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Ausgabe 1/2000
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Mini-Kreisverkehr: „Eine runde Sache“

Hält der Minikreisverkehr nach England, Frankreich und der Schweiz nun auch in Deutschland seinen Siegeszug? Zumindest scheint die anfängliche Skepsis hierzulande durch aktuelle Untersuchungen zerstreut. Mit Einführung der „Minis“ hat sich die Unfallrate an den untersuchten Knotenpunkten halbiert, und die öffentliche Meinung bescheinigt ihnen vor allem Sicherheit. Nach dem Erfolg in NRW haben nun auch weitere Bundesländer ihr Interesse an diesem Mini-Kreisel für die Innenstädte angemeldet.

W. Brilon L. Bondzio

Abb. 1

Abb. 1: Mini-Kreisel in einfacher Ausführung in Kall/Eifel (Foto: Straßenbauamt Euskirchen)

Abb. 2
Abb. 2: Aufwendig hergestellter Mini-Kreisel mit 20 m Außendurchmesser und Fahrbahnteilerinseln in Gescher, Krs. Coesfeld

Kreisverkehre werden auch in Deutschland wieder in zunehmendem Maße eingesetzt. Dabei denkt man vor allem an ihre kompakte Form mit einem Fahrstreifen im Kreis, der um eine fest eingefasste Mittelinsel verläuft. Diese kompakten Kreisel sind inzwischen auch in Deutschland Stand der Technik [1]. Sie sind die sicherste Form eines Knotenpunktes im Straßennetz. Sie sind sehr leistungsfähig, und sie sparen Kosten im Vergleich zu einer Kreuzung mit einer Lichtsignalanlage.

An diesen Erkenntnissen haben Forschungen an der Ruhr-Universität einen wesentlichen Anteil [2]. Im Ausland, vor allem in England, gibt es aber auch gute Erfahrungen mit Kreisverkehrsplätzen von anderer Größenordnung. Die Bandbreite reicht von den großen, mehrspurigen Kreisverkehren bis hin zu den sog. Mini-Roundabouts – zu Deutsch: Mini-Kreiseln. Sie sind durch überfahrbare Mittelinseln gekennzeichnet. Überfahrbar müssen diese Kreisinseln sein, damit große Fahrzeuge, wie Lastzüge oder Busse, die Knotenpunkte durchfahren können. Dagegen sollen PKW oder zweiachsige LKW auf der verbleibenden engen Ringfahrbahn um die Mittelinsel herumfahren.

Solche Mini-Kreisel können einen Durchmesser zwischen 13 m und 25 m haben. Die Untergrenze von 13 m ist mehr oder weniger naturgegeben, weil schon bei der Kreuzung zweier einfacher Straßen eine Diagonale von ca. 13 m vorhanden ist. Die Obergrenze von 25 m ergibt sich, weil ab ca. 26 m konventionelle Kreisverkehre mit fester Kreisinsel von den größten zugelassenen Lastzügen umrundet werden können. Mini-Kreisel sind 1968 erstmals in England (erste Anlage in Peterborough) eingesetzt worden.


"Minis": nur in Deutschland war man skeptisch

Sie haben sich dort sehr bewährt und werden inzwischen im Vereinigten Königreich tausendfach verwendet. Dabei besteht die Mittelinsel oft nur aus einem weißen Flecken auf der Fahrbahn.

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