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RUBENS 97

1. Mai 2005

Schnupperstunde


Schüler blicken aufs Wirtschaftsstudium


Die ersten Wochen im Studium geraten oft zum Kulturschock. Vieles hat man sich ganz anders vorgestellt. Wer sich beispielsweise in der Wirtschaftswissenschaft besonders fürs Umsetzen von Marketingstrategien interessiert, wird vielleicht zu Studienbeginn mit dem Stoff wenig anzufangen wissen: Matrizenrechnung, Integrale, Buchhaltung, Recht, Statistik usw. So mancher wirft deshalb schnell, möglicherweise übereilt, das Handtuch und bricht das Wirtschaftsstudium ab.
Besser ist es, sich vorab eingehend zu informieren. Die ideale Möglichkeit dazu ist ein Schnupperstudium, das mittlerweile einige Fachbereiche anbieten. Auch die Bochumer Wirtschaftswissenschaftler tun dies seit dem Wintersemester 2004/05 mit einer Schnupperstunde für Schülerinnen und Schüler. Am 13. April konnten Schüler zum zweiten Fall ins Wirtschaftsstudium hineinriechen. Die Dozentin Dr. Barbara Wischermann hatte dazu in Hörsaal HNB geladen, wo sich rund 100 Schülerinnen und Schüler versammelten, vom Berufskolleg in Witten und anderen Schulen der Region.
Sie hatten vier Stunden lang Zeit, eine Fallstudie zu bearbeiten, die auch die Erstsemester der Fakultät während der Vorlesung „Einführung in die Wirtschaftswissenschaft“ bekommen: Der Ingenieur und Hobby-Handwerker Max Pfiffig hat eine Universalbohrmaschine entwickelt. Zunächst für sich selbst, doch nun möchte er die Maschine in Serie produzieren lassen und dazu ein Unternehmen gründen. Der Clou an diesem Fall: Er deckt acht verschiedene Teilbereiche des Studiums der Wirtschaftswissenschaft ab. Beispielsweise geht es um Standortentscheidung, Rechtsform, Produktion, Marketing, um Finanzierung, Steuern und Investition sowie um den volkwirtschaftlichen Gesamtzusammenhang.
„Anhand des Falles besprechen wir mit den Schülerinnen und Schülern kleine Aufgaben, die auch für Nichtökonomen verständlich sind und einen Eindruck davon vermitteln, mit welchen Fragen sich die Studierenden während des Wirtschaftsstudiums beschäftigen“, erläutert Barbara Wischermann. Sie hat die Fallstudie selbst geschrieben. Und damit offenbar den Nerv der Schüler bestens getroffen. Die machen sich sofort eifrig an die Arbeit. Sie überlegen, diskutieren und lösen hier und da auch kleinere Rechenaufgaben. Was ist zum Beispiel, wenn Pfiffigs Unternehmen dem Finanzamt einen Gewinn von null Euro meldet – soll er dann die Sache lieber aufgeben? Es dauert einen Moment, bis den potenziellen Studierenden klar wird, dass der zu versteuernde Gewinn nicht mit dem Unternehmenserfolg gleichzusetzen ist. Etwas schneller steht die Absatzstrategie und das Schaubild, das die Firma Pfiffig in die Volkswirtschaft einordnet.
Die vier Stunden vergehen wie im Flug und eines dürfte feststehen: Von den Schülerinnen und Schülern, die an der Schnupperstunde teilgenommen haben, werden gewiss viele fürs Studium wiederkommen – und dann werden sie wissen, worauf sie sich einlassen.
ad
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Letzte Änderung: 29.04.2005| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik