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RUBENS 94

3. Januar 2005

U 19-Weltmeisterin Annike Krahn im Gespräch

Nachsichtige Dozenten


Zwischen Uni-Alltag und Weltmeister-Rausch, zwischen Bibliothek und Trainingsplatz – turbulente Zeiten durchlebt derzeit Annike Krahn (19), Sportstudentin an der RUB. Vor rund einem Monat reckte sie mit der U 19-Frauenfußball-Nationalmannschaft im Finale gegen China (2:0) den Weltmeister-Pokal in den thailändischen Himmel. Mit der Spielführerin des deutschen Erfolgsteams sprach Rubens-Mitarbeiter Felix Guth.

Rubens: Wie ordnest du diese Erfahrung persönlich ein?

Annike Krahn: Das war ein Supererlebnis. Das Land war toll, aber die Spiele standen natürlich im Vordergrund. Dass wir so weit kommen, hätten wir nicht gedacht. Wir waren ja im Viertelfinale schon fast ausgeschieden. Aber dann die USA zu schlagen und das Endspiel zu gewinnen, das war was Besonderes. Man arbeitet ja schließlich das ganze Jahr darauf hin. Es gehörte aber auch ein bisschen Glück dazu. Für mich war so ein großes Turnier nicht neu. Ich habe vorher schon zwei Europameisterschaften gespielt.

Rubens: Wie siehst du deine sportliche Perspektive?
Annike Krahn: Jetzt muss ich mich erst mal wieder in der Bundesliga beweisen. Ich habe im letzten Jahr schon mal bei der Nationalmannschaft hereingeschnuppert. Da will ich auf jeden Fall wieder hin. Die nächste Juniorinnen-Klasse, die U 21, hat nicht so einen hohen Stellenwert.

Rubens: Wie gelingt dir der Spagat zwischen Leistungssport und Uni-Alltag?
Annike Krahn: Ich habe ja erst im Oktober mit meinem Studium angefangen, aber bislang litt es schon unter dem Aufwand. Zum Glück waren einige Dozenten während der WM-Zeit sehr nachsichtig. Als Frauenfußballerin braucht man ein zweites Standbein, die Alternative „Profi“ gibt es nicht. Deshalb will ich mein Sportwissenschafts-Diplom schaffen. Aber es ist schwierig, fast jeden Tag zu trainieren oder zu spielen und gleichzeitig die Uni-Sachen zu meistern.

Rubens: Wie siehst du die öffentliche Wahrnehmung deiner Sportart?
Annike Krahn: Es ist etwas schwierig. Wenn so wie im Moment der Erfolg da ist, wird Frauenfußball hoch gelobt. Wir konnten die Euphorie aus dem letzten Jahr, als die Frauennationalmannschaft Weltmeister wurde, vielleicht wieder etwas auffrischen. Aber insgesamt würde man sich schon etwas mehr Aufmerksamkeit wünschen.

Felix Guth
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Letzte Änderung: 03.01.2005| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik