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RUBENS 93

1. Dezember 2004

Tagung zum Zuwanderungsgesetz

Uneinig Einwanderungsland


Kann der Staat eigentlich vorschreiben, in welcher Sprache die Predigt in einer Moschee in Deutschland zu halten ist? Noch während Mitte November eine neue Diskussion über die vermeintliche (Selbst-)Ausgrenzung von Ausländern in Deutschland aufkeimte, beleuchteten Wissenschaftler am 16.11. das neue deutsche Zuwanderungsgesetz auf der Bochumer Tagung „Zuwanderungsgesetz und nun?“
Veranstalter waren der Lehrstuhl für Organisationssoziologie und Mitbestimmungsforschung der RUB und NAVEND, das Zentrum für kurdische Studien. Der Tenor der Tagung: Das Zuwanderungsgesetz geht in die richtige Richtung, erkenne es doch endlich an, dass Deutschland ein Einwanderungsland ist. Auch gäbe es Verbesserungen wie die Vereinfachung der verschiedenen Aufenthaltstitel und bessere Einwanderungsmöglichkeiten für Hochqualifizierte und Studierende. Überfällig sei in Deutschland jedoch noch immer ein Diskriminierungsgesetz.
Der Bochumer Soziologe Prof. Ludger Pries erläuterte in seinem Vortrag, wie eine gute Integrationspolitik aussehen müsse: Sie solle eine angemessene Mischung sein aus „Assimilation“ im Sinne von Anpassung an bestimmte Basisnormen, von „Integration“ in dem Sinne, dass sie Chancengleichheit ermöglicht, und von „Inkorporation“, indem sie auch dauerhafte grenzüberschreitende Identitäten und Loyalitäten zulässt.
An der Tagung nahmen insgesamt etwa 70 Mitarbeiter von Sozial- und Betroffenenorganisationen, kommunalen und anderen öffentlichen Verwaltungen sowie Studierende und Wissenschaftler teil. Alle waren sich darin einig, den nun angestoßenen Dialog weiterzuführen. Während also Deutschland weiter debattiert, heißt es von Seiten der Wissenschaft: Fortsetzung folgt.

jw
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Letzte Änderung: 30.11.2004| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik