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RUBENS 94

3. Januar 2005

Studiobühne im Januar

Vier starke Stücke


Gleich vier neue Werke sind im Januar auf der Studiobühne des Musischen Zentrums zu sehen. Los geht’s am 8. und 9. Januar (je 19.30 h) mit einer Produktion der Theatergruppe Modern Prometheus. Sie zeigt das Stück „Frankenstein“. Mary W. Shelleys moderner Mythos gehört zu den Klassikern der Literatur – nicht erst seit der legendären Verfilmung mit Boris Karloff als missverstandene Kreatur. Die Bochumer Inszenierung kehrt zu den Ursprüngen zurück und haucht dem faszinierenden Stück neues Leben ein. Mit einer neuen Textfassung und der düster-romantischen Musik des Gothic rückt die Figur des ehrgeizigen Wissenschaftlers Viktor Frankenstein in den Mittelpunkt, der sich seinem finstersten Alptraum stellen muss: Seiner eigenen Schöpfung, die er verstoßen hat und die nun droht, alles zu vernichten, was Viktor lieb und teuer ist. Er alleine könnte den Wahnsinn aufhalten – doch dafür müsste er die Verantwortung für das Übernehmen, was er getan hat. (weitere Infos: www.modern-prometheus.de.vu).
Eine Woche später (15./16. Januar, je 19.30 h) zeigt das Theater c2pq „Das Kaffeehaus“, das ursprünglich (1750) von Carlo Goldoni geschrieben und später (1970) von Rainer Werner Fassbinder bearbeitet wurde. Der Kaffeehausklatsch ist Teil der Stadtgespräche Venedigs. Es wird getrunken, weil getrunken werden muss. Es gibt keine Ehrlichkeit, und wenn es sie gibt, wird sie durch reine Gehässigkeit auf dem realen Boden der zwielichtigen Wirklichkeit gestoßen. Während bei Goldoni noch das Gute siegt, verliert das moralische Gerüst des Menschlichen bei Fassbinder jede Gültigkeit. Der Mensch ist fies und gemein, dennoch ist die Kraft der Liebe stärker als alles andere.

Todessehnsucht

Weiter geht’s im Wochenrhythmus. Am 22. und 23. Januar (wie gehabt um 19.30 h) präsentiert das Mords Theater das Stück „Roberto Zucco“ von Bernard M. Koltés. Es zeigt den verzweifelten Ausbruch eines normalen Studenten, der versucht durchsichtig zu sein wie eine Fensterscheibe, damit ihn die Leute nicht sehen. Er ist unsichtbar unter Unsichtbaren, hat Angst vor den Leuten um sich herum, vor den Menschen, die er als potentielle Mörder bezeichnet. Der junge Mann flieht angesichts der schizophrenen Gesellschaft selbst in die Schizophrenie, inszeniert sich seine eigene Utopie und spricht sie heilig. Den eigenen Tod herbeisehnend bringt er ihn anderen auf seiner Flucht (weitere Infos: www.mords-theater.de).
Am letzten Januarwochenende (29./30./31. Januar, je 19.30 h) schließlich steht eine Produktion der Studiobühne auf dem Programm: „Die Räuber“ von Friedrich Schiller. Franz setzt alles daran, seinen Bruder Karl zu enterben und zu verstoßen. Karl, der nach seiner Verbannung nichts mehr zu verlieren hat, schließt sich einer Räuberbande an und lässt sich zum Hauptmann ernennen. Er will Gutes in der Welt bewirken, Gerechtigkeit zwischen Arm und Reich schaffen. Das Böse aber nimmt seinen Lauf. Die Inszenierung des Klassikers verspricht auch im 200. Todesjahr des Dichters alles andere als klassisch zu werden. Als gemischt-geschlechtliche und multiethnische Gruppe werden die Räuber zum Spiegel der heutigen Jugend, des Campus und der Gesellschaft. Zum ersten Mal sind im 13-köpfigen Ensemble Studierende aller Fachrichtungen vertreten.

Infos: Alle Stücke im Überblick: www.rub.de/mz-theater/sites/programm.htm

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Letzte Änderung: 03.01.2005| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik