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RUBENS 92

2. November 2004

Starker Nachwuchs

Gezielte Tritte

Mensasanierung schreitet voran



Die letzte Essensausgabe in der alten Mensa ist nun schon über ein Jahr her. Im Oktober 2003 wurde die alte Mensa geschlossen und vertrauensvoll in die Hände der Baumeister übergeben. Seitdem ist eine Menge passiert: Die Kernsanierung inkl. Asbestbeseitigung ist abgeschlossen und wurde Ende September mit einem Richtfest gefeiert. Anfang 2006 soll die Mensa wieder in Betrieb genommen werden. RUBENS gibt einen Überblick.
Über drei Jahrzehnte versorgte die so genannte "größte Küche Europas" die knurrenden Mägen der Studis, Profs und Angestellten der Ruhr-Uni. Doch letztlich kristallisierten sich einige Fehlkonstruktionen heraus. Bei Regen bildeten sich nicht nur Pfützen vor, sondern auch in der Mensa, das Heizungssystem lieferte nur noch zwei Optionen, "entweder aus, oder Sauna", und für Reparaturen der überholten Küchentechnik "mussten extra Rentner geordert werden, die noch wussten, gegen welche Stelle man treten musste, um die Gerätschaften zu reparieren", erinnert sich Hermann Schregel vom Akafö. Außerdem war es für Rollstuhlfahrer nicht möglich, innerhalb der Mensa zwischen den drei Etagen zu wechseln. Damit erfüllte die Mensa nicht mehr ihre ursprüngliche Vorbildfunktion und eine Grunderneuerung war unumgänglich.
Aber wie sollte das funktionieren? Über 40.000 Menschen an der RUB und keine Mensa? Es mussten neue Lösungen her. Also wurde die GB Wiese eingerissen und innerhalb von vier Monaten entstand die Ausweichmensa im Querforum West sowie nebenan die Schirmbar. Das sorgte zunächst bei den Studierenden für Aufruhr, weil sie sich gegen den Abriss ihrer "Relax- und Flirtwiese" wehrten. Auch beim Akafö-Personal herrschte große Unsicherheit: "Damals dachten wir, dass das gar nicht funktionieren kann", sagt Hermann Schregel. Zusätzlich zu Ersatzmensa und Schirmbar wurden Provisorien in NB und im HZO geschaffen und das Angebot in den Cafeten aufgestockt. So ist es dem Akafö entgegen anfänglicher Befürchtungen gelungen, ihrem Leitmotto "Ein leerer Bauch studiert nicht gern" treu zu bleiben.
Zwar hat sich die heiß begehrte Grünfläche vor dem GB recht schnell erholt und erfüllt nun wieder ihren alten Nutzen, dennoch teilen sich die Meinungen bei den Studierenden: "Optisch ist beides voll daneben, die alte Mensa war zu ruiniert und die Ausweichmensa ist viel zu steril", sagt die eine. "Vom Gebäude her gefällt mir die Ersatzmensa natürlich besser, aber dort herrscht ein zu großes Gedrängel und dafür ist sie zu schlecht belüftet", sagt ein anderer. Mit den provisorischen Bedingungen hat auch das Personal zu kämpfen. Die Schirmbar hat keinen eigenen Wasseranschluss, deshalb müssen die Akafö-Mitarbeiter im GB spülen, dort wird auch gelagert und gekühlt.

Richtfest ohne Dachstuhl

Weniger Raum, weniger Möglichkeiten, aber gleich starker Andrang - deshalb arbeitet das Mensa-Personal unter extremen Zeitdruck. Allein in der Ersatzmensa gehen täglich rund 3.000 Mahlzeiten über den Tresen, zubereitet in einer 30 qm kleinen Küche. Ein logistischer Kraftakt, der durchaus gelingt. Zwar muss so kein Magen knurren, aber neben dem Essen bot die alte Mensa noch andere Möglichkeiten. Die Studierenden vermissen vor allem die Läden aus dem Mensafoyer: ein entspanntes Treffen im Café Seeblick oder mal eben ein paar Zigaretten, Unterlagen oder Bücher besorgen - dafür gibt es keinen adäquaten Ersatz.
Seitdem die Mensa geschlossen wurde, ist sie so richtig aufgepäppelt worden: Heizungs-, Lüftungs- und Sanitärsysteme wurden überarbeitet und der gesamte Rohbau von Asbest befreit. Damit waren die Kernsanierungsarbeiten vollbracht. Das musste natürlich gebührend gefeiert werden. Deshalb veranstaltete der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW als Bauträger am 29. September ein Richtfest. Nun gut, der Dachstuhl steht zwar schon seit rund 40 Jahren, aber letztlich wird es sich ja um ein beinah komplett neues Gebäude handeln. Dann gehören grau-schwarze Granitfußböden, ein wenig Holz, Glas- und weiße Wände zur Grundoptik der Uni-Kantine. Außerdem sollen vier Glasfahrstühle jedem den Zugang zu allen Bereichen der Mensa ermöglichen. Mit 4.000 qm Grundfläche und 34 Mio. Euro Investition bietet die Mensa dazu jede Menge Möglichkeiten. So wird z. B. die alte "Kleine Mensa" zu einem Tagungs- und Konferenzsaal umfunktioniert, in dem rund 1.500 Menschen Platz finden. Die beliebten Läden aus dem Mensa-Foyer wird es wegen verschärfter Brandschutzbestimmungen nur noch teilweise und in kleinerer Version geben.
Vor allem aber ist ein neues Versorgungskonzept vorgesehen. Die hungrigen Gäste werden sich ihre Mahlzeit ganz individuell zusammenstellen können. Entlang einer Theke kann man sich die gewünschten Komponenten aussuchen. Zusätzlich werden Salate, Nudeln, Tages-, Grill- und Wokgerichte angeboten. Eine Cafete soll es auch geben, mit einer 39 Meter langen Espressobar. Anfang 2006 soll die Verpflegung der Menschen an der RUB wieder in der Großen Mensa möglich sein. Querforum West und Schirmbar werden aber weiterhin gastronomisch genutzt, wie der Leiter der Mensen und Cafeten Jörg-Markus zur Oven berichtet: "Die genauen Konzepte werden noch erarbeitet und auf die der vorhandenen Cafeten im Umfeld abgestimmt."

Kristin Sporbeck
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Letzte Änderung: 30.10.2004| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik