Exkursion mit
Folgen
Studierende
machen Vorschläge für die Nachwuchsrekrutierung
bei RWE
RWE drei Buchstaben, von denen keiner so richtig
weiß, wofür sie stehen. Irgendwas mit
Braunkohle und Strom, fällt einigen Studierenden
immerhin ein. 15 von ihnen machten sich auf, dieser
Ahnungslosigkeit auf den Grund zu gehen. Möglich
gemacht hatte dies ein Workshop von Kobra (Koordinierungs-
und Beratungsstelle für den Berufseinstieg der
Ruhr-Uni) und dem Career Service der Uni Münster.
Übergeordnetes Thema war die Sicherung des
ingenieurwissenschaftlichen Nachwuchses des Energiekonzerns,
dessen drei Buchstaben für Rheinisch-Westfälisches
Elektrizitätswerk stehen.
Bevor sich die Studierenden damit auseinander setzten,
erwartete sie eine Einführungsveranstaltung in
der Essener Konzernzentrale der 1997 fertiggestellte
Turm ist mit 162 Metern und 29 Stockwerken das höchste
Bürogebäude in Nordrhein-Westfalen. Bei Kaffee
und Brötchen zeigte sich schnell: Das ehemalige
regionale Braunkohleunternehmen hat sich zu einem international
agierenden Konzern entwickelt; neben der Stromerzeugung
werden auch Wasser- und Gasgeschäfte sowie Energiehandel
betrieben. Überall werden qualifizierte Mitarbeiter
gesucht Schwierigkeiten bereitet dem Unternehmen
vor allem die zunehmend mangelnde Zahl an qualifizierten
Ingenieuren.
Anschließend ging es für die Studierenden
an die Basis: in das riesige Braunkohleabbaugebiet
Garzweiler. Die dort abgebaute Kohle dient RWE zur Stromerzeugung
in nahegelegenen Kraftwerken. Dabei darf der Konzern
nicht nur den Kohleabbau im Blick haben: Umsiedlungen
von Dörfern und Eingriffe in die Umwelt müssen
möglichst schonungsvoll gestaltet werden. Um die
bleibenden Veränderungen der Landschaft zu minimieren,
werden z. B. ausgekohlte Bereiche des Tagebaus
wieder mit Löß, Sand und Kies aufgefüllt.
Teile des Abbaufeldes Frimmersdorf/Garzweiler wurden
so bereits rekultiviert.
Der Crash-Kurs machte die Studierenden fit für
den Workshop im RWE-Bildungszentrum in Wanderath. Je
vier Teilnehmer, nach Fächern und Unis gemischt,
bildeten eine Gruppe und hatten zwei Stunden Zeit, Strategien
zur Sicherung des Nachwuchses bei RWE zu erarbeiten.
Es wurde diskutiert und im Internet recherchiert, Themen
wurden entwickelt und wieder verworfen. Schließlich
sollte eine 10-minütige Präsentation entworfen
werden, um die eigenen Ergebnisse den anderen Teilnehmern
vorzustellen. Die Vorschläge gingen meist in die
gleiche Richtung: Wichtig sei es, schon in der Grundschule
auf die Bedeutung von Ingenieurwissenschaften aufmerksam
zu machen. Zudem müssten Studierende besser betreut
werden, und der RWE-Konzern müsse an seinem Image
arbeiten, um als attraktiver Arbeitgeber zu gelten.
Zum Abschluss des Workshops wählten die Teilnehmer
die besten Vorschläge aus. Diese wurden von Vertretern
der vier Gruppen später noch einmal neu zusammengestellt
und ausformuliert. Das Gesamtergebnis stellten die
Studierenden schließlich Mitarbeiterinnen aus
dem Personalmarketing der RWE vor. Diese waren positiv
überrascht von den Ideen der Studierenden. Einige
der Vorschläge werden wir sicherlich umsetzen,
versprach Annette K. Nimzik, verantwortlich für
das Personalmarketing im Konzern.
Kerstin
Weise & Jürgen Voss
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