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RUBENS 99

1. Juli 2005

Gedenkfeier

Zum 100. Geburtstag von Prof. Albert Schulze-Vellinghausen


Der vor 100 Jahren, am 30. Mai 1905, in Werne geborene Kunst-, Literatur- und Theaterkritiker, Kunstsammler, Buchhändler und Übersetzer Prof. Albert Schulze-Vellinghausen legte mit einer großzügigen Schenkung den Grundstock für die Kunstsammlungen der Ruhr-Uni. Er verfügte 1967 testamentarisch, dass er seine zuvor in Dortmund-Kley gezeigte Kunstsammlung mit ausgezeichneten Exponaten von Josef Albers, Günter Frühtrunk, Josef Beuys, Lucio Fontana, Otto Piene, Günther Uecker, Victor Vasarely, Cy Twombly und vielen anderen namhaften Künstlern seiner Zeit nur dann der Universität vermache, wenn sie für einen adäquaten Ausstellungsraum sorge und das Land Nordrhein-Westfalen das Museum mit einem jährlichen Ankaufsetat unterstütze.
Erklärtermaßen sollte die Ruhr-Universität ein Ort der fortwährenden Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Kunst sein. Schulze-Vellinghausen wollte vermeiden, dass ein mit seiner Sammlung gegründetes Museum zu einem Mausoleum erstarrt.
In den vergangenen Jahrzehnten haben die Institutsleiter des Kunstgeschichtlichen Instituts, Prof. Max Imdahl und Prof. Monika Steinhauser, die Sammlung kontinuierlich erweitert und die Kurator/innen der Sammlung das Museum durch Sammlungspräsentationen, Ausstellungen und Diskussionen zeitgemäß aktualisiert und belebt. Orientierung blieb nach wie vor der Grundstock der musealen Sammlung, den Schulze-Vellinghausen mit seiner Schenkung gelegt hatte. Er begeisterte sich ebenso für die Werke der konkreten und konstruktiven Kunst seiner Zeit wie für die gestisch-expressive Malerei. Noch heute prägen Werke François Morellets und Günter Frühtrunks ebenso die Sammlung moderner Kunst wie die Gemälde von Emil Schumacher, Jean Dubuffet und Arnulf Rainer.
Schulze-Vellinghausen hat sich als Kunst- und Theaterkritiker in besonderer Weise für die kulturelle Entwicklung im Ruhrgebiet eingesetzt. Er hat im Nachkriegs-Deutschland nicht nur Eugène Ionesco und Jean Paul Sartre durchgesetzt und das Bochumer Theater und die Ruhrfestspiele begleitet, sondern auch die Kunstszene an der Ruhr gefördert. Seine besondere Unterstützung fanden die Maler des „jungen westen“.
Am 28. Juli wird das Kunstgeschichtliche Institut zum Hundersten von Albert Schulze-Vellinghausen eine Gedenkfeier veranstalten. Eduard Beaucamp, wie ASV (so das journalistische Kürzel von Albert Schulze-Vellinghausen) Kritiker der FAZ, wird über den begeisterten und großzügigen Privatsammler und Publizisten sprechen.

Info: Termin der Gedenkfeier: 28. Juli, 18 h, Kunstsammlungen der Ruhr-Uni


Friederike Wappler
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Letzte Änderung: 30.06.2005| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik