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RUBENS 94

3. Januar 2005

Betriebsarzt der RUB auf internationalen Auslandseinsätzen

Auf Abwegen


Es erst gar nicht zur Krankheit kommen lassen: Prophylaxe ist die hauptsächliche Tätigkeit des betriebsärztlichen Dienstes der Ruhr-Universität, der im Eingangsbereich von NB 04 Nord untergebracht ist. Dort arbeitet der Betriebsarzt Dr. Dirk Hannemann vom Arbeitsmedizinischen Vorsorgezentrums Herne (AMVZ), das als übergeordneter arbeitsmedizinischer Dienstleister die Uni betreut (RUBENS Nr. 51).
Der Arbeitsalltag von Betriebsärzten unterscheidet sich von denen ihrer Hausarztkollegen nicht nur darin, dass sie selten weiße Kittel tragen: „Im Gegensatz zum Hausarzt ist meine Arbeit planbar und geregelt. Meistens entstehen keine Wartezeiten, außer bei Gruppenterminen wie den Grippeschutzimpfungen im Winter“, berichtet Hannemann aus seinem Arbeitsgeschehen. Einen Teil seiner Klientel führt ihm die Personalabteilung zu. Sie lässt Beschäftigte der RUB gemäß der Bildschirmarbeitslatzverordnung untersuchen oder wenn sie mit Gentechnik oder Gefahrstoffen umgehen.

Probesitzen

Ab und an verlässt der 38-Jährige seine hellen und nüchternen Untersuchungsräume, „um in erster Linie Laboratorien der Universität zu begehen, weniger den Verwaltungsbereich.“ Aber wenn Arbeitsplätze verändert werden müssen, damit Rückenerkrankte oder Schwerbehinderte problemlos mitarbeiten können, dann kommt er natürlich auch in die Verwaltung. Häufig erfragt sind seine Stellungnahmen „bei Pilzbefall oder Erkrankungen durch die Arbeit“. Auch Wirbelsäulengeschädigte suchen ihn auf: In einem separaten Raum können Beschäftigte auf verschiedenen Bürostühlen Probesitzen, um für sich die richtige Unterstützung bei sitzender Tätigkeit zu finden.
Nach seinen Facharztprüfungen hatte Hannemann aber erst einmal eine Auszeit von Klinik, Arbeit, Verwaltung und Gewohnheitstrott nötig. „Seit über zehn Jahren habe ich Kontakt zur Organisation Ärzte für die dritte Welt“, erzählt er. Dort kann er kurzfristig aushelfen und muss nicht – wie sonst bei Entwicklungsarbeit üblich – zu mehrjährigen Arbeitseinsätzen ins Ausland. Ein weiterer Vorteil von „Ärzte für die dritte Welt“: Die Organisation finanziert ihre Verwaltungstätigkeit gesondert über einen Förderkreis und „garantiert, dass Spenden zu hundert Prozent ihr Ziel erreichen“, weiß Hannemann.
Sein erster Auslandseinsatz führte ihn von Juli bis Oktober 2002 direkt in die tristen Slums von Bangladesh, in die Hauptstadt Dhaka. Dort saß er in einer kleinen Hütte, halb so groß wie sein Bochumer Sprechzimmer. Zwei Ärzte, Übersetzter sowie die Patienten teilten sich die Hütte. Die Patienten saßen „Rücken an Rücken“ und wurden „parallel behandelt“. Nebenbei diente der Bau auch als Schule und Moschee und war „Gott sei dank meistens regendicht“, erinnert sich Hannemann. „Jeder Infekt dort ist prinzipiell gefährlich, so dass wir ihn aggressiver behandeln, als wir es hier machen würden, also eher Antibiotika geben. Banale Erkältungen können sich aufgrund der klimatischen Voraussetzungen, der Armut und der Unterernährung schnell zu gefährlichen Lungenentzündungen entwickeln“, erklärt er.
Ende Oktober 2002 war der Einsatz in Dhaka beendet. Doch bereits von April bis Juni 2004 war Hannemann erneut für „Ärzte für die dritte Welt“ unterwegs. Auf den Philippinen behandelte er beispielsweise Bauern, die aufgrund von Mangelernährung unter riesigen Kröpfen zu leiden haben.

Zurück in NB

Nun arbeitet Dirk Hannemann schon wieder ein halbes Jahr in den sauberen Behandlungszimmern in NB 04. Doch trotz des bekannten Trotts, der sich schnell wieder einstellte, sind die Erlebnisse aus Bangladesh und von den Philippinen nicht verblasst. Und sie haben dauerhafte Spuren beim Betriebsmediziner hinterlassen: „Ich bin intoleranter gegen Jammereien, wenn sich zum Beispiel jemand kein neues Plasma-TV kaufen kann. Wenn ich miesepetrige Gesichter sehe, denke ich, die wissen gar nicht, wie gut es ihnen eigentlich geht. Sie haben ein Dach über den Kopf, es regnet nicht rein, die Heizung funktioniert, sie haben genug anzuziehen und zu essen. Das ist das was man braucht und alles andere ist extra.“

Infos: „Ärzte für die Dritte Welt“ im Internet: www.aerzte3welt.de/. Spendenkonto: Frankfurter Sparkasse, BLZ 500 502 01, Konto 234567. KOBRA hat gemeinsam mit dem Hochschulteam Bochum der Agentur für Arbeit im Oktober 2004 zum Thema „Non-Profit-Sektor“ einen Flyer zur Berufsperspektive heraus gegeben, erhältlich bei KOBRA, SH 2/208.

Thea A. Struchtemeier
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Letzte Änderung: 03.01.2005| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik