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RUBENS 94

3. Januar 2005

Plasmaphysik

Neues Fusionsexperiment


Angesichts der drohenden Energieverknappung kommt der Erforschung neuer Energiequellen besondere Bedeutung zu. Eine Quelle ist die Kernfusion, bei der Energie nach dem Vorbild der Sonne erzeugt wird. Dabei verschmelzen Wasserstoffkerne unter Freisetzung großer Energiemengen – die Brennstoffe sind praktisch unerschöpflich. Die internationale Fusionsforschung hat mit ihren Experimentieranlagen bewiesen, dass sie die physikalischen Prinzipien zur Zündung des Fusionsfeuers kennt. Nun muss gezeigt werden, dass ein wirtschaftlicher Betrieb im Kraftwerksmaßstab möglich ist. Ein wichtiger Schritt ist der in weltweiter Kooperation geplante Bau des 500 Megawatt Experimentalreaktors ITER („der Weg“). Ob die Forscher den Dauerbetrieb realisieren können, hängt besonders davon ab, ob sie die Belastung der Wände und deren Lebensdauer beherrschen. Dabei spielen die Physik am Rand eines Fusionsplasmas und die Wechselwirkung des Plasmas mit den umgebenden Oberflächen entscheidende Rollen. Die Plasmaphysiker der RUB beteiligen sich an der Erforschung dieser Plasma-Wand-Wechselwirkung am neu gegründeten Virtuellen Institut „ITER-Relevant Plasma Boundary Physics“, das die Kompetenz des Forschungszentrums Jülich, der Uni Düsseldorf und der RUB bündelt. Das Projekt wird durch die Helmholtz-Gemeinschaft gefördert.
In den Laboren der experimentellen Plasmaphysik der RUB werden Phänomene des Transportes von Verunreinigungen in Wasserstoffplasmen und die Zerstäubung von plasma-exponierten Oberflächen mit modernen Methoden der Plasma- und Oberflächendiagnostik untersucht. Die theoretische Plasmaphysik der RUB unterstützt diese Experimente durch theoretische Vorhersagen, die mit modernsten Rechenverfahren ermittelt werden. Damit wird ein wichtiger Baustein für die Realisierung eines zukünftigen Fusionskraftwerkes geliefert.

 

Prof. Achim von Keudell (AG Reaktive Plasmen)
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Letzte Änderung: 03.01.2005| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik