkung des Internet auf die Vernetzung öffentlicher und privater (Diskussions)Räume. Die Auswahl der Ressourcen wurde getroffen auf der Grundlage verschiedener Ratings, Wettbewerbe oder Webringe wie Rambler Top 100, Literosfera, Teneta, Rating literaturnych sajtov. Dabei wird eine gleichmäßige Berücksichtigung folgender Charakteristika angestrebt: inländische – ausländische 'Verortung’, redaktionelle – freie Publikationsform, experimentelle Ausrichtung – Alltagspraxis, subkulturelle Profilierung – Vertretung traditioneller Normen und Kanones. Eine inhaltliche Gruppierung der untersuchten Ressourcen erfolgt im Anschluss an die Auswertung der Website-Analysen. Vorgehensweise Die im Rahmen des Projektverlaufs
vorgenommenen Analysen basieren auf einem eigens entwickelten Die Porträts wurden
verfasst von Elena Berns, Birthe Häffner, Martin Proppé und Henrike
Schmidt und sind jeweils mit den entsprechenden Kürzeln gekennzeichnet.
Um einen direkten Zugang zu den hier vorgestellten Publikationen zu
ermöglichen, wurde eine große Anzahl von Links in die Charakterisierungen
eingefügt. So ist nicht auszuschließen, dass manche Seite nicht mehr
existiert oder ihre Adresse geändert hat. Es wäre schön, wenn Sie uns
dies per —————————- [1] Darüber
hinaus handelt sich beim literarischen Segment des russischen Internet
um einen innerhalb des unübersichtlichen und sehr heterogenen Felds
der Internet-Ressourcen relativ geschlossenern Gegenstandsbereich, der
dennoch eine Reihe von symptomatischen Zügen aufweist (vgl. |
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