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RUBENS 99

1. Juli 2005

Leute an der Ruhr-Uni

Namen und Fakten zu Neuberufungen etc.


NEU ERNANNT


Prof. Jörg Bogumil besetzt seit April den Lehrstuhl für Politikwissenschaft/Vergleichende Stadt- und Regionalpolitik an der Fakultät für Sozialwissenschaft. Seine Forschungsschwerpunkte sind vor allem Verwaltungsreformen und Bürgerbeteiligung. Hierbei schöpft er auch aus eigenen Erfahrungen, denn Bogumil war Mitte der Achtziger fünf Jahre lang Mitglied des Rates der Stadt Bochum. Zuvor studierte er in Bochum Sozialwissenschaft. 1995 wurde Bogumil an der Fernuni Hagen promoviert; ebenfalls hier habilitierte er sich sechs Jahre später. Zuletzt war er Professor für Verwaltungswissenschaft in Konstanz. An der Ruhr-Uni möchte sich Prof. Bogumil auch mit der politischen Steuerung von Veränderungsprozessen im Ruhrgebiet beschäftigen, also mit der brisanten Frage, ob das Ruhrgebiet eine (wenn ja, welche) politische Einheit braucht.

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Neu am Seminar für Slawistik und am Lotman-Institut für russische und sowjetische Kultur ist Prof. Ulrich Schmid. Zu seinen aktuellen Forschungsprojekten zählen „Faschismus in Polen 1926-1939“, „Russische Medientheorien“ sowie „Dostojewski und die russische Emigration“. Ulrich Schmid studierte ab 1985 in Zürich (sowie in Heidelberg und Leningrad) Germanistik, Russistik und Politische Wissenschaften. Zu seinen zahlreichen Lebensstationen zählen z. B. die Lehrtätigkeit am Gymnasium Winterthur (1991/92) und ein Forschungsaufenthalt in Harvard (1995/96). 1995 wurde Schmid promoviert, 1999 habilitierte er sich, jeweils in Basel. Zuletzt war er als Dozent in Bern tätig.

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Seit April besetzt Prof. Wilhelm Löwenstein eine Professur für Entwicklungsforschung (Fakultät für Geowissenschaften), gleichzeitig ist er seitdem Direktor des Instituts für Entwicklungsforschung und Entwicklungspolitik. In der Forschung möchte er u.a. folgende Schwerpunkte setzen: Wirtschaftswachstum und Nutzung natürlicher Ressourcen in Entwicklungsländern, Neue Wirtschaftsgeographie, Umwelt- und Ressourcenökonomik sowie Armut und wirtschaftliche Entwicklung. Wilhelm Löwenstein studierte zwischen 1985 und 1990 Volkswirtschaftslehre in Göttingen, wo er auch nach dem Studium (unterbrochen von Forschungsaufenthalten) lange Zeit blieb. 1994 wurde Löwenstein in Göttingen promoviert, 2003 habilitierte er sich dort. In den letzten zehn Jahren war er zum Teil zeitgleich Habilitand an der Göttinger Fakultät für Forstwissenschaften und Waldökologie sowie Geschäftsführer und Forschungskoordinator des Instituts für Entwicklungsforschung und Entwicklungspolitik der Ruhr-Uni.

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Seit März besetzt Dr. Clemens Johannes Steegborn eine Juniorprofessur für Biochemie am Institut für Physiologische Chemie. Seine Arbeitsgruppe untersucht die Proteinkomplexe und Mechanismen, die für die Erzeugung und Weiterleitung intrazellulärer Signale verantwortlich sind. Im Vordergrund stehen Signaltransduktions-Systeme, deren Deregulierung bei metabolischen Erkrankungen oder der Tumorentstehung eine Rolle spielen. Steegborn studierte Biochemie in Bayreuth, wo er 1997 sein Diplom erwarb. In den folgenden vier Jahren arbeitete er am Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried, dort wurde er 2001 promoviert. Bis zu seinem Ruf an die Ruhr-Uni forschte Steegborn am Weill Medical College der Cornell University (New York).
Foto: Sponheuer

RUFE

Prof. Axel Schölmerich (Psychologie) hat einen Ruf an die Uni Wien erhalten.

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Prof. Stefanie Reese (Bauingenieurwesen) hat einen Ruf an die TU Braunschweig erhalten.

EHRE & ÄMTER

Beim Plenum der Hochschulrektorenkonferenz am 14. Juni wurde Rektor Prof. Gerhard Wagner zum neuen Vorsitzenden der AG „Technische Universität/Technische Hochschule“ gewählt.

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Seit Mai ist Rainer Wojcieszynski Technischer Direktor des Rechenzentrums der Ruhr-Uni. Seit März 2004 hatte er das Amt kommissarisch inne.
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Der Fachschaftsrat Pädagogik hat im Mai zum zweiten Mal den Emil für besonders gute Lehre vergeben, diesmal für Veranstaltungen im WS 2004/05. Der Preis ging an Prof. Bardo Herzig (Lehrstuhl für Lehr- Lernforschung).

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Für ihre Studien- und Prüfungsleistungen erhielten Erdem Simsek (24) und Rainer Heinen (25) im Juni den Adam Opel Preis 2005, der mit jeweils 1.250 Euro dotiert ist. Simsek entwickelte ein dreidimensionales Modell, mit dem sich die Bewegung von industriellen Schüttgütern simulieren lässt. Heinen konzipierte ein neues Verfahren, mit dem sich berechnen lässt, wie sich Formgedächtnismaterialien bei Erhitzen verhalten.

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Für seine herausragenden Forschungsleistungen erhielt der Bochumer Zellphysiologe Prof. Hanns Hatt im Juni den Philip Morris Forschungspreis. Mit seinem Team fand Hatt u.a. heraus, dass Spermien die gleichen Geruchrezeptoren wie die Nase haben und vom Geruch des Eis angelockt werden.

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„Erzählend in Erzählungen leben“: Unter diesem Titel hat Sebastian Bialas (Doktorand im Fach Alte Kirchengeschichte) zusammen mit Adrian Niegot (Uni Duisburg-Essen) den dritten Platz beim Deutschen Studienpreis 2005 der Körber-Stiftung belegt. In ihrem Beitrag bieten sie eine philosophische Haltung zum diesjährigen Thema „Mythos Markt“ an und entwerfen ein Konzept für eine Marktplatzperformance.

NACHRUF

Nach langer schwerer Krankheit, dennoch unerwartet, starb im März 2005 im Alter von 63 Jahren Prof. Volker Pingel, seit 1980 Inhaber des Lehrstuhls für Ur- und Frühgeschichte. Mit seinem sich über ein Vierteljahrhundert erstreckenden unermüdlichen Einsatz begründete er den internationalen Ruf seines Lehrstuhls, der seit 2004 Bestandteil des Instituts für Archäologische Wissenschaften ist. Als Mitglied in zahlreichen Fachinstitutionen stand sein Wirken insbesondere für Ansätze zum interdisziplinären Arbeiten in den Bereichen Geoarchäologie und Archäometrie, letzteres in enger Kooperation mit dem Deutschen Bergbaumuseum Bochum und der Fakultät für Geowissenschaften der Ruhr-Uni. Auch außerhalb seiner Spezialgebiete in den vorrömischen Metallzeiten Mittel- und Südosteuropas machte ihn sein ausgewogenes Urteilsvermögen zum gesuchten Ratgeber und Gutachter. Neben den von ihm betreuten Projekten in China, Slowenien und Spanien setzte er sich auch für eine stärkere Bindung an die Einrichtungen der regionalen Bodendenkmalpflege Westfalens ein, um so eine engere Verzahnung mit der Praxis zu erreichen. Der von ihm initiierte B.A.-Studiengang „Archäologische Wissenschaften“ hat heute ebenso bundesweit Modellcharakter wie die wesentlich auf seinen Vorschlägen beruhende Dauerausstellung des Westfälischen Museums für Archäologie in Herne, deren Fertigstellung er nicht mehr erleben durfte. Die Ruhr-Universität verliert in Volker Pingel auch einen äußerst engagierten akademischen Lehrer, dessen fachliches und persönliches Vorbild für eine ganze Generation von Schülern und Mitarbeitern prägend wurde. Er hinterlässt eine tiefe Lücke, die nur schwer zu füllen sein wird.

ad, jw, Wolfgang Ebel-Zepezauer
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Letzte Änderung: 30.06.2005| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik