Theater im MZ
Kammertragödie
Nach den Inszenierungen "Das Spiel vom Fragen"
und "MEZ" (zusammen mit Robin Junicke) wagen
sich Thorsten Sperzel und Mareike Möller (beide studieren
Theaterwissenschaft an der RUB) nun an "2 Brüder,
eine Kammertragödie in 53 Tagen" von Fausto
Paravidino, einem vielversprechenden jungen Dramatiker
aus Italien. Unterstützt werden die beiden Theatermacher
von ihrer Truppe "T-ATER", einem buntgemischten
Ensemble theaterinteressierter Freunde, Bekannter, Nichtstudierender
und Studierender. Inhalt und Inszenierung versprechen
einen spannenden Abend, der durch das offene, minimalistische
Bühnenbild und Diaprojektionen viele ästhetische
Anreize schaffen möchte.
Einziger Ort der Handlung ist die heruntergekommene WG-Küche
der von zwei Brüdern und einer jungen Frau bewohnten
Wohnung. Von Anfang an gibt es Zoff um Alltäglichkeiten,
die Atmosphäre wirkt gestört und klaustrophobisch.
Lev, der jüngere Brüder, hatte Erica am Bahnhof
aufgelesen und eine Beziehung mit ihr begonnen. Obwohl
Erica das Verhältnis für beendet erklärt,
will sie die WG nicht verlassen. Die Situation eskaliert
in wüsten Streits, bei denen Wahrheit und Lüge
miteinander verschwimmen. Als Lev der Enge entflieht,
um seinen Militärdienst abzuleisten, beginnt Erica
ein Verhältnis mit Boris - ein Spiel, das in die
Katastrophe führt.
Noch mehr Stücke
Doch der Theatermonat im MZ hat noch mehr zu bieten.
Bereits am 1. Februar ist dort ein weiteres Mal Schillers
Klassiker "Die Räuber" zu sehen (s.u.
). Außerdem präsentiert die Gruppe Scheinkind
ihr neues Stück. Unter Regie von Anna Röckl
haben sich sechs Studierende zur Produktion "Eine
Mittsommernachtssexkomödie" zusammengefunden.
Woody Allens Stück, es ist angelehnt an den Sommernachtstraum
von Shakespeare, steckt voller Wortwitz, Slapstick und
komischer Charaktere. Drei Pärchen in einem Sommerhaus
begeben sich in ein verzwicktes Bäumchen-wechsel-dich-Spiel
voller Irrungen und Wirrungen. Den Abschluss des Semesters
bilden drei Aufführungen der "Vagina Monologe"
von Eve Ensler (Regie: Linda Wotzlaw). Sie beruhen auf
Interviews zur weiblichen Vagina. 18 Frauen (von Studentinnen
der RUB gespielt) werden deutlich. Ihre Berichte erzählen
von weiblicher Selbstfindung und sexueller Erfüllung,
aber auch von Gewalt und Unterdrückung. ad
Infos:
"2 Brüder", 5./6.2.05
"Eine Mittsommernachtssexkomödie" 12./13.2.05
"Vagina Monologe", 18.-20.2.05.
Aufführungsbeginn ist jeweils 19.30 h, Studiobühne
des MZ.
Einladung zu RITU: Räuber in Lüttich
Große Ehre für die Studiobühne des Musischen
Zentrums. Sie darf ihre aktuelle Schiller-Inszenierung
"Die Räuber" am 22. Februar zweimal bei
RITU 22 (Rencontre Internationale de Théatre
Universitaire Liège, 22. Internationales Treffen
der Universitätstheater in Lüttich) zeigen.
Die Universität Liège möchte mit dem
RITU-Festival Freude am Spielen und Reisen vermitteln,
eine Bühne für Begegnungen und Entdeckungen
sein. Die Studiobühne der RUB trifft auf Universitätstheater
aus Südafrika, Algerien, Spanien, den USA, Finnland,
Frankreich, Griechenland, Litauen, Mexiko, Holland und
Kanada.
Das Ensemble der Studiobühne, das sich in diesem
Semester aus 13 Studierenden der G-, I- und N-Bereiche
zusammensetzt, wird unter Leitung von Karin Freymeyer
eine stark gekürzte Fassung der "Räuber"
zeigen. Die Handlung spielt heute. Deshalb treiben in
der Räuberbande Männer und Frauen, Deutsche
und Ausländer gemeinsam ihr Unwesen - bis Anführer
Karl erkennt, dass sein gewaltsames Handeln unrecht
ist. Karl, sonst ein sanftmütiger Kerl, wurde durch
eine Intrige seines Bruders Franz in die Hölle
getrieben. In Lüttich spielt die Truppe nachmittags
vor Schülern und Studierenden und abends öffentlich
vor den Festivalgästen.
Info: "Die Räuber" sind auch weiterhin
im Musischen Zentrum der RUB zu sehen: 1. Februar, 16.
und 17. April, je 19.30 h
ad
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