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RUBENS 93

1. Dezember 2004

Viele neue Studierende am Romanischen Seminar

Zwei Meinungen


Überfüllte Hörsäle, besetzte Parkplätze, voll gestopfte U-Bahnen und endlose Schlangen in den Cafeten und der Mensa – überall machen sich die hohen Studierendenzahlen bemerkbar. Es sind schon wieder knapp 32.000 Studierende an der RUB eingeschrieben, darunter über 5.500 Erstsemester. In manchen Bereichen gab es besonders viele Neue, so am Romanischen Seminar. RUBENS berichtet über die Folgen und dass es dazu zwei Sichtweisen geben kann.

515 Neulinge konnte das Romanische Seminar in diesem Semester begrüßen. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Zuwachs von über 20 Prozent. Die Zahl der Studierenden steigt bereits seit drei Jahren auffallend. Die Gründe dafür sind bislang nur ansatzweise bekannt, z.B. aus Gesprächen und kleinen Umfragen unter den Studierenden. Prof. Gerald Bernhard (Lehrstuhl für Romanische Sprachwissenschaft) vermutet vor allem „ein neues und steigendes Interesse an den Kulturinhalten und Sprachwelten Europas“. Zudem lockten die gestuften Studiengänge an die RUB.
Aus Sicht der Dozenten ergeben sich aufgrund der vielen Neuzugänge zurzeit keine gravierenden Probleme. Sie führen jedoch zu einem höheren Verwaltungsaufwand und fordern vor allem ein starkes pädagogisches Engagement. Letzteres ist in Einführungsvorlesungen mit rund 400 Teilnehmern notwendig. Dort besteht das Hauptproblem darin, „die Menge ruhig zu halten“, so Prof. Bernhard. Hilfreiche Mittel, um die vielen Studierenden optimal zu koordinieren, sind das System Blackboard für e-Learning, das fürs Sommersemester 2005 geplante VSPL System (Verwaltung von Studien- und Prüfungsleistungen) und das Beratungsangebot der Uni. Die Internetinformationen der Fakultäten und der Uni werden laut Jürgen Niemeyer, geschäftsführender Assistent am Romanischen Seminar, immer stärker genutzt und sind für die Studierenden besonders nützlich. Beschwerden aus deren Reihen gibt es laut Niemeyer kaum: „Die großen Veranstaltungen werden zwar durchaus kritisiert, aber die meisten Dozenten sind dafür die meiste Zeit ansprechbar“, berichtet er.

Zu wenig Sprachkurse

Im Fachschaftsrat (FR) Romanistik herrscht eine weniger positive Stimmung. Hier werden vor allem Mängel im Lehrangebot beklagt. „Obwohl die Spanischstudenten 55 Prozent der Studierenden am Romanischen Seminar ausmachen, gibt es für sie in diesem Semester nur ein einziges literaturwissenschaftliches Hauptseminar“, heißt es. Schlimmstenfalls wird durch das Unterangebot der Scheinerwerb erschwert, dadurch wiederum verlängert sich automatisch das Studium.
Vor Problemen stehen auch die Erstsemester. Sprachanfänger müssen in Spanisch und Italienisch Grundkurse absolvieren, für die sie nach einem Einstufungstest eingeteilt werden. Laut FR gibt es – trotz bestandenem Test – keine Garantie auf einen Platz im Kurs. Somit können einige Erstsemester ihr Studium nicht richtig beginnen. Ersatzweise versuchen sie, adäquate Grundkurse im Seminar für Sprachlehrforschung zu belegen. Das ist allerdings nicht einfach, weil es unterschiedliche Einstufungstests gibt, die gegenseitig nicht anerkannt werden. Laut Fachschaftsrat wird in Zukunft weiter um die Plätze in den Kursen gekämpft werden müssen. Änderungen sind noch nicht in Sicht.

Kristin Sporbeck
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Letzte Änderung: 30.11.2004| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik