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RUBENS 96

1. April 2005

Bestens im Bilde

Der Studierendenmonitor läutet eine neue Zeitrechnung an der Ruhr-Uni ein


Was hat die neue Uhr auf der Unibrücke mit dem Studierendenmonitor zu tun? Eigentlich erfüllt die neue Uhr drei Aufgaben. Während sie zum einen endlich wieder die exakte Zeit angibt (wenn sie auch schwer zu erkennen ist) und zum anderen – durch das Siegel – das gestärkte Selbstbewusstsein der Ruhr-Uni wiederspiegelt, steht sie drittens für eine neue Zeitrechnung. Diese wird geprägt sein durch ein besseres Verständnis für die Studierenden der Ruhr-Uni.
Die Uni sammelt deshalb - in Abstimmung mit dem Datenschutzbeauftragten - Daten über ihre Studierenden. Geliefert werden sie von der „Pilotstudie zur Entwicklung eines Studierendenmonitors Ruhrgebiet“ des Zentrums für Interdisziplinäre Ruhrgebietsforschung; federführend sind der Sozialwissenschaftler Prof. Peter Strohmeier und der Diplomgeograf Tobias Terpoorten. Sie haben bei der Einschreibung zum Wintersemester 04/05 rund 750 (freilwillige) Erstsemester befragt. Mittels zwölf Fragen sollte deren sozialer Hintergrund ermittelt werden: Status der Eltern, Finanzierung des Studiums etc.
Diese Daten wurden mit einer Studie des Hochschulinformations-Systems für Nordrhein-Westfalen verglichen. Dabei wurden die zuletzt in RUBENS (94) zitierten Ergebnisse erhärtet: An der Ruhr-Uni studieren vergleichsweise wenig junge Menschen aus gehobenen bzw. hohen sozialen Herkunftsgruppen; dafür ist der Anteil aus der niedrigen Gruppe höher als im Landesdurchschnitt. Zudem finanzieren 90 Prozent der befragten Erstsemester der Ruhr-Uni ihr Studium per Nebenjob (landesweit für alle Studierenden: 67 Prozent; bundesweit: 59 Prozent). Da ihnen diese Zeit fürs Studium fehlt, verwundert es nicht, dass Bochumer Studierenden länger bis zum Abschluss brauchen als ihre Kommilitonen in Aachen.
Darüber hinaus haben Strohmeier und Terpoorten in die Studierendenstammdatei der Ruhr-Uni geschaut. Basis für ihre anonymisierten Analysen waren laut Tobias Terpoorten jene knapp 23.000 Studierenden, deren Heimatanschrift im Ruhrgebiet liegt. Es zeigte sich zum einen, dass die große Zahl der Studierenden – wie vermutet – aus Bochum und den unmittelbaren Nachbarstädten stammt. Zum anderen wird klar, dass sich die Herkunft nicht gleichmäßig auf die sog. Sozialraumtypen verteilt. Grundsätzlich werden sechs Typen (Cluster) identifiziert: zwischen 1 („beste Lage“ wie Stiepel) und 6 („sozialer Brennpunkt“ wie Essen Vogelheim). Gerade aus solch extremen Gegenden kommen die wenigsten der an der Ruhr-Uni Immatrikulierten. Stattdessen kommen sie zu zwei Dritteln aus den Clustern 2 (wie Linden) und 4 (wie Riemke).
Die Pilotstudie ist laut Prof. Strohmeier natürlich nur der Beginn eines umfassenden Studierendenmonitors für die Ruhr-Uni. So sollen die Befragungen von Neuimmatrikulierten verstetigt und die Datenmenge erhöht werden. Wenn man z. B. erfährt, dass nur wenige Studierende der Ruhr-Uni von bestimmten Schulen der Umgebung kommen, kann der Kontakt zu diesen Schulen verstärkt werden.
Womöglich soll mit Hilfe des bereits jetzt eingesetzten Geografischen Informationssystems (GIS) zusätzlich ein „Bildungsmonitor Ruhrgebiet“ etabliert werden, der Bewegungen und Biografien von der Grundschule über die weiterführende Schule bis hin zur Hochschule festhält. An diesem Bildungsmonitor sind neben den Hochschulen der Region auch verschiedene Kommunen sowie der Regionalverband Ruhr interessiert.

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Letzte Änderung: 31.03.2005| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik