Vorwort
Liebe Leserinnen und Leser,
das Innere offenbart sich im Äußeren – warum soll, was für den einzelnen Menschen gilt, nicht auch für eine ganze Universität zutreffen? Die Universität – das sind die Menschen. Die Ruhr-Universität hat das zu ihrem Leitprinzip gemacht und stellt die Menschen – ihre Mitglieder – auch in den Mittelpunkt ihres Handels. „Universitas“ im Sinne von Gemeinschaft ist unsere Philosophie und „menschlich, weltoffen, leistungsstark“ sind die dazu gehörigen Werte. Im Miteinander von „Universitas“ erzeugt diese, unsere Werte-Trias Synergien – das Ganze ist auch hier mehr als die Summe seiner Teile. Und wer jetzt sagt, „alles trockene Theorie“, oder gar „übergestülpte Marketingstrategie“, den lade ich sehr herzlich auf unseren Campus ein. Wer hier aufmerksam hinschaut, der erlebt eine quicklebendige Universität, eine Universität des Miteinanders, die vor Ideenreichtum sprüht, die auch mutige ungewöhnliche Konzepte in die Tat umsetzt, die neue Wege geht und die sich dabei mit hoher Geschwindigkeit wandelt. Das ist gelebte Universitas.
Wir haben den Mut, allen mehr zuzutrauen, beispielsweise dem wissenschaftlichen Nachwuchs. In unseren Mercator-Forschergruppen haben die Postdocs das Heft komplett selbst in der Hand. Als Nachwuchsprofessoren forschen sie eigenständig in einer Gruppe und suchen sich zu ihrer Unterstützung weltweit angesehene, erfahrende Wissenschaftler als Mentoren aus. So schaffen wir Freiräume, in denen sich Ideen entfalten können – und das wird belohnt. Mit 18 Nachwuchsforschergruppen, neun Mitgliedern im „Jungen Kolleg“ der NRW-Akademie der Wissenschaften oder unserer aus der Exzellenz-Initiative geförderten Research School gilt die Ruhr-Universität inzwischen als Nachwuchsschmiede für Spitzenforscher.
Soweit zum Inneren der Ruhr-Universität. Das Innere des Menschen offenbart sich in seinem Äußeren, so der Dichter. Und da wiederum vor allem im Gesicht mit seinen charakteristischen Zügen, seiner Mimik. Universitäten zeigen ihr Gesicht zunehmend in ihrem Corporate-Design. Das ist nötig, denn wer kann sich schon im Zuge weltweiter Kommunikation vor Ort ein eigenes Bild verschaffen? Das neue Gesicht, das Corporate-Design der Ruhr-Universität, ist funktional, schnörkellos, modern in seinen grafischen Elementen und menschlich, selbstbewusst im Bildkonzept. Vor allem mit dem neuen Logo, bestehend aus dem Schriftzug „Ruhr-Universität Bochum“ in Verbindung mit dem auf dem Campus seit langem gängigen Kürzel „RUB“ möchte es Anker sein, mit dem auch Sie, die Leserinnen und Leser unseres RUBIN’s, das Wissenschaftsmagazin festmachen an der Ruhr-Universität.
Es ist kein Zufall, dass bei dieser ersten Ausgabe im neuen Corporate Design nun auch der Inhalt des Magazins, der einzelne Beitrag, das Innere der Ruhr-Universität nach außen trägt. Mit dem Thema „Familie und Demografischer Wandel“ fügt sich RUBIN ganz selbstverständlich in unser Leitbild ein. Eine Universität bei der die Menschen im Mittelpunkt stehen, kann nur eine familienfreundliche Hochschule sein. Die Ruhr-Universität erhielt 2006 das Audit Familiengerechte Hochschule durch die Hertie Stiftung und mit der erfolgreichen Reauditierung im Frühjahr dieses Jahres nun auch das endgültige Zertifikat. Wir dürfen uns nun mit Fug und Recht familienfreundlich nennen.
Auch in der Forschung liegt uns das Thema Familie am Herzen. Im Frühjahr dieses Jahres gründete sich aus den verschiedensten Fakultäten heraus das Interdisziplinäre Zentrum für Familienforschung an der Ruhr-Universität. Mit Themen wie „Das Unternehmen Familie unter Konkurrenzdruck“, „Klischees zerbröseln unbemerkt. Türkischstämmige und deutsche Familien in ihren sozialen Netzwerken“, „Zerrbilder eine Ehe. Narzissmus in der Partnerschaft“, „Kleine Hobbyforscher. Schüler experimentieren mit ihren Eltern im Schülerlabor“, „Rhythmisches Gehirnjogging. Tanzen hält Senioren jung“ bis hin zur „Mikrosystemtechnik im Kugelschreiber. Serviceagentur unterstützt Senioren in den eigenen vier Wänden“ gibt RUBIN interessante Einblicke in das breite Spektrum der Familienforschung. Ich wünsche Ihnen nun recht viele neue Erkenntnisse beim Lesen und vor allem eine spannende Lektüre.
Prof. Dr. Elmar Weiler
Rektor der Ruhr-Universität Bochum

