Gebäudeserie:
Weiterbildungszentrum
Lebenslanges
Lernen
Die Gebäudeserie wollen wir ausnahmsweise mal
anders angehen. Statt das Gebäude zu porträtieren,
berichten wir über das einzige Institut, das dort
untergebracht ist. Konkret dreht sich alles um das Weiterbildungszentrum
(WBZ) der RUB, das im Lottental beheimatet ist. Einen
konkreten Anlass gibt es auch, denn die Weiterbildung
an der RUB feiert in diesem Jahr ein Jubiläum:
den 25. Geburtstag.
Ein begnadeter Forscher ist nicht unbedingt automatisch
ein guter Hochschullehrer. Unter mangelnder Didaktik,
monotonen Stimmen oder gar einfallslosem Herunterlesen
des eigenen Lehrbuchs leiden die Studierenden seit vielen
Generationen. Das mögen Ausnahmen sein. Doch schon
bald könnte der in Didaktik und Präsentation
geschulte Dozent zur Regel ohne Ausnahme werden
zumindest bei konsequenter Umsetzung des Hochschulgesetzes
NRW. Das sieht vor, hochschuldidaktische Kompetenzen
zukünftig als Einstellungsvoraussetzung für
Professorinnen und Professoren nachzuweisen (§
46 Hochschulgesetz NRW, Abs. 1), z. B. durch die
Teilnahme an Aus- und Fortbildungsmaßnahmen hochschuldidaktischer
Zentren.
Viele Standbeine
Eine solche Institution ist das Weiterbildungszentrum
der RUB. Das WBZ bietet seit diesem Wintersemester das
sog. Basismodul Hochschullehre an. Es soll Dozentinnen
und Dozenten fit für die Lehre machen. Wer insgesamt
80 Lehreinheiten besucht, bekommt ein Zertifikat und
kann für sich verbuchen, einen Beitrag zur Sicherung
der Qualität in der Lehre und zur eigenen Personalentwicklung
geleistet zu haben. Im WS 04/05 können Lehrende
drei Einzelveranstaltungen (zu je 16 Lehreinheiten)
besuchen, darin geht es um eLearning, Prüfung
und Beratung oder Improving your performance
in English. Der Vorläufer des Basismoduls,
die Hochschuldidaktische Grundausbildung, lockte zuletzt
pro Semester bis zu 300 Lehrende.
Die Hochschuldidaktik ist jedoch nur ein Standbein des
WBZ. Daneben stehen die weiterbildenden Studien (mit
Qualifizierungsangeboten für Fach- und Führungskräfte
sowie dem Wissenstransfer in die Region) und das eLearning.
Während sich das eLearning in erster Linie an Mitglieder
der RUB richtet, sind die weiterbildenden Studien speziell
für externe Nutzer aus der Wirtschaft etc. konzipiert.
Hier geht es um IT-Sicherheit, um Kommunikation und
Rhetorik oder um Mediation. Mediatoren sind professionelle
Konfliktberater und -manager, die konstruktive Lösungen
für Reibungen und Konflikte in Unternehmen entwickeln.
Gerade in wirtschaftlich schlechten Zeiten sind sie
an der Tagesordnung sei es auf betrieblicher
Ebene, z. B. zwischen Betriebsrat und Vorstand, oder
auf der persönlich-emotionalen Ebene der Mitarbeiter.
Das WBZ hat den Bedarf an Mediatoren früh erkannt
und bietet im März 2005 bereits zum vierten Mal
das Studium Mediation und Konfliktberatung in
Wirtschaft und Arbeitswelt an. Eine Zwischenbilanz
zog das Weiterbildungszentrum auf dem 1. Bochumer Mediations-Kongress,
der am 12. und 13. November an der RUB stattfand und
150 Teilnehmer anlockte.
Start mit KONRUB
Wissenschaftliche Weiterbildung gibt es an der RUB
seit 25 Jahren. 1979 initiierte das damalige Rektorat
der RUB den Modellversuch Kontaktstudium an der
RUB (KONRUB). Die gestiegene Bedeutung der Beteiligung
der Hochschulen an der (wissenschaftlichen) Weiterbildung
führte schon 1983 dazu, aus dem WBZ eine zentrale
wissenschaftliche Einrichtung der RUB zu machen. Als
Credo schwebt das Konzept des lebenslangen Lernens über
den Angeboten des Zentrums. Beiträge dazu leisten
neben dem WBZ auch die Akademie der RUB, das Studium
Generale oder die einzelnen Fakultäten, z. B. die
Juristische Fakultät mit der Weiterbildung im Wirtschafts-
und Steuerrecht oder die Philologie mit der Weiterbildung
in Wirtschaftsenglisch.
Momentan arbeiten im WBZ 13 Leute, darunter sechs ständige
Mitarbeiter/innen, die Diplome in Pädagogik, Ökonomie
oder Ingenieurwesen erworben haben. Einer von ihnen,
der Diplompädagoge Klaus Hellermann, fungiert momentan
als Geschäftsführer. Verantwortung tragen
zudem der Geschäftsführende Vorstand und der
Beirat, die jeweils aus Mitgliedern der RUB bestehen.
Aus den Reihen des Vorstands stammt der augenblickliche
Geschäftsführende Direktor, der Chemiker Prof.
Martin Muhler.
Den Mitarbeiter/innen des WBZ konzipieren und organisieren
die Weiterbildung. Die allesamt stark nachgefragten
Seminare werden zum Teil von externen, zum Teil
von Dozenten aus der RUB geleitet. Deshalb kooperiert
das WBZ mit beinahe alle Einrichtungen der Universität.
Auf Kooperation ist das Zentrum auch räumlich angewiesen,
denn im Lottental existiert nur ein einziger Seminarraum.
Das Gros der Veranstaltungen findet auf dem Campus statt:
im Rechenzentrum, im Technologiezentrum (MB) oder im
Haus der Freunde.
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