Viele neue Studierende
am Romanischen Seminar
Zwei Meinungen
Überfüllte Hörsäle, besetzte
Parkplätze, voll gestopfte U-Bahnen und endlose
Schlangen in den Cafeten und der Mensa überall
machen sich die hohen Studierendenzahlen bemerkbar.
Es sind schon wieder knapp 32.000 Studierende an der
RUB eingeschrieben, darunter über 5.500 Erstsemester.
In manchen Bereichen gab es besonders viele Neue, so
am Romanischen Seminar. RUBENS berichtet über die
Folgen und dass es dazu zwei Sichtweisen geben kann.
515 Neulinge konnte das Romanische Seminar in diesem
Semester begrüßen. Im Vergleich zum Vorjahr
ist das ein Zuwachs von über 20 Prozent. Die Zahl
der Studierenden steigt bereits seit drei Jahren auffallend.
Die Gründe dafür sind bislang nur ansatzweise
bekannt, z.B. aus Gesprächen und kleinen Umfragen
unter den Studierenden. Prof. Gerald Bernhard (Lehrstuhl
für Romanische Sprachwissenschaft) vermutet vor
allem ein neues und steigendes Interesse an den
Kulturinhalten und Sprachwelten Europas. Zudem
lockten die gestuften Studiengänge an die RUB.
Aus Sicht der Dozenten ergeben sich aufgrund der vielen
Neuzugänge zurzeit keine gravierenden Probleme.
Sie führen jedoch zu einem höheren Verwaltungsaufwand
und fordern vor allem ein starkes pädagogisches
Engagement. Letzteres ist in Einführungsvorlesungen
mit rund 400 Teilnehmern notwendig. Dort besteht das
Hauptproblem darin, die Menge ruhig zu halten,
so Prof. Bernhard. Hilfreiche Mittel, um die vielen
Studierenden optimal zu koordinieren, sind das System
Blackboard für e-Learning, das fürs Sommersemester
2005 geplante VSPL System (Verwaltung von Studien- und
Prüfungsleistungen) und das Beratungsangebot der
Uni. Die Internetinformationen der Fakultäten und
der Uni werden laut Jürgen Niemeyer, geschäftsführender
Assistent am Romanischen Seminar, immer stärker
genutzt und sind für die Studierenden besonders
nützlich. Beschwerden aus deren Reihen gibt es
laut Niemeyer kaum: Die großen Veranstaltungen
werden zwar durchaus kritisiert, aber die meisten Dozenten
sind dafür die meiste Zeit ansprechbar, berichtet
er.
Zu wenig Sprachkurse
Im Fachschaftsrat (FR) Romanistik herrscht eine weniger
positive Stimmung. Hier werden vor allem Mängel
im Lehrangebot beklagt. Obwohl die Spanischstudenten
55 Prozent der Studierenden am Romanischen Seminar ausmachen,
gibt es für sie in diesem Semester nur ein einziges
literaturwissenschaftliches Hauptseminar, heißt
es. Schlimmstenfalls wird durch das Unterangebot der
Scheinerwerb erschwert, dadurch wiederum verlängert
sich automatisch das Studium.
Vor Problemen stehen auch die Erstsemester. Sprachanfänger
müssen in Spanisch und Italienisch Grundkurse absolvieren,
für die sie nach einem Einstufungstest eingeteilt
werden. Laut FR gibt es trotz bestandenem Test
keine Garantie auf einen Platz im Kurs. Somit
können einige Erstsemester ihr Studium nicht richtig
beginnen. Ersatzweise versuchen sie, adäquate Grundkurse
im Seminar für Sprachlehrforschung zu belegen.
Das ist allerdings nicht einfach, weil es unterschiedliche
Einstufungstests gibt, die gegenseitig nicht anerkannt
werden. Laut Fachschaftsrat wird in Zukunft weiter um
die Plätze in den Kursen gekämpft werden müssen.
Änderungen sind noch nicht in Sicht.
Kristin
Sporbeck
|