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RUBENS 99

1. Juli 2005

Die zweite Sintflut

Bochumer Studierende beim Arche Noah-Projekt


Drei Theater starteten im Juni ein außergewöhnliches Außenprojekt: Zusammen entwickelten die Stadttheater Oberhausen, Moers und Duisburg das Stück „Arche Noah“ im Logport Duisburg-Rheinhausen. Mittendrin: 15 Studierende der Theaterwissenschaft aus Bochum.


Einige Fahrgäste sitzen im Linienbus nach Duisburg. Sie werden von einer Stewardess betreut, hören Radio und müssen Fragebögen ausfüllen: Wer sorgt für Sie? Wie häufig lassen Sie Ihre DNA auf Fehler testen? Wo fassen Sie ein Weinglas an? Die Fahrgäste sind auf dem Weg in die Zukunft: zum „Arche Noah Projekt“ in Duisburg-Rheinhausen. Im Containerhafen Logport hat Ulrich Greb, Intendant des Schlosstheaters Moers, ein Utopia des 21. Jahrhunderts inszeniert, am 3. Juni war Premiere.
Der Meeresspiegel steigt, Rotterdam ist überflutet, die zweite Sintflut naht. Der Weltuntergang droht. Doch Ex-DJ Aide Grey hat die rettende Idee. Er will einen schwimmenden Staat gründen, um einen Teil der Menschheit zu retten. Mit einem Auswahlverfahren werden die Besten von jeder Berufsgruppe herausgefiltert. Wer nach Rheinhausen fährt, bewirbt sich um einen der Plätze auf den beiden riesigen Containerschiffen.
In einem Bühnenbild aus 33 über- und nebeneinander gestapelten Schiffscontainern stimmt Vizepräsidentin Susanne Gedek die Kandidaten ein, macht ihnen Mut. Besonders gute Chancen haben Molekularbiologin Katharina Bergmann, Unternehmer Thomas Meier und Ingenieur Martin Dreßler, die auch per Bus nach Rheinhausen gereist sind und im Publikum sitzen, bis sie aufgerufen werden.
Die Drei preisen sich an, machen Versprechungen. Man merkt, es geht um Leben und Tod. Die Situation spitzt sich zu. Denn jede große Idee hat Feinde. Intrigen, Sabotage, Attentate. Mitten im Science-Fiction-Krimi steckt das Publikum: als Beobachter und Teilnehmer …
Ohne Frage gehört „Arche Noah“ zu den ungewöhnlichsten Theaterprojekten, die es in den vergangenen Jahrzehnten in NRW gab. Eine weitere Besonderheit ist die Zusammenarbeit mit dem Institut der Theaterwissenschaft der Ruhr-Uni. 15 Studierende begleiten das Projekt. Geleitet wird das entsprechende Seminar von Dr. Christine Tretow, einer ehemaligen Studentin der Ruhr-Uni, die das Projekt als Pressesprecherin am Theater Oberhausen betreut. Im Seminar erhalten die Studierenden Einblicke in den Probenverlauf und in die Arbeitsabläufe einer Pressesprecherin. Sie schreiben Pressemitteilungen und betreuen Medien.

Info: „Arche Noah“ läuft bis zum 3. Juli, Karten unter 0208/8578184, 02841/201731 oder 0203/3009132


Miriam Czepluch & Janina Amrath
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Letzte Änderung: 30.06.2005| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik