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RUBENS
- Zeitschrift der Ruhr-Universität
Nachrichten, Berichte und Meinungen
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Schnupperstunde
Schüler blicken aufs Wirtschaftsstudium
Die ersten Wochen im Studium geraten oft zum Kulturschock.
Vieles hat man sich ganz anders vorgestellt. Wer sich
beispielsweise in der Wirtschaftswissenschaft besonders
fürs Umsetzen von Marketingstrategien interessiert,
wird vielleicht zu Studienbeginn mit dem Stoff wenig anzufangen
wissen: Matrizenrechnung, Integrale, Buchhaltung, Recht,
Statistik usw. So mancher wirft deshalb schnell, möglicherweise
übereilt, das Handtuch und bricht das Wirtschaftsstudium
ab.
Besser ist es, sich vorab eingehend zu informieren. Die
ideale Möglichkeit dazu ist ein Schnupperstudium,
das mittlerweile einige Fachbereiche anbieten. Auch die
Bochumer Wirtschaftswissenschaftler tun dies seit dem
Wintersemester 2004/05 mit einer Schnupperstunde für
Schülerinnen und Schüler. Am 13. April konnten
Schüler zum zweiten Fall ins Wirtschaftsstudium hineinriechen.
Die Dozentin Dr. Barbara Wischermann hatte dazu in Hörsaal
HNB geladen, wo sich rund 100 Schülerinnen und Schüler
versammelten, vom Berufskolleg in Witten und anderen Schulen
der Region.
Sie hatten vier Stunden lang Zeit, eine Fallstudie zu
bearbeiten, die auch die Erstsemester der Fakultät
während der Vorlesung Einführung in die
Wirtschaftswissenschaft bekommen: Der Ingenieur
und Hobby-Handwerker Max Pfiffig hat eine Universalbohrmaschine
entwickelt. Zunächst für sich selbst, doch nun
möchte er die Maschine in Serie produzieren lassen
und dazu ein Unternehmen gründen. Der Clou an diesem
Fall: Er deckt acht verschiedene Teilbereiche des Studiums
der Wirtschaftswissenschaft ab. Beispielsweise geht es
um Standortentscheidung, Rechtsform, Produktion, Marketing,
um Finanzierung, Steuern und Investition sowie um den
volkwirtschaftlichen Gesamtzusammenhang.
Anhand des Falles besprechen wir mit den Schülerinnen
und Schülern kleine Aufgaben, die auch für Nichtökonomen
verständlich sind und einen Eindruck davon vermitteln,
mit welchen Fragen sich die Studierenden während
des Wirtschaftsstudiums beschäftigen, erläutert
Barbara Wischermann. Sie hat die Fallstudie selbst geschrieben.
Und damit offenbar den Nerv der Schüler bestens getroffen.
Die machen sich sofort eifrig an die Arbeit. Sie überlegen,
diskutieren und lösen hier und da auch kleinere Rechenaufgaben.
Was ist zum Beispiel, wenn Pfiffigs Unternehmen dem Finanzamt
einen Gewinn von null Euro meldet soll er dann
die Sache lieber aufgeben? Es dauert einen Moment, bis
den potenziellen Studierenden klar wird, dass der zu versteuernde
Gewinn nicht mit dem Unternehmenserfolg gleichzusetzen
ist. Etwas schneller steht die Absatzstrategie und das
Schaubild, das die Firma Pfiffig in die Volkswirtschaft
einordnet.
Die vier Stunden vergehen wie im Flug und eines dürfte
feststehen: Von den Schülerinnen und Schülern,
die an der Schnupperstunde teilgenommen haben, werden
gewiss viele fürs Studium wiederkommen und
dann werden sie wissen, worauf sie sich einlassen.
ad
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