Leute an der
Ruhr-Uni
Namen und
Fakten zu Neuberufungen etc.
NEU ERNANNT
Prof. Jörg Bogumil besetzt seit April den
Lehrstuhl für Politikwissenschaft/Vergleichende Stadt-
und Regionalpolitik an der Fakultät für Sozialwissenschaft.
Seine Forschungsschwerpunkte sind vor allem Verwaltungsreformen
und Bürgerbeteiligung. Hierbei schöpft er auch
aus eigenen Erfahrungen, denn Bogumil war Mitte der Achtziger
fünf Jahre lang Mitglied des Rates der Stadt Bochum.
Zuvor studierte er in Bochum Sozialwissenschaft. 1995
wurde Bogumil an der Fernuni Hagen promoviert; ebenfalls
hier habilitierte er sich sechs Jahre später. Zuletzt
war er Professor für Verwaltungswissenschaft in Konstanz.
An der Ruhr-Uni möchte sich Prof. Bogumil auch mit
der politischen Steuerung von Veränderungsprozessen
im Ruhrgebiet beschäftigen, also mit der brisanten
Frage, ob das Ruhrgebiet eine (wenn ja, welche) politische
Einheit braucht.
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Neu am Seminar für Slawistik und am Lotman-Institut
für russische und sowjetische Kultur ist Prof.
Ulrich Schmid. Zu seinen aktuellen Forschungsprojekten
zählen Faschismus in Polen 1926-1939,
Russische Medientheorien sowie Dostojewski
und die russische Emigration. Ulrich Schmid studierte
ab 1985 in Zürich (sowie in Heidelberg und Leningrad)
Germanistik, Russistik und Politische Wissenschaften.
Zu seinen zahlreichen Lebensstationen zählen z. B.
die Lehrtätigkeit am Gymnasium Winterthur (1991/92)
und ein Forschungsaufenthalt in Harvard (1995/96). 1995
wurde Schmid promoviert, 1999 habilitierte er sich, jeweils
in Basel. Zuletzt war er als Dozent in Bern tätig.
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Seit April besetzt Prof. Wilhelm Löwenstein
eine Professur für Entwicklungsforschung (Fakultät
für Geowissenschaften), gleichzeitig ist er seitdem
Direktor des Instituts für Entwicklungsforschung
und Entwicklungspolitik. In der Forschung möchte
er u.a. folgende Schwerpunkte setzen: Wirtschaftswachstum
und Nutzung natürlicher Ressourcen in Entwicklungsländern,
Neue Wirtschaftsgeographie, Umwelt- und Ressourcenökonomik
sowie Armut und wirtschaftliche Entwicklung. Wilhelm Löwenstein
studierte zwischen 1985 und 1990 Volkswirtschaftslehre
in Göttingen, wo er auch nach dem Studium (unterbrochen
von Forschungsaufenthalten) lange Zeit blieb. 1994 wurde
Löwenstein in Göttingen promoviert, 2003 habilitierte
er sich dort. In den letzten zehn Jahren war er zum Teil
zeitgleich Habilitand an der Göttinger Fakultät
für Forstwissenschaften und Waldökologie sowie
Geschäftsführer und Forschungskoordinator des
Instituts für Entwicklungsforschung und Entwicklungspolitik
der Ruhr-Uni.
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Seit März besetzt Dr. Clemens Johannes Steegborn
eine Juniorprofessur für Biochemie am Institut für
Physiologische Chemie. Seine Arbeitsgruppe untersucht
die Proteinkomplexe und Mechanismen, die für die
Erzeugung und Weiterleitung intrazellulärer Signale
verantwortlich sind. Im Vordergrund stehen Signaltransduktions-Systeme,
deren Deregulierung bei metabolischen Erkrankungen oder
der Tumorentstehung eine Rolle spielen. Steegborn studierte
Biochemie in Bayreuth, wo er 1997 sein Diplom erwarb.
In den folgenden vier Jahren arbeitete er am Max-Planck-Institut
für Biochemie in Martinsried, dort wurde er 2001
promoviert. Bis zu seinem Ruf an die Ruhr-Uni forschte
Steegborn am Weill Medical College der Cornell University
(New York).
Foto: Sponheuer
RUFE
Prof. Axel Schölmerich (Psychologie) hat
einen Ruf an die Uni Wien erhalten.
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Prof. Stefanie Reese (Bauingenieurwesen) hat
einen Ruf an die TU Braunschweig erhalten.
EHRE & ÄMTER
Beim Plenum der Hochschulrektorenkonferenz am 14. Juni
wurde Rektor Prof. Gerhard Wagner zum neuen Vorsitzenden
der AG Technische Universität/Technische
Hochschule gewählt.
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Seit Mai ist Rainer Wojcieszynski Technischer
Direktor des Rechenzentrums der Ruhr-Uni. Seit März
2004 hatte er das Amt kommissarisch inne.
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Der Fachschaftsrat Pädagogik hat im Mai zum zweiten
Mal den Emil für besonders gute Lehre vergeben,
diesmal für Veranstaltungen im WS 2004/05. Der
Preis ging an Prof. Bardo Herzig (Lehrstuhl für
Lehr- Lernforschung).
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Für ihre Studien- und Prüfungsleistungen erhielten
Erdem Simsek (24) und Rainer Heinen (25)
im Juni den Adam Opel Preis 2005, der mit jeweils 1.250
Euro dotiert ist. Simsek entwickelte ein dreidimensionales
Modell, mit dem sich die Bewegung von industriellen
Schüttgütern simulieren lässt. Heinen
konzipierte ein neues Verfahren, mit dem sich berechnen
lässt, wie sich Formgedächtnismaterialien
bei Erhitzen verhalten.
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Für seine herausragenden Forschungsleistungen erhielt
der Bochumer Zellphysiologe Prof. Hanns Hatt
im Juni den Philip Morris Forschungspreis. Mit seinem
Team fand Hatt u.a. heraus, dass Spermien die gleichen
Geruchrezeptoren wie die Nase haben und vom Geruch des
Eis angelockt werden.
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Erzählend in Erzählungen leben:
Unter diesem Titel hat Sebastian Bialas (Doktorand
im Fach Alte Kirchengeschichte) zusammen mit Adrian
Niegot (Uni Duisburg-Essen) den dritten Platz beim
Deutschen Studienpreis 2005 der Körber-Stiftung
belegt. In ihrem Beitrag bieten sie eine philosophische
Haltung zum diesjährigen Thema Mythos Markt
an und entwerfen ein Konzept für eine Marktplatzperformance.
NACHRUF
Nach langer schwerer Krankheit, dennoch unerwartet,
starb im März 2005 im Alter von 63 Jahren Prof.
Volker Pingel, seit 1980 Inhaber des Lehrstuhls
für Ur- und Frühgeschichte. Mit seinem sich
über ein Vierteljahrhundert erstreckenden unermüdlichen
Einsatz begründete er den internationalen Ruf seines
Lehrstuhls, der seit 2004 Bestandteil des Instituts
für Archäologische Wissenschaften ist. Als
Mitglied in zahlreichen Fachinstitutionen stand sein
Wirken insbesondere für Ansätze zum interdisziplinären
Arbeiten in den Bereichen Geoarchäologie und Archäometrie,
letzteres in enger Kooperation mit dem Deutschen Bergbaumuseum
Bochum und der Fakultät für Geowissenschaften
der Ruhr-Uni. Auch außerhalb seiner Spezialgebiete
in den vorrömischen Metallzeiten Mittel- und Südosteuropas
machte ihn sein ausgewogenes Urteilsvermögen zum
gesuchten Ratgeber und Gutachter. Neben den von ihm
betreuten Projekten in China, Slowenien und Spanien
setzte er sich auch für eine stärkere Bindung
an die Einrichtungen der regionalen Bodendenkmalpflege
Westfalens ein, um so eine engere Verzahnung mit der
Praxis zu erreichen. Der von ihm initiierte B.A.-Studiengang
Archäologische Wissenschaften hat heute
ebenso bundesweit Modellcharakter wie die wesentlich
auf seinen Vorschlägen beruhende Dauerausstellung
des Westfälischen Museums für Archäologie
in Herne, deren Fertigstellung er nicht mehr erleben
durfte. Die Ruhr-Universität verliert in Volker
Pingel auch einen äußerst engagierten akademischen
Lehrer, dessen fachliches und persönliches Vorbild
für eine ganze Generation von Schülern und
Mitarbeitern prägend wurde. Er hinterlässt
eine tiefe Lücke, die nur schwer zu füllen
sein wird.
ad,
jw, Wolfgang Ebel-Zepezauer
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