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RUBENS 99

1. Juli 2005

Terror auf der Parkbank

Studiobühne: Fünf Premieren im Juli


Drei Veranstaltungen im April, zwei im Mai, vier im Juni und im Juli schon wieder fünf Premieren – das Programm der Studiobühne wird immer umfangreicher und bunter. Der Dank gebührt der Studiobühne selbst sowie den vielen freien studentischen Theatergruppen, die hier spielen.

Eine davon ist „Das Kollektiv“ und eröffnet den Julireigen mit der Eigenproduktion „Zweikampf“: Sie zeigt das Ringen um den richtigen Einfall, den wohl jeder Autor kennt. Doch was passiert, wenn die Idee da ist, das Papier trotzdem leer bleibt? Dieses Problem hat Andreas Knop, ein Filmstudent kurz vor dem Abschluss. Er weiß, dass er mit seinem unkonventionellen Science-Fiction-Drehbuch bei den Dozenten keine Chance hat. Und es bleiben nur noch wenige Tage bis zum Abgabetermin. Andreas fühlt sich in die Enge getrieben – eine Situation, deren Dramatik sich auf seine Filmhandlung überträgt.

Wahnsinn

Eine Woche später fragt die studentische Theatergruppe „C2PQ“: „Was ist ein ‘Kopf ohne Körper’?“ Ihre Antwort: eine seltsame Landschaft, in blaues Licht getaucht; ein Kopf, der Hirngespinste gebiert und vom Körper abgetrennt ein bizarres, wahnsinniges Dasein führt. Und doch bildet der Kopf auf seltsame Weise die Außenwelt ab.
„Würde sich ein Anschlag auf Sie lohnen?“ heißt es in „Terrorismus“, der aktuellen Produktion der Studiobühne. Das Ensemble zeigt, dass der wahre Terror längst auch bei uns stattfindet. Das von den russischen Brüdern Presnjakov geschriebene Stück zeigt Terrorismus nicht aus politischer oder militärischer Perspektive, sondern den Terror im ganz alltäglichen Leben. Egal, ob ein Flughafen durch Bombenalarm zum Erliegen kommt, das Fesselspiel eines Paares außer Kontrolle gerät oder zwei ältere Damen auf einer Parkbank sitzen – mit jeder Episode, die verstreicht und mit jedem Lachen, das im Hals stecken bleibt, wird klarer, dass jeder von uns sowohl Terrorist als auch Opfer ist.
Zudem wird im Juli die Reihe „Druckfrisch“ der Studiobühne fortgesetzt, bei der Studierende gerade erst erschienene („druckfrische“) Texte von unbekannten, jungen Autor/innen präsentieren.
Zu guter Letzt gastiert das Ensemble vom „T-ater“ zum insgesamt vierten Mal auf der Studiobühne. Diesmal wagt es sich an Shakespeares Klassiker „Macbeth“, der erheblich bearbeitet wurde und in der heutigen Zeit spielt. Grausam wird es allerdings bleiben, die Hexen sind natürlich dabei und auch Lady Macbeth und ihr Gatte. Und selbstverständlich dreht sich fast alles ums Thema Macht.

Info: „Zweikampf“: 2./3. Juli, „Kopf ohne Körper“: 9./10. Juli, „Terrorismus“: 15.-17. Juli, „Druckfrisch“: 19. Juli, „Macbeth“, 22./23. Juli, jeweils 19.30 h auf der Studiobühne im Musischen Zentrum

ad
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Letzte Änderung: 30.06.2005| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik