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RUBENS 95

1. Februar 2005

Leserbriefe

Ihre Meinung


Betriebsarzt der RUB auf internationalen Auslandseinsätzen
Zu Ihrem Artikel über meine Auslandseinsätze halte ich bei einem Aspekt eine Klarstellung für erforderlich. Begehungen der Arbeitsplätze an der RUB führen wir nicht "ab und an" durch, sie sind ganz im Gegenteil ein besonders wichtiger, integraler Bestandteil unserer Tätigkeit. So führen wir gemeinsam mit dem Hauptsicherheitsingenieur und den Personalräten in regelmäßigen Abständen Begehungen aller Bereiche der RUB durch. Auch wenn uns natürlich die verschiedenen Gefährdungen der Mitarbeiter bewusst sind, so ist doch die Arbeitssicherheit und Gesundheit eines Verwaltungsmitarbeiters genau so wichtig wie bei jedem anderen Kollegen. Dr. Dirk Hannemann, Betriebsarzt für die RUB

Zwei Anmerkung zu den Beiträgen "Malocheruni" und "Nachgefragt" (RUBENS 94, 1.1.05)
Das was in den Artikeln zum Spiegel-Ranking steht, kann ich uneingeschränkt unterstützen. Es gäbe da aber auch noch Methodisches anzumerken, was dieses Ranking von einer seriösen Untersuchung unterscheidet. So gibt es keine Angabe zur Stichprobengröße. Es wird nur gesagt, wie viele Studierende sich insgesamt beteiligt haben, nicht wie viele es an den einzelnen Unis waren. Für mich spielt es schon eine Rolle, ob es aus Bochum 500 oder 5000 waren.
Zum zweiten erwarte ich von einer seriösen Studie, dass sie mir Aufschluss gibt, wo wir besonders schwach sind und was als erstes verbessert werden muss. Es gibt aber nur eine Angabe, was gefragt wurde, nicht jedoch wie die Ergebnisse zur letztendlichen Reihung im Ranking verrechnet wurden. Wenn sie an die Sache einen Statistiker oder seriösen Meinungsforscher dransetzen, werden sie vermutlich ein verheerendes Urteil zur Methodik bekommen, ganz anders als beim Focus-Ranking, wo wir auch nicht gerade brilliert haben.
Beim Focus-Ranking ist aber klar nachvollziehbar, wo wir schlecht abgeschnitten haben und wie das zum Gesamtergebnis geführt hat. Bei Focus sind in der Biologie vergleichsweise schlecht bewertet worden 1. Die Betreuungsrelation und 2. Die Promotionsquote. Zu Punkt 1 muss gefragt werden, wie in einem harten NC Fach der Unterschied in der Betreuungsrelation zustande kommen kann. Eigentlich doch wohl nur, indem zugelassenen Studierende nicht kommen oder wieder gehen. Spricht so etwas für die gute Betreuungsrelation von Göttingen? Zu Punkt 2 ist festzustellen, dass Universitäten mit mehreren biologischen Großforschungseinrichtungen oder Max Planck Instituten im Umfeld hohe Quoten aufweisen. Das ist selbstverständlich und keine Leistung der Fakultäten und berührt mich als Verantwortlichen für die Biologie deswegen auch nur peripher.
Beim Spiegel-Ranking kann ich mir solche Gedanken aber überhaupt nicht machen, da alle relevanten Informationen fehlen. So gesehen lässt diese Studie (oder die Art wie sie journalistisch aufbereitet wurde) alles vermissen, was ein Naturwissenschaftler von einer soliden Analyse erwarten würde. Prof. Dr. Thomas Stützel, Lehrstuhl Spezielle Botanik und Botanischer Garten

Niemand sollte erschrocken dreinblicken, wenn Studien plötzlich zu belegen scheinen, dass die Studierenden der Ruhr-Universität zu großen Teilen aus bildungsferneren Schichten stammen. Wenn die Politik vor allem die Quantität der Absolventen zum Maßstab ihrer Mittelvergabe erhebt, tritt sie die Gründungsidee dieser Universität mit Füßen: Sie wurde geschaffen, um den unterprivilegierten "Kindern des Ruhrgebiets" eine Bildungsperspektive zu eröffnen. Und an dieser Notwendigkeit hat sich bis heute wenig geändert. Das zeigt nicht nur die Studie des Studentenwerks, sondern auch der hohe Anteil nicht deutschstämmiger Studenten. Besonders letzterem Aspekt wird bislang kaum Beachtung geschenkt; die Universität ist in hohem Maß ein Ort für Integration - mit allen Schwierigkeiten, die damit verbunden sind.
Wenn im Spiegel nun eine Rangliste veröffentlicht wird (und man wird unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten das Ganze wohl kaum "Untersuchung" oder "Studie" nennen dürfen), dann ist die Platzierung der Ruhr-Universität angesichts der Kriterien ("Topstudenten") beinahe schon erwartungsgemäß. Die große Gefahr besteht bei flüchtiger Betrachtung nun darin, von der Platzierung auf die Qualität der Lehre und Forschung zu schließen. Das wäre ebenso falsch wie fatal.
Falsch, weil etwa an der elitären Bucerius Law School in Hamburg eine gänzlich andere Betreuung möglich ist als in überfüllten Hörsälen oder Seminaren. Aber allein aus diesem Grund ist die Lehre in Bochum nicht miserabel. Ich behaupte, dass so genannte Topstudenten von anderswo mit der Bochumer Ausbildung auch nicht wesentlich schlechter ihr Studium abschlössen. Denn sie sind sicherlich nicht per se intelligenter, selbst wenn deren familiäres Umfeld eine frühzeitige Förderung der vorhandenen Potenziale begünstigt und ihnen einen Entwicklungsvorsprung verschafft haben mag.
Verhängnisvoll wäre der Schluss von der Platzierung auf die Qualität der Ausbildung deshalb, weil viele genau diesem Irrtum erliegen und die "guten" Studenten zukünftig einen Bogen um Bochum machen werden. An dieser Stelle - bei der Qualität der Lehre - muss die Universität ansetzen: durch umfassende und strenge Evaluation, Stärkung der Tutoren- und Mentorenprogramme, Förderung innovativer Lehrangebote sowie nicht zuletzt kluger und öffentlichkeitswirksamer Imagepolitik und -pflege. Dr. Holm Putzke (Wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Kriminologie, Kriminalpolitik und Polizeiwissenschaft)






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Letzte Änderung: 01.02.2005| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik