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RUBENS 93

1. Dezember 2004

Gebäudeserie: Weiterbildungszentrum

Lebenslanges Lernen


Die Gebäudeserie wollen wir ausnahmsweise mal anders angehen. Statt das Gebäude zu porträtieren, berichten wir über das einzige Institut, das dort untergebracht ist. Konkret dreht sich alles um das Weiterbildungszentrum (WBZ) der RUB, das im Lottental beheimatet ist. Einen konkreten Anlass gibt es auch, denn die Weiterbildung an der RUB feiert in diesem Jahr ein Jubiläum: den 25. Geburtstag.

Ein begnadeter Forscher ist nicht unbedingt automatisch ein guter Hochschullehrer. Unter mangelnder Didaktik, monotonen Stimmen oder gar einfallslosem Herunterlesen des eigenen Lehrbuchs leiden die Studierenden seit vielen Generationen. Das mögen Ausnahmen sein. Doch schon bald könnte der in Didaktik und Präsentation geschulte Dozent zur Regel ohne Ausnahme werden – zumindest bei konsequenter Umsetzung des Hochschulgesetzes NRW. Das sieht vor, hochschuldidaktische Kompetenzen zukünftig als Einstellungsvoraussetzung für Professorinnen und Professoren nachzuweisen (§ 46 Hochschulgesetz NRW, Abs. 1), z. B. „durch die Teilnahme an Aus- und Fortbildungsmaßnahmen hochschuldidaktischer Zentren.“

Viele Standbeine

Eine solche Institution ist das Weiterbildungszentrum der RUB. Das WBZ bietet seit diesem Wintersemester das sog. Basismodul Hochschullehre an. Es soll Dozentinnen und Dozenten fit für die Lehre machen. Wer insgesamt 80 Lehreinheiten besucht, bekommt ein Zertifikat und kann für sich verbuchen, einen Beitrag zur Sicherung der Qualität in der Lehre und zur eigenen Personalentwicklung geleistet zu haben. Im WS 04/05 können Lehrende drei Einzelveranstaltungen (zu je 16 Lehreinheiten) besuchen, darin geht es um „eLearning“, „Prüfung und Beratung“ oder „Improving your performance in English“. Der Vorläufer des Basismoduls, die Hochschuldidaktische Grundausbildung, lockte zuletzt pro Semester bis zu 300 Lehrende.
Die Hochschuldidaktik ist jedoch nur ein Standbein des WBZ. Daneben stehen die weiterbildenden Studien (mit Qualifizierungsangeboten für Fach- und Führungskräfte sowie dem Wissenstransfer in die Region) und das eLearning. Während sich das eLearning in erster Linie an Mitglieder der RUB richtet, sind die weiterbildenden Studien speziell für externe Nutzer aus der Wirtschaft etc. konzipiert. Hier geht es um IT-Sicherheit, um Kommunikation und Rhetorik oder um Mediation. Mediatoren sind professionelle Konfliktberater und -manager, die konstruktive Lösungen für Reibungen und Konflikte in Unternehmen entwickeln. Gerade in wirtschaftlich schlechten Zeiten sind sie an der Tagesordnung – sei es auf betrieblicher Ebene, z. B. zwischen Betriebsrat und Vorstand, oder auf der persönlich-emotionalen Ebene der Mitarbeiter. Das WBZ hat den Bedarf an Mediatoren früh erkannt und bietet im März 2005 bereits zum vierten Mal das Studium „Mediation und Konfliktberatung in Wirtschaft und Arbeitswelt“ an. Eine Zwischenbilanz zog das Weiterbildungszentrum auf dem 1. Bochumer Mediations-Kongress, der am 12. und 13. November an der RUB stattfand und 150 Teilnehmer anlockte.

Start mit KONRUB

Wissenschaftliche Weiterbildung gibt es an der RUB seit 25 Jahren. 1979 initiierte das damalige Rektorat der RUB den „Modellversuch Kontaktstudium an der RUB (KONRUB)“. Die gestiegene Bedeutung der Beteiligung der Hochschulen an der (wissenschaftlichen) Weiterbildung führte schon 1983 dazu, aus dem WBZ eine zentrale wissenschaftliche Einrichtung der RUB zu machen. Als Credo schwebt das Konzept des lebenslangen Lernens über den Angeboten des Zentrums. Beiträge dazu leisten neben dem WBZ auch die Akademie der RUB, das Studium Generale oder die einzelnen Fakultäten, z. B. die Juristische Fakultät mit der Weiterbildung im Wirtschafts- und Steuerrecht oder die Philologie mit der Weiterbildung in Wirtschaftsenglisch.
Momentan arbeiten im WBZ 13 Leute, darunter sechs ständige Mitarbeiter/innen, die Diplome in Pädagogik, Ökonomie oder Ingenieurwesen erworben haben. Einer von ihnen, der Diplompädagoge Klaus Hellermann, fungiert momentan als Geschäftsführer. Verantwortung tragen zudem der Geschäftsführende Vorstand und der Beirat, die jeweils aus Mitgliedern der RUB bestehen. Aus den Reihen des Vorstands stammt der augenblickliche Geschäftsführende Direktor, der Chemiker Prof. Martin Muhler.
Den Mitarbeiter/innen des WBZ konzipieren und organisieren die Weiterbildung. Die – allesamt stark nachgefragten – Seminare werden zum Teil von externen, zum Teil von Dozenten aus der RUB geleitet. Deshalb kooperiert das WBZ mit beinahe alle Einrichtungen der Universität. Auf Kooperation ist das Zentrum auch räumlich angewiesen, denn im Lottental existiert nur ein einziger Seminarraum. Das Gros der Veranstaltungen findet auf dem Campus statt: im Rechenzentrum, im Technologiezentrum (MB) oder im Haus der Freunde.

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Letzte Änderung: 30.11.2004| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik