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RUBENS 94

3. Januar 2005

Serie: Medizinhistorische Sammlung

Auf der Bergbauroute


Ende 2004 war es soweit: Seitdem ist für jeden Besucher vor Ort erkennbar, dass der Malakowturm Julius Philipp Teil der „Westfälischen Bergbauroute“ ist. Eine neben dem Turm aufgestellte Informationstafel dieser „Themenroute“ informiert über die Geschichte des Förderturms und der Zeche, eine historischen Fotografie zeigt den Turms in den 1920er-Jahren. Damals war die Zeche Julius Philipp bereits weitgehend stillgelegt. Bis zur Renovierung des Gebäudes sollten noch rund 70 Jahre vergehen. 70 Jahre, in denen die Aufmerksamkeit für „Industriedenkmäler“ im Ruhrgebiet entstand und ihre wichtige Funktion für das Selbstverständnis der Menschen dieser Region erkannt wurde.

Ästhetische Fördertürme

Die „Westfälische Bergbauroute“ ist Teil der „Route Industriekultur“. Nähere Infos sind über das Internet (www.route-industriekultur.de) oder über eine Broschüre zugänglich. Die Broschüre, deren Titelblatt den Malakowturm Julius Philipp zeigt, kostet 3,50 Euro und kann im Besucherzentrum der Route Industriekultur (Zeche Zollverein) gekauft oder online bestellt werden.
Neben dem Malakowturm Julius Philipp gehören einige weitere Malakowtürme zur Route. Die Schachttürme stammen fast alle aus den 1850er- bis 1870er-Jahren. Sie wurden gebaut, weil die zunehmenden Fördertiefen immer stabilere Konstruktionen notwendig machten, um die nun auftretenden, großen Kräfte aufzufangen. Typisch für die Malakowtürme ist daher, dass sie besonders dicke, aus Natur- oder Ziegelsteinen gemauerte Wände besitzen. Gusseisen, in dieser Zeit als Bausstoff – etwa für Brücken – etabliert, war zu spröde für die häufigen Lastenwechsel, wie sie für Fördertürme typisch sind.
Die Bauweise ist nicht nur durch die Funktion als Förderturm bestimmt. Ästhetische Aspekte flossen ebenfalls ein, wie die teilweise reich gegliederten Fassaden erkennen lassen. Die oft hoch über die umliegende Bebauung aufragenden Türme wurden auch zu Repräsentationszwecken genutzt. Später verdrängten Konstruktionen aus hochelastischen Stählen die trutzigen Bauten. Da der Übergang zu großen Teufen die Großindustrialisierung im Ruhrgebiet anzeigt, sind die Malakowtürme Zeugnisse dieses Prozesses, der das Gesicht des Reviers nachhaltig prägte.
Ehemals gab es wahrscheinlich mehr als 100 Malakowtürme im Ruhrgebiet, 14 sind noch erhalten. Die Herkunft ihres Namens ist verwickelt. Letztlich leitet er sich vom Namen eines Turmes der Festung Sewastopol ab, die im Krimkrieg eine Schlüsselstellung einnahm. Der Krimkrieg und besonders die Belagerung von Sewastopol waren damals ein viel beachtetes Thema in der Presse. Obwohl der Fall der Befestigungsanlage im September 1855 die Niederlage der russischen Truppen besiegelte, avancierte der Name „Malakow“ in der Folgezeit zu einem Synonym für Stärke, Monumentalität und Belastbarkeit. Schließlich übertrug man ihn auf die neuen Fördertürme. Äußere Ähnlichkeiten zwischen dem Festungsturm und den Schachttürmen bestanden nicht. Der Name „Malakowturm“ ist also als Spitzname im Volksmund entstanden. Als Begriff der Architektur etablierte er sich erst im 20. Jahrhundert.

Körper – Form – Seele

Heute werden die erhaltenen Türme in fünf Gruppen unterteilt. Julius Philipp wird zu den Schachttürmen in Backsteinmauerung mit Strebepfeilern gerechnet. Die Strebepfeiler fingen die seitlich wirkenden Kräfte auf, die durch die neben dem Turm stehende Fördermaschine entstanden. Erbaut wurde der rund 32 m hohe Malakowturm in den 1870er-Jahren. Bereits 1905 wurde die Zeche Julius Philipp weitgehend stillgelegt. 1989 begannen die Renovierungsarbeiten, 1990 zogen der Lehrstuhl für Geschichte der Medizin und die Medizinhistorische Sammlung der RUB in das Gebäude ein. Heute befindet sich neben den Einrichtungen des Lehrstuhls eine Dauerausstellung zur Geschichte der Medizin. Regelmäßig werden auch Sonderausstellungen gezeigt, momentan: „Körper – Form – Seele. Visualisierungen des Ungeborenen und die Diskussion um den Schwangerschaftsabbruch gezeigt“. Bis in den März herein ist der Ausstellungsbereich daher auch am Wochenende geöffnet.

Info: „Körper – Form – Seele“ ist bis zum 13.3.05 zu sehen: Mi 9-12 u. 14-18, Sa 14-18, So 11-18 h, Malakowturm Julius Philipp, Markstr. 258a, -23394, Internet: www.rub.de/malakow/

Stefan Schulz & Melanie Langhans
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Letzte Änderung: 03.01.2005| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik