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RUBENS 96

1. April 2005

Exkursion mit Folgen

Studierende machen Vorschläge für die Nachwuchsrekrutierung bei RWE


RWE – drei Buchstaben, von denen keiner so richtig weiß, wofür sie stehen. „Irgendwas mit Braunkohle und Strom“, fällt einigen Studierenden immerhin ein. 15 von ihnen machten sich auf, dieser Ahnungslosigkeit auf den Grund zu gehen. Möglich gemacht hatte dies ein Workshop von Kobra (Koordinierungs- und Beratungsstelle für den Berufseinstieg der Ruhr-Uni) und dem Career Service der Uni Münster. Übergeordnetes Thema war die „Sicherung des ingenieurwissenschaftlichen Nachwuchses“ des Energiekonzerns, dessen drei Buchstaben für Rheinisch-Westfälisches Elektrizitätswerk stehen.

Bevor sich die Studierenden damit auseinander setzten, erwartete sie eine Einführungsveranstaltung in der Essener Konzernzentrale – der 1997 fertiggestellte Turm ist mit 162 Metern und 29 Stockwerken das höchste Bürogebäude in Nordrhein-Westfalen. Bei Kaffee und Brötchen zeigte sich schnell: Das ehemalige regionale Braunkohleunternehmen hat sich zu einem international agierenden Konzern entwickelt; neben der Stromerzeugung werden auch Wasser- und Gasgeschäfte sowie Energiehandel betrieben. Überall werden qualifizierte Mitarbeiter gesucht – Schwierigkeiten bereitet dem Unternehmen vor allem die zunehmend mangelnde Zahl an qualifizierten Ingenieuren.

Anschließend ging es für die Studierenden an die „Basis“: in das riesige Braunkohleabbaugebiet Garzweiler. Die dort abgebaute Kohle dient RWE zur Stromerzeugung in nahegelegenen Kraftwerken. Dabei darf der Konzern nicht nur den Kohleabbau im Blick haben: Umsiedlungen von Dörfern und Eingriffe in die Umwelt müssen möglichst schonungsvoll gestaltet werden. Um die bleibenden Veränderungen der Landschaft zu minimieren, werden z. B. „ausgekohlte“ Bereiche des Tagebaus wieder mit Löß, Sand und Kies aufgefüllt. Teile des Abbaufeldes Frimmersdorf/Garzweiler wurden so bereits rekultiviert.

Der Crash-Kurs machte die Studierenden fit für den Workshop im RWE-Bildungszentrum in Wanderath. Je vier Teilnehmer, nach Fächern und Unis gemischt, bildeten eine Gruppe und hatten zwei Stunden Zeit, Strategien zur Sicherung des Nachwuchses bei RWE zu erarbeiten. Es wurde diskutiert und im Internet recherchiert, Themen wurden entwickelt und wieder verworfen. Schließlich sollte eine 10-minütige Präsentation entworfen werden, um die eigenen Ergebnisse den anderen Teilnehmern vorzustellen. Die Vorschläge gingen meist in die gleiche Richtung: Wichtig sei es, schon in der Grundschule auf die Bedeutung von Ingenieurwissenschaften aufmerksam zu machen. Zudem müssten Studierende besser betreut werden, und der RWE-Konzern müsse an seinem Image arbeiten, um als attraktiver Arbeitgeber zu gelten.

Zum Abschluss des Workshops wählten die Teilnehmer die besten Vorschläge aus. Diese wurden von Vertretern der vier Gruppen später noch einmal neu zusammengestellt und ausformuliert. Das Gesamtergebnis stellten die Studierenden schließlich Mitarbeiterinnen aus dem Personalmarketing der RWE vor. Diese waren positiv überrascht von den Ideen der Studierenden. „Einige der Vorschläge werden wir sicherlich umsetzen“, versprach Annette K. Nimzik, verantwortlich für das Personalmarketing im Konzern.

Kerstin Weise & Jürgen Voss
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Letzte Änderung: 31.03.2005| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik