Ruhr-Universität Bochum zur Navigation zum Inhalt Startseite der RUB pix
Startseite UniStartseite
Überblick UniÜberblick
A-Z UniA-Z
Suche UniSuche
Kontakt UniKontakt

pix
 
Das Siegel
Naturwissenschaften Ingenieurwissenschaften Geisteswissenschaften Medizinische Einrichtungen Zentrale Einrichtungen
pix
RUBENS - Zeitschrift der RUB
RUBENS- Startseite

Lesen
Aktuelle Ausgabe
Archiv
¤Ausgabe Nr. 97
  ¤Artikel
pdf-Dateien

Service & Kontakt
Mediadaten
Redaktion
E-Mail Service
Kontakt

Volltextsuche
pix RUBENS - Zeitschrift der Ruhr-Universität
Nachrichten, Berichte und Meinungen
 
 
 
    
pix
Artikel » Ausgabe 97 »Archiv » RUBENS » Pressestelle » Ruhr-Universität
pix pix
RUBENS 97

1. Mai 2005

Nicht auf den WG-Kumpel hören

Interview: Nach einem Jahr Studienkontenmodell zieht Britta Juhre Bilanz



StKFG: Dieses kryptische Kürzel steht für Studienkonten- und -finanzierungsgesetz NRW, das seit dem 1.4.2004 gilt. So genannte Langzeitstudierende, Studierende im Zweitstudium und solche über 60 müssen Studiengebühren bezahlen. 650 Euro pro Semester und Person nimmt das Land auf diese Weise ein. Und was bringt es der RUB? Britta Juhre (Dezernat 6, Informations- und Kommunikationsdienste, Studierendenservice) hat die Umsetzung des Studienkontenmodells vorbereitet und die Beratungsmöglichkeiten aufgebaut. Im Gespräch mit Jens Wylkop zieht sie eine erste Bilanz.


RUBENS: Lässt sich der Beratungsaufwand und -bedarf beziffern?

Juhre: Am Anfang war er natürlich sehr hoch, inzwischen können wir besser einschätzen, wann die Leute kommen: während der Rückmeldefristen und vor allem, wenn die Fristen abgelaufen sind. Dann fällt ihnen plötzlich ein: „Hoppla, da war ja noch was“. Leider kommen die Studierenden häufig erst dann zu uns, wenn es brennt. Deshalb haben wir uns entschlossen, die Gebührenbescheide sozusagen als „Erinnerung“ ab sofort wieder in jedem Semester zu verschicken.

RUBENS: Wie viel Personal ist nötig, um die Beratung zu leisten?

Juhre: Anderthalb Stellen wurden dafür neu eingerichtet, dazu kommt die Hälfte meiner Stelle. Wir beraten regelmäßig in Sprechstunden, am Telefon sowie per E-Mail.

RUBENS: Lassen Studierende in Beratungsgesprächen auch ihren persönlichen Unmut an Ihnen aus?

Juhre: Natürlich. Es gibt zwar fast nur Positives zu berichten, ab und zu reagieren Leute jedoch sauer, wenn sie zum Beispiel eine Frist verpasst haben. Schlimm ist auch, wenn Gerüchte kursieren oder manche Studierende in verschiedenen Beratungen unterschiedliche Aussagen bekommen. Die Situation hat sich jedoch insgesamt dadurch beruhigt, dass die Leute gelernt haben: Es ist besser, zur offiziellen Beratung zu gehen als auf den WG-Kumpel zu hören! Man kann anderen Beratungseinrichtungen auch keinen Vorwurf machen: Häufig nehmen die Studierenden vage Aussagen anderer als bare Münze, statt direkt zu uns zu kommen.

RUBENS: Von Anfang an gab es Härtefallregelungen, zum Beispiel für studierende Eltern, Tätigkeit im Asta oder für Studierende, die unmittelbar vor der Prüfung stehen. Nun wurde zusätzlich eine Orientierungsphase eingeführt: Was hat es damit auf sich und wie viele können davon Gebrauch machen?
Juhre: Die Orientierungsphase gilt rückwirkend für einen Fach- oder Studiengangwechsel in den ersten beiden Hochschulsemestern. Die Regelung geht zurück auf ein Urteil vom Dezember 2004. Rund 2.500 Studierende der Ruhr-Uni haben das bisher geltend gemacht, dazu kommen 100 bis 200 von anderen Unis, die jetzt hier studieren.

RUBENS: Bekommen diese Studenten ihr Geld zurück?

Juhre: Das hängt davon ab, ob sie bei der Neuberechnung Guthaben auf ihrem Studienkonto hatten oder nicht. Nur wer durch die vorherige Regelung zu früh gebührenpflichtig war, bekommt seine Gebühren erstattet. An der Ruhr-Uni betrifft das 72 Studierende.

RUBENS: Versuchen wir mal, eine Kosten-Nutzen-Rechnung aufzustellen: Lohnt sich der Beratungs- und Verwaltungsaufwand?

Juhre: Das ist eine schwierige Frage. Aus dem Beratungsbedarf der Studierenden entstehen natürlich Folgeprobleme, so wird zum Beispiel die Rückmeldung in diesen Fällen wesentlich aufwändiger, was auch das Studierendensekretariat betrifft. Ich denke, für die Studierenden lohnt es sich jedoch, weil wir im Gegensatz zu manchen anderen Hochschulen einer umfassenden Beratung große Bedeutung beigemessen haben.

RUBENS: Und für das Land?

Juhre: Ich vermute, für das Land hat es sich bisher finanziell nicht gelohnt. Wahrscheinlich hätte man das Geld besser aus anderen Haushaltsposten nehmen sollen, statt Studienkonten einzuführen.

RUBENS: Ein Vorteil für die Ruhr-Uni könnte eine gewissermaßen „bereinigte“ Statistik sein. Die derzeit Eingeschriebenen sind „echte“ Studenten?

Juhre: Ja, aber es gibt noch einige Schlupflöcher, so dass noch ein paar Karteileichen dabei sind. Die große Masse der Semesterticket-Erschleicher gibt es aber nicht mehr.

RUBENS: Wird das Schlupfloch Promotion in absehbarer Zeit gestopft?

Juhre: Ich glaube nicht. Dafür ist die Promotion insgesamt zu heterogen und von Fakultät zu Fakultät anders geregelt.

Zahlen & Fakten
Wer mit dem Studienkontenmodell zu tun hat, jongliert mit Zahlen. Ein paar Beispiele sollen verdeutlichen, um welche Dimensionen es geht: Von rund 36.000 Eingeschriebenen im Wintersemester 2003/04 haben knapp 9.000 einen Gebührenbescheid vor dem Sommersemester 2004 bekommen, etwa 6.000 davon haben sich exmatrikuliert. Die Zahl gebührenpflichtiger Studierender im vergangenen WS lag bei ca. 3.800, davon war die Hälfte durch Härtefallregelungen, Bonusguthaben oder die rückwirkende Orientierungsphase von den Gebühren befreit. Und: Nicht jeder Gebührenpflichtige muss den vollen Betrag von 650 Euro pro Semester zahlen, auch hier gibt es Ausnahmen über die Härtefallregelungen. Das Land NRW hat also im Wintersemester 2004/05 maximal 1,2 Mio. Euro (1.900 x 650) aus der Ruhr-Uni eingenommen.

Infos und Beratung rund um das Studienkontenmodell gibt es unter: www.rub.de/studienkonto

jw
pfeil  voriger Artikel Themenübersicht nächster Artikel   pfeil
 
 
Zum Seitenanfang  Seitenanfang | Druckfassung dieser Seite
Letzte Änderung: 29.04.2005| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik