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RUBENS 99

1. Juli 2005

Grandios unperfekt

Lesetipp: Roman mit Ausflügen an die Ruhr-Uni


Ein Autor, der an der Ruhr-Uni Germanistik lehrt und einen seiner Helden ebendort Philosophie studieren lässt – daran kann man nicht vorbeigehen. In seinem Debütroman „Hartmut und ich“ lässt Oliver Uschmann den Ich-Erzähler (er arbeitet bei UPS in Herne) und den Philosophie-Studenten Hartmut zu Beginn in eine 2er-WG in Bochum ziehen. Während der Erzähler nach der Arbeit an der Playstation oder in der Badezimmer sitzt, möchte Hartmut die Welt verbessern. Meist geht es um das naheliegende Stück Welt: um sich selbst, die eigene Katze, die Nachbarschaft, die Kommilitonen.
Weil Hartmut findet, die Nachbarn sollten zusammenhalten, schafft er eine künstliche Notsituation: Er legt das Wasser- und Stromnetz lahm; doch statt der erhofften Solidarität stellen sich Räuber ein und nutzen die Dunkelheit zu Plünderungen. Ebenfalls aus dem Ruder läuft der Versuch, Kurse zum Unperfektsein anzubieten – als Gegenentwurf zu den Ratgebern für ein vollkommenes Leben. Unter die Kursteilnehmer mischt sich ein Jungunternehmer, der aus den anarchischen Kursen ein perfektes System machen möchte. Zum Erfolg hingegen gerät der Versuch, den Kommilitonen die ironische Distanz zum Leben auszutreiben. Hartmut lädt drei Mitstudenten zu einer Party in die WG, auf der es nur so von Leuten wimmelt, die ihr eigenes Tun völlig frei von Ironie betreiben: unmoderne Rockmusik, Saufen oder Playstation.
Rund 20 solcher Episoden präsentiert Uschmann: Mal triumphiert Hartmut, mal scheitert er, dann aber grandios. Vor allem aber ändert er oft und spontan seine Einstellung, während der Mitbewohner seinen Grundsätzen (Badewanne und Playstation) treu bleibt. Dadurch wird er zum sicheren Hafen für Hartmut, der sich auf seinen Kreuzzügen bisweilen zu verlieren droht.
Abgesehen von einigen arg konstruierten Geschichten (zu Rassismus auf dem Fußballplatz oder zur Weihnachtsbeleuchtung im Viertel) zeichnet sich der Roman durch hohen Unterhaltungswert aus. Hinzu kommt eine Portion Lokalkolorit – im Großen wird das Ruhrgebiet farbig und im Kleinen die Ruhr-Uni, wie in der folgenden Bemerkung von Hartmut: „Dieser Vollidiot von Student kapiert immer noch nicht, wie er seine Arbeit schreiben soll. Er sagt, er würde die Bücher nicht finden. Ich habe ihn gefragt, ob er mal im Zettelkasten nachgesehen hat oder ob er immer nur alles in die Suchmaschine tippt. Daraufhin kam die Frage, welchen Zettelkasten ich meine. Der Mann ist seit zehn Semestern an der Uni. Was denkt er, wo er da dran vorbeigeht, wenn er die Bibliothek betritt? An einer Verbrecherkartei?“

Info: Oliver Uschmann: „Hartmut und ich“, Fischer Taschenbuch Verlag 2005, 240 S., 8,90 Euro


Treibgut
Oliver Uschmann ist Mitbegründer und gern gesehener Gast von Treibgut, der an der Ruhr-Uni gegründeten Literaturinitiative. Treibgut lädt im Juli zu zwei Veranstaltungen an der RUB: 7.7. im Kulturcafé und 14.7. im Botanischen Garten; Infos dazu: www.rub.de/treibgut.


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Letzte Änderung: 30.06.2005| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik