Starker Nachwuchs
Gezielte
Tritte
Mensasanierung schreitet voran
Die letzte Essensausgabe in der alten Mensa ist nun schon
über ein Jahr her. Im Oktober 2003 wurde die alte
Mensa geschlossen und vertrauensvoll in die Hände
der Baumeister übergeben. Seitdem ist eine Menge
passiert: Die Kernsanierung inkl. Asbestbeseitigung ist
abgeschlossen und wurde Ende September mit einem Richtfest
gefeiert. Anfang 2006 soll die Mensa wieder in Betrieb
genommen werden. RUBENS gibt einen Überblick.
Über drei Jahrzehnte versorgte die so genannte "größte
Küche Europas" die knurrenden Mägen der
Studis, Profs und Angestellten der Ruhr-Uni. Doch letztlich
kristallisierten sich einige Fehlkonstruktionen heraus.
Bei Regen bildeten sich nicht nur Pfützen vor, sondern
auch in der Mensa, das Heizungssystem lieferte nur noch
zwei Optionen, "entweder aus, oder Sauna", und
für Reparaturen der überholten Küchentechnik
"mussten extra Rentner geordert werden, die noch
wussten, gegen welche Stelle man treten musste, um die
Gerätschaften zu reparieren", erinnert sich
Hermann Schregel vom Akafö. Außerdem war es
für Rollstuhlfahrer nicht möglich, innerhalb
der Mensa zwischen den drei Etagen zu wechseln. Damit
erfüllte die Mensa nicht mehr ihre ursprüngliche
Vorbildfunktion und eine Grunderneuerung war unumgänglich.
Aber wie sollte das funktionieren? Über 40.000 Menschen
an der RUB und keine Mensa? Es mussten neue Lösungen
her. Also wurde die GB Wiese eingerissen und innerhalb
von vier Monaten entstand die Ausweichmensa im Querforum
West sowie nebenan die Schirmbar. Das sorgte zunächst
bei den Studierenden für Aufruhr, weil sie sich gegen
den Abriss ihrer "Relax- und Flirtwiese" wehrten.
Auch beim Akafö-Personal herrschte große Unsicherheit:
"Damals dachten wir, dass das gar nicht funktionieren
kann", sagt Hermann Schregel. Zusätzlich zu
Ersatzmensa und Schirmbar wurden Provisorien in NB und
im HZO geschaffen und das Angebot in den Cafeten aufgestockt.
So ist es dem Akafö entgegen anfänglicher Befürchtungen
gelungen, ihrem Leitmotto "Ein leerer Bauch studiert
nicht gern" treu zu bleiben.
Zwar hat sich die heiß begehrte Grünfläche
vor dem GB recht schnell erholt und erfüllt nun wieder
ihren alten Nutzen, dennoch teilen sich die Meinungen
bei den Studierenden: "Optisch ist beides voll daneben,
die alte Mensa war zu ruiniert und die Ausweichmensa ist
viel zu steril", sagt die eine. "Vom Gebäude
her gefällt mir die Ersatzmensa natürlich besser,
aber dort herrscht ein zu großes Gedrängel
und dafür ist sie zu schlecht belüftet",
sagt ein anderer. Mit den provisorischen Bedingungen hat
auch das Personal zu kämpfen. Die Schirmbar hat keinen
eigenen Wasseranschluss, deshalb müssen die Akafö-Mitarbeiter
im GB spülen, dort wird auch gelagert und gekühlt.
Richtfest ohne Dachstuhl
Weniger Raum, weniger Möglichkeiten, aber gleich
starker Andrang - deshalb arbeitet das Mensa-Personal
unter extremen Zeitdruck. Allein in der Ersatzmensa
gehen täglich rund 3.000 Mahlzeiten über den
Tresen, zubereitet in einer 30 qm kleinen Küche.
Ein logistischer Kraftakt, der durchaus gelingt. Zwar
muss so kein Magen knurren, aber neben dem Essen bot
die alte Mensa noch andere Möglichkeiten. Die Studierenden
vermissen vor allem die Läden aus dem Mensafoyer:
ein entspanntes Treffen im Café Seeblick oder
mal eben ein paar Zigaretten, Unterlagen oder Bücher
besorgen - dafür gibt es keinen adäquaten
Ersatz.
Seitdem die Mensa geschlossen wurde, ist sie so richtig
aufgepäppelt worden: Heizungs-, Lüftungs-
und Sanitärsysteme wurden überarbeitet und
der gesamte Rohbau von Asbest befreit. Damit waren die
Kernsanierungsarbeiten vollbracht. Das musste natürlich
gebührend gefeiert werden. Deshalb veranstaltete
der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW als Bauträger
am 29. September ein Richtfest. Nun gut, der Dachstuhl
steht zwar schon seit rund 40 Jahren, aber letztlich
wird es sich ja um ein beinah komplett neues Gebäude
handeln. Dann gehören grau-schwarze Granitfußböden,
ein wenig Holz, Glas- und weiße Wände zur
Grundoptik der Uni-Kantine. Außerdem sollen vier
Glasfahrstühle jedem den Zugang zu allen Bereichen
der Mensa ermöglichen. Mit 4.000 qm Grundfläche
und 34 Mio. Euro Investition bietet die Mensa dazu jede
Menge Möglichkeiten. So wird z. B. die alte "Kleine
Mensa" zu einem Tagungs- und Konferenzsaal umfunktioniert,
in dem rund 1.500 Menschen Platz finden. Die beliebten
Läden aus dem Mensa-Foyer wird es wegen verschärfter
Brandschutzbestimmungen nur noch teilweise und in kleinerer
Version geben.
Vor allem aber ist ein neues Versorgungskonzept vorgesehen.
Die hungrigen Gäste werden sich ihre Mahlzeit ganz
individuell zusammenstellen können. Entlang einer
Theke kann man sich die gewünschten Komponenten
aussuchen. Zusätzlich werden Salate, Nudeln, Tages-,
Grill- und Wokgerichte angeboten. Eine Cafete soll es
auch geben, mit einer 39 Meter langen Espressobar. Anfang
2006 soll die Verpflegung der Menschen an der RUB wieder
in der Großen Mensa möglich sein. Querforum
West und Schirmbar werden aber weiterhin gastronomisch
genutzt, wie der Leiter der Mensen und Cafeten Jörg-Markus
zur Oven berichtet: "Die genauen Konzepte werden
noch erarbeitet und auf die der vorhandenen Cafeten
im Umfeld abgestimmt."
Kristin
Sporbeck
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