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Reibungslos in den Erdmantel Kontinente zerbrechen, Ozeane öffnen sich, Erdkruste fließt in den Erdmantel und kehrt vielleicht auch irgendwann wieder an die Oberfläche zurück. Wenn es nicht gerade ein Erdbeben gibt, bekommen wir Erdbewohner von diesem ewigen Kreislauf gar nichts mit. Unser Wissen über die Prozesse unter der dünnen Kruste ist noch sehr dürftig. Mikroskopische Gefüge von Gesteinen, die vor Millionen von Jahren in den Erdmantel versanken, geben Aufschluss - auch über die großen Erdbeben, wie wir sie heute erleben. B. Stöckhert, F. Rummel
Die verheerenden Erdbeben in der Türkei, in Griechenland und in Taiwan im Sommer dieses Jahres haben es wieder bewusst gemacht: Der Planet Erde ist keine starre Kugel, die Erdkruste als obere Lage der Lithosphäre ist dauernder Veränderung unterworfen, getrieben durch langsame Konvektion im darunter liegenden Erdmantel. Wir sehen nur eine Blitzlichtaufnahme Den Zeitmaßstab dieser Bewegungen können wir allerdings nicht unmittelbar wahrnehmen. Aufgrund unserer kurzen Lebenszeit sehen wir von der Erde nur eine Blitzlichtaufnahme. Selbst wenn man den Existenzzeitraum der Spezies Mensch auf der Erde (ca. 1 Million Jahre) zugrundelegt, würde dies nur in einer geringen Unschärfe der Aufnahme resultieren. Das Gesamtbild der heutigen Anordnung von Kontinenten und Ozeanen wäre noch gut erkennbar. Hätten wir dagegen 100 Millionen Jahre belichtet, so wäre nichts mehr zu erkennen. Die Lithosphäre besteht aus der Erdkruste und dem obersten Teil des Mantels; sie gliedert sich in Platten, die sich unabhängig voneinander bewegen (Plattentektonik). Die Verformung der Lithosphäre konzentriert sich auf die Grenzen zwischen den Platten, dort wo diese sich mit Geschwindigkeiten von bis zu 17 cm im Jahr unter Bildung neuer ozeanischer Lithosphäre voneinander entfernen (divergente Plattengrenzen), sich aneinander vorbei schieben (konservative Plattengrenzen) oder aufeinander zu bewegen (konvergente Plattengrenzen). An den konvergenten Plattengrenzen wird ozeanische Lithosphäre in den Erdmantel zurückgeführt, sie wird „subduziert“. Daher nennt man konvergente Plattengrenzen auch Subduktionszonen. Auch in ihrem Inneren sind die Platten keineswegs absolut starr. >> |
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