Ruhr-Universität Bochum zur Navigation zum Inhalt Startseite der RUB pix
Startseite UniStartseite
Überblick UniÜberblick
A-Z UniA-Z
Suche UniSuche
Kontakt UniKontakt

pix
 
Das Siegel
Naturwissenschaften Ingenieurwissenschaften Geisteswissenschaften Medizinische Einrichtungen Zentrale Einrichtungen
pix
RUBENS - Zeitschrift der RUB
RUBENS- Startseite

Lesen
Aktuelle Ausgabe
Archiv
¤Ausgabe Nr. 96
  ¤Artikel
pdf-Dateien

Service & Kontakt
Mediadaten
Redaktion
E-Mail Service
Kontakt

Volltextsuche
pix RUBENS - Zeitschrift der Ruhr-Universität
Nachrichten, Berichte und Meinungen
 
 
 
    
pix
Artikel » Ausgabe 96 »Archiv » RUBENS » Pressestelle » Ruhr-Universität
pix pix
RUBENS 96

1. April 2005

Editorial

Geist für Geld

Endlich werden die Geisteswissenschaftler wieder hofiert - hoffentlich nachhaltig. Nachdem sie in Hamburg wohl arg Federn lassen müssen, auch in anderen Bundesländern nicht gerade glimpflich aus den Kürzungsorgien herauskommen, und nachdem sie selbst bislang lang genug versäumten, das bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft für sie bereitgestellte Geld abzuholen, stehen sie - zumindest in Bochum und Nordrhein-Westfalen - wieder im Rampenlicht.
Das Rektorat z.B. ermuntert sie seit einigen Wochen, zur Profilierung der Ruhr-Uni beizutragen. Dazu hat es einen "Global Change Wettbewerb" für Geistes- und Gesellschaftswissenschaften ausgerufen - und diesen zugleich zum Gegenstand der kürzlich geschlossenen Zielvereinbarung II mit dem NRW-Wissenschaftsministerium (MWF) gemacht.
Am 25. Februar zog das MWF nach. Es startete unter dem Titel "Geisteswissenschaften gestalten Zukunftsperspektiven" einen "Exzellenzwettbewerb" und wirft über 3,5 Mio. Euro in die Trommel. Das Ministerium spricht alle Geistes- und Kulturwissenschaftler an, "die sich mit Themen wie Sprache, Philosophie, Medien, Kunst, Erziehung, Geschichte, Bildung oder Gesellschaft auseinandersetzen" und fordert sie auf, sich u.a. Gedanken zu machen über die "friedfertige Gesellschaft". "Der friedfertige Umgang mit Konflikten sowie das Zusammenleben verschiedener Generationen sind Themen, die uns jetzt und künftig bewegen. Wir bieten unseren Wissenschaftlern einen Anreiz, sich diesen Herausforderungen zu stellen und in der gesellschaftlichen Debatte wichtige Impulse zu geben", so Wissenschaftsministerin Kraft.
Geschenke erhalten die Freundschaft, Geschenke gibt es an Geburtstagen, Namenstagen und erst recht zu Weihnachten. Zu Weihnachten wurde es auch in den Hochschulen erwartet - es gab entsprechende Hinweise aus Düsseldorf. Nun ist es doch etwas später geworden: Das Geschenk kam in den Semesterferien - Entschuldigung, in der vorlesungsfreien Zeit. Da aber sitzen die meisten Geistes- und Gesellschaftswissenschaftler zurecht zu Hause und korrigieren Klausuren, lesen Aufsätze und Bücher, kommen endlich zu ihrer Forschung, präsentieren sie auf Tagungen oder bereiten bereits die Vorlesungen und Seminare des kommenden Semesters vor. Und das Ministerium lässt ihnen nur knapp sieben Wochen Zeit, sich um das Geschenk zu bemühen, sprich Anträge einzureichen - bis Mitte April. Da werden wohl nur jene zum Zuge kommen, die fertige Anträge aus der Schublade holen können.
Was also wie ein Geschenk des Himmels erscheinen mag, ist vielleicht doch nur dem Wahlkampf geschuldet. "Einem geschenkten Gaul blickt man nicht in dem Maul" sagt - nach Hieronymus - der Volksmund und lebt in der Gefahr, dass sich der Klepper vielleicht sogar als "Danaergeschenk" erweisen wird, als das Holzpferd, in dessen Maul die Trojer versäumt haben hineinzuschauen ...

jk
pfeil  voriger Artikel Themenübersicht nächster Artikel   pfeil
 
 
Zum Seitenanfang  Seitenanfang | Druckfassung dieser Seite
Letzte Änderung: 31.03.2005| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik