Ruhr-Universität Bochum zur Navigation zum Inhalt Startseite der RUB pix
Startseite UniStartseite
Überblick UniÜberblick
A-Z UniA-Z
Suche UniSuche
Kontakt UniKontakt

pix
 
Das Siegel
Naturwissenschaften Ingenieurwissenschaften Geisteswissenschaften Medizinische Einrichtungen Zentrale Einrichtungen
pix
RUBENS - Zeitschrift der RUB
RUBENS- Startseite

Lesen
Aktuelle Ausgabe
Archiv
¤Ausgabe Nr. 97
  ¤Artikel
pdf-Dateien

Service & Kontakt
Mediadaten
Redaktion
E-Mail Service
Kontakt

Volltextsuche
pix RUBENS - Zeitschrift der Ruhr-Universität
Nachrichten, Berichte und Meinungen
 
 
 
    
pix
Artikel » Ausgabe 97 »Archiv » RUBENS » Pressestelle » Ruhr-Universität
pix pix
RUBENS 97

1. Mai 2005

Unentdecke Zielgruppe


Ergebnisse einer Studie zum Kooperationsverhalten von Geisteswissenschaftlern



Neun von zehn Geisteswissenschaftlern kooperieren regelmäßig mit der Praxis. Die Zusammenarbeit reicht vom Vortrag bis zum gemeinsamen Projekt zur Verbesserung der Tonqualität. Zu diesem und anderen Ergebnissen gelangt die bundesweite Studie „Exzellenz durch Kooperation?“ der Akademie der Ruhr-Uni.


In der Diskussion um sog. Eliteunis taucht das Thema Kooperation immer wieder auf. Außeruniversitäre Zusammenarbeiten sollen dazu beitragen, wissenschaftliche Exzellenz zu sichern und den Praxisbezug der Lehre zu steigern. Bisher gab es in erster Linie Untersuchungen über Naturwissenschaftler. Nun wurden erstmals geisteswissenschaftliche Hochschullehrerinnen und -lehrer nach ihrem Kooperationsverhalten gefragt. 541 von über 5.200 angeschriebenen Professoren (aller geistes- und gesellschaftswissenschaftlicher Fächer) haben den Fragebogen ausgefüllt.

Kulturgeschichte des Schuhs

Knapp 40 Prozent von ihnen arbeiten häufig mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen zusammen. Meist geht es um fachspezifische Projekte, zum Teil um fachübergreifende Forschung und gemeinsame Publikationen. Sogar 90 Prozent geben an, mit der Praxis (Organisationen oder Unternehmen) zu kooperieren. Zu den wichtigsten Partnern gehören Ministerien, staatliche Einrichtungen sowie Berufs- oder Fachverbände. Aber auch mit Wirtschaftsunternehmen kooperieren Professoren häufig, vornehmlich tun dies Juristen oder Ökonomen. Pädagogen, Philologen etc. arbeiten dafür stärker mit nichtstaatlichen Organisationen (z.B. Hilfsorganisationen) zusammen. Fast jeder dritte Befragte gibt an, häufig international mit Organisationen und Unternehmen zusammen zu arbeiten.
Meist kooperieren Professoren als Vertreter der Arbeitseinheit bzw. des Instituts oder als Privatperson, nur selten in Form ihres eigenen Unternehmens oder als An-Institut. Die Kooperationsarten sind vielfältig: Vorträge, Seminare, Gutachten, Beratung oder die Betreuung von Forschungsarbeiten. Hinzu kommen konkrete Projekte: Beispielsweise betreut ein Volkskundler eine Ausstellung zur Kulturgeschichte des Schuhs, die von einer renommierten Schuhfirma finanziert wird. Ein Musikwissenschaftler erarbeitet mit einem Großunternehmen, das Tonträger herstellt, Möglichkeiten, Tonqualitäten zu erhöhen.
Mittels einer Faktorenanalyse wurden zudem die vier wichtigsten Kooperationsgründe ermittelt: eigene Kompetenz- und Erkenntnissteigerung; der Wunsch, Studierende zu fördern (Praxisbezug, Kontakte zur Industrie); Steigerung der Reputation der Arbeitseinheit (dadurch bessere Chancen der Drittmitteleinwerbung); der Wunsch, humanitäre Werte zu vertreten. Hinzu kommt das Interesse, Grundlagenforschung zu betreiben sowie „zweckfreie“ Bildung weiterzugeben.

Transferstellen bisher irrelevant

Auch zukünftig wollen nahezu alle Befragten mit Organisationen und Unternehmen kooperieren. Viele haben vor, ihre Kooperationen zu steigern. Hier stellt sich die Frage, wie dieses Potenzial ausgeschöpft werden kann? Denn in der Studie wurde deutlich, dass Transfereinrichtungen, die Kooperationsmöglichkeiten herstellen sollen, bisher in den Geisteswissenschaften irrelevant waren. Vielmehr bemühen sich die Professoren durch eigene Netzwerke selbst um Kontakte. Daher könnten die Transferstellen verstärkt die geisteswissenschaftlichen Professoren als Zielgruppe „entdecken“. Die meisten Befragten geben zudem an, dass Kooperationen durch zu viel Bürokratie seitens der Uni gehemmt würden. Hier könnte der Freiraum erhöht werden.


Über die Autorinnen

Dipl. Psych. Svea Steinweg promoviert an der RUB bei Prof. Heinrich Wottawa und lehrt als Gastdozentin in der Fakultät für Psychologie. Sie arbeitet als Management-Beraterin in der Akademie der Ruhr-Uni. Kontakt: svea.steinweg@rub.de; Dipl. Psych. Alexandra Martz promoviert an der Uni München bei Prof. Lutz von Rosenstiel.
Beide werden im Graduiertennetzwerk des Forschungsprogramms „Lernkultur Kompetenzentwicklung“ aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung sowie des Europäischen Sozialfonds gefördert. Verantwortlich für die Studie ist die Akademie der Ruhr-Universität gGmbH; Prof. Wottawa betreut die Analyse der anonymisierten Daten, die noch nicht abgeschlossen ist.

Svea Steinweg & Alexandra Martz
pfeil  voriger Artikel Themenübersicht nächster Artikel   pfeil
 
 
Zum Seitenanfang  Seitenanfang | Druckfassung dieser Seite
Letzte Änderung: 29.04.2005| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik