Sprachenzentrum
geplant
Studie
ermittelt Bedarf
Wer sich als Jurastudent zum ersten Staatsexamen anmeldet,
muss den erfolgreichen Besuch einer fremdsprachlichen
rechtswissenschaftlichen Veranstaltung oder eines rechtswissenschaftlich
ausgerichteten Sprachkurses nachweisen. Eigentlich
kein Problem, doch die Juristische Fakultät der
RUB bietet diese Kurse nicht an. Zumindest nicht selbst,
das erledigen z. B. die Anglisten oder Romanisten, und
sie erledigen es auch für andere Fachbereiche,
wo Fremdsprachen obligatorisch, notwendig oder zumindest
gewünscht sind. Doch insgesamt ist aus Sicht
der Dekane und Studienberater der Bedarf an Sprachausbildung
wesentlich größer und differenzierter als
das bisherige Angebot. Nicht zuletzt deshalb beschäftigt
sich das Rektorat schon länger mit der Idee, an
der RUB ein Sprachenzentrum zu gründen.
In den Fachbereichen stößt dieses Ansinnen
auf offene Ohren. Das ermittelte im Auftrag des Rektorats
der Lehrstuhl für Sprachlehrforschung, dessen Studie
Erhebung und Analyse des Fremdsprachenbedarfs
an der RUB nun vorliegt. Befragt wurden darin
die Dekane, Studienberater oder Sprachbeauftragten von
17 Fakultäten, 16 Instituten und dem Optionalbereich.
Eigentlich alle Befragten messen den Fremdsprachen eine
zentrale Bedeutung bei, ganz oben steht selbstverständlich
Englisch, schließlich wird Fachliteratur zunehmend
(in einigen Fächern fast ausnahmslos) in der Wissenschaftssprache
schlechthin veröffentlicht.
In allen Fächern wird vorausgesetzt, dass Studierende
von der Schule her Englisch können (müssten).
Doch oft wird die Erfahrung gemacht, dass die Kenntnisse
bei weitem nicht ausreichen. Dabei erwarten die
Befragten von den Studierenden erhebliche Sprachkompetenz:
neben Hörverstehen, Leseverstehen, Sprechen, Schreiben
auch Kultur und Landeskunde sowie die Fähigkeiten,
in der Fremdsprache zu moderieren, zu präsentieren
oder sich zu bewerben. Genau diese Fertigkeiten (und
ein paar mehr) sollten in dem geplanten Sprachenzentrum
vermittelt werden, nach den Wünschen der Interviewten
möglichst mit Personal und Know-how aus der RUB,
in kleinen Kursen, sehr differenziert, standardisiert,
qualifiziert, bedarfsgerecht, überschaubar, attraktiv,
mit Zertifikaten und Kreditpunkten belohnt usw.
Eines scheint nach Bekunden der Dekane etc. festzustehen:
Die Studierenden sind ihrer Meinung nach sehr am Spracherwerb
interessiert, bis zu 50 Prozent der Eingeschriebenen
wird diese Vorliebe unterstellt.
ad
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