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RUBENS
- Zeitschrift der Ruhr-Universität
Nachrichten, Berichte und Meinungen
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NC bei Sowis
und Germanisten
Entspannte
Bedingungen
Man hat die Bilder noch vor Augen: Überfüllte
Hörsäle, überforderte Dozenten, orientierungslose
Studenten. Zuletzt versuchten einige Fachbereiche per
internem Numerus Clausus, den Strom an Studierenden wieder
einzudämen. Es waren vor allem geisteswissenschaftliche
Fächer wie Pädagogik, Anglistik, Germanistik
oder die Sozialwissenschaft, die in den vergangenen Semestern
unter den hohen Einschreibungszahlen litten. Wenig verwunderlich
daher, dass gerade diese Fächer einen NC beantragten.
Die Einführung der Beschränkung im
letzten Wintersemester war umstritten, sagt Achim
Henkel, Prodekan für Studienangelegenheiten der Fakultät
für Sozialwissenschaft, aber der NC ist ein
Muss. Die Bedingungen, wie sie vor rund einem
Jahr herrschten, waren für ihn nicht tragbar. Die
Lehre muss ein Mindestmaß an Qualität behalten,
sagt Henkel. So war die Fakultät bemüht, mit
der Einführung einer Zulassungsbeschränkung
auf nahezu alle sozialwissenschaftlichen Teilbereiche
die Lehrsituation zu entspannen. Es wäre so
nicht mehr zu machen gewesen, sagt Henkel, der jedoch
auch um die Nachteile dieser Entscheidung weiß.
Der freie Zugang ist nicht mehr gegeben.
Bei allem kurzfristigen Erfolg sieht der Prodekan die
Entwicklung noch nicht am Ende. Der nächste
Schritt wäre die persönliche Auswahl der Studierenden.
Das ist allerdings noch nicht praktikabel. Aber es gibt
bereits entsprechende Methoden, sagt Henkel. Zuvor
müssten hochschulpolitische Barrieren aus dem Weg
geräumt werden.
Am Germanistischen Institut ist der NC ein Novum. Er liegt
bei 3,3, doch selbst diese Begrenzung reichte aus, um
die Einschreibungszahlen im laufenden Wintersemester im
Vergleich zum Vorjahr zu halbieren. So spricht Literaturwissenschaftler
Dr. Benedikt Jeßing von äußerst
entspannten Bedingungen. Für ihn hat die
Maßnahme gleichermaßen einen quantitativen
wie qualitativen Aspekt. Die Studierenden müssen
bei Bewerbung und Annahme zweimal aktiv werden. So ergibt
sich nicht nur eine Auswahl nach Noten, sondern auch nach
dem Willen, erläutert Jeßing. Dennoch
sieht auch er einen Zwiespalt zwischen Attraktivität
und Begrenzung. Das ist eine schizophrene Situation,
sagt Jeßing.
Es bleiben jedoch in allen Bereichen noch ungelöste
Probleme. So wirken die hohen Zahlen aus den Vorjahren
mittlerweile auf die höheren Fachsemester nach
zu Lasten der praxisorientiert angelegten MA-Phase. Es
gibt Diskussionen, die Übergangsphase ebenfalls zu
beschränken, schildert Achim Henkel die Pläne,
deren Umsetzung aber noch längst nicht beschlossen
ist.
Felix
Guth
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