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RUBENS
- Zeitschrift der Ruhr-Universität
Nachrichten, Berichte und Meinungen
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| RUBENS 91 |
1.
Oktober 2004 |
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Plasmaexpertin
Humboldt-Preisträgerin
an der RUB
Sie ist eine alte Bekannte und ein immer gern gesehener
Gast bei den RUB-Physikern, doch diesmal freute man sich
ganz besonders über ihr Kommen: Prof. Dr. Antonia
Shivarova ist mit dem Forschungspreis der Alexander-von-Humboldt-Stiftung
ausgezeichnet worden - und das als zweite Frau überhaupt
auf ihrem Fachgebiet, wie Gastgeber Prof. Schlüter
vom Institut für Experimentalphysik II betont. Prof.
Shivarova lächelt verlegen, aber nicht ohne Stolz.
Der Preis ist nicht nur eine große Ehre, er ermöglicht
ihr auch einen bis zu einjährigen Forschungsaufenthalt
in Deutschland, den die Bulgarin im Sommer in Bochum begonnen
hat. Hier kennt sie sich bestens aus: Seit sie 1984 als
Humboldt-Stipendiatin das erste Mal für anderthalb
Jahre hier war, hat sie die Forschung immer wieder an
die RUB geführt. So hat sie in den letzten 20 Jahren
insgesamt rund fünf Jahre in Bochum verbracht und
sie kommt immer wieder gerne her. "Ich mag die Uni,
die Stadt und die Leute hier", so die Forscherin.
Hauptgrund für ihre häufigen Aufenthalte in
Bochum ist aber, dass die RUB auf dem Gebiet der Plasmaphysik
zur Weltspitze gehört. "Seit über 30 Jahren
haben wir ununterbrochen Sonderforschungsbereiche zu diesem
Thema," so Prof. Schlüter.
Eiserner Arm
Fachgebiet von Prof. Shivarova, die 1947 in Stara Zagora
geboren wurde, sind sog. Niedertemperaturplasmen. Zurzeit
erforscht sie Hochfrequenz-Gasentladungen und teilweise
auch deren Anwendungen bei Untersuchungen zur Kernfusion.
Ihre Leidenschaft für die Physik hat Antonia Shivarova
schon in ihrer Schulzeit entdeckt und sich dann fürs
Studium entschieden. In Bulgarien sind die Hälfte
der Studienanfänger im Fach Physik weiblich, anders
als in Deutschland, wo Frauen nur etwa ein Viertel der
Erstsemester in Physik ausmachen. Akademische Ehren erwerben
Physikerinnen in Bulgarien in vergleichbarem Maße
wie ihre männlichen Kollegen, doch unter den ordentlichen
Professoren in ihrer Fakultät ist sie die einzige
Frau. "Kollegen sagen allerdings mitunter im Scherz,
sie sei eine Dame mit einem eisernen Arm", bemerkt
Prof. Schlüter augenzwinkernd, "Denn sie ist
zwar immer sehr höflich, aber sie weiß ganz
genau, was sie will!"
Für ihre wissenschaftliche Karriere musste sie allerdings
auch private Opfer bringen. Umso sorgfältiger widmet
sie sich nun der Ausbildung ihrer Studierenden und Doktoranden.
"Meine Pflichten gegenüber meinen Schülern
immer nachzukommen, ist mir natürlich sehr wichtig,
und ich mag die Lehre genauso gern wie die Forschung",
betont sie. Ihre Auslandsaufenthalte dauern daher nie
lange: Die Forschungszeit, die ihr der Humboldt-Preis
ermöglicht, hat sie in dreimal drei Monate aufgeteilt.
"Oft plane ich solche Auslandsaufenthalte auch für
die Semesterferienzeit ein", erzählt sie. So
manchen Studierenden bringt sie auch mit nach Bochum,
fast alle ihre Doktoranden haben vorübergehend an
der RUB geforscht. Und so wird ihr Humboldt-Aufenthalt
sicher nicht der letzte in Bochum sein: Nach ihren Wünschen
für die Zukunft gefragt, muss sie ein Weilchen überlegen.
"Gesund bleiben - damit ich weiter so arbeiten kann
wie bisher", sagt sie dann.
Info: Prof. Shivarovas Plasmaphysik-Gruppe im Internet:
http://www.phys.uni-sofia.bg/plasma/index.html
md
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