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RUBENS 90 1. Juli 2004


Frühstück bei den Fans


Dokumentarfilm über die Anhänger des VfL Bochum


Ruhrstadion Bochum, 22. Mai 2004, zirka 17.20 h, direkt am Spielfeldrand: Der Fußballlehrer Peter Neururer erlebt den Schlusspfiff des Spiels Kaiserslautern gegen Dortmund am Bildschirm mit. Dank des dortigen Unentschiedens und des eigenen Sieges gegen Hannover zieht der VfL Bochum in den UEFA-Cup ein. Neururer jubelt, seine Spieler spritzen mit Sekt, die Fans feiern ausgelassen auf den Rängen – und später noch in der gesamten Stadt.
Erfolge des eigenen Clubs sind natürlich die Höhepunkte für die Anhänger, doch echte Fans halten auch in schlechten Zeiten zu ihrem Verein. Aber weshalb ist das so? Woher rührt die Faszination speziell des bislang wenig erfolgreichen VfL? Warum und wie man überhaupt Fan wird und bleibt und vor allem wie verschieden die Fans sind, das zeigt Ben Redelings in seinem Film „Wer will schon ein Sektfrühstück bei Real Madrid oder Wir sind die Fans des VfL“. Der Film endet zwar mit dem 22. Mai, im Mittelpunkt allerdings stehen die Gespräche mit den Fans über das Fansein und den VfL Bochum.
Redelings, der an der RUB Deutsch und Sozialwissenschaft auf Lehramt studiert hat, hat bewusst ganz unterschiedliche Fans ausgewählt. Dazu gehören u.a. Ralf Wolf, Vorsitzender des ältesten Fanklubs Deutschlands, der „Bochumer Jungen“, der ehemalige Spieler Frank Benatelli, der zuvor selbst als Fan in der Ostkurve stand, einige Künstler (Frank Goosen, Uwe Fellensiek, Jo Hartmann) und Journalisten (Claudia Meister, Christoph Biermann) sowie der Sozialwissenschaftler Uwe Wilkesmann. Er lehrt an der RUB Organisationssoziologie und hat sich beispielsweise durch die von ihm initiierte Internetseite zur sozialwissenschaftlichen Fußballforschung einen Namen gemacht: www.fussball-forschung.de (RUBENS 85).

25 Stunden Material

Über 21 Stunden lang standen oder saßen die Fans insgesamt vor der Kamera. Hinzu kommen rund vier Stunden weiteres Filmmaterial mit zum Teil unveröffentlichten Fotos aus dem WAZ-Archiv. Sie zeigen Szenen aus dem Werden des VfL der letzten 40 Jahre und werden von den furiosen Hörfunkreportagen von Günther Pohl untermalt. Redelings hat aber auch mit Verantwortlichen des Vereins gesprochen, vor allem mit Trainer Peter Neururer und Torwart Rein van Duijnhoven. Beide haben bei ihren häufigen Medienauftritten bewiesen, dass sie sowohl Unterhaltsames als auch Substanzielles zu sagen haben.
Neururer und van Duijnhoven konnte Redelings problemlos auf dem Trainingsgelände treffen. Schwieriger war es für den jungen Filmautoren, im Ruhrstadion zu drehen. „Spätestens fünf Minuten vor Spielbeginn müssen alle fremden Kameras aus dem Stadion verschwunden sein, nur die vom Fernsehen dürfen bleiben. Dafür sorgen die Leute vom Rechtevermarkter ISPR.“ Deshalb wird es auch kaum Spielszenen zu sehen geben, denn auch die Alternative, Sequenzen vom WDR zu kaufen, kam nicht in Frage. „Viel zu teuer“, erklärt Redelings, der sich ohnehin auf den Verein und seine Fans konzentriert: „Ich möchte auch das eigentlich längst überholte Zerrbild aufbrechen, dass Fan gleich Fan ist und immer mit Kutte und Bierflasche auftritt“. Aus diesem Grund holte er neben den oben genannten Fans auch gezielt einen Vater vor die Kamera, der mit seinen Kindern von Leverkusen anreist, um die VfL-Heimspiele zu besuchen.

Premiere bei Fiege

Ben Redelings hat seinen Film ganz allein finanziert und realisiert. Mit einer Digitalkamera zog er los, um seine Gesprächspartner daheim oder im Stadion zu interviewen. Die Kamera stellte er aufs Stativ, um sich ganz auf die Gespräche zu konzentrieren. Die nötigen Fähigkeiten hat er bei der freien Bochumer Künstlergruppe no-budget-arts erworben (RUBENS 65), deren stellvertretender Geschäftsführer er einige Jahre lang war. Natürlich ist der gebürtige Bochumer seit Kindheit selbst Fan des VfL. Er hat sich für seinen ersten Film bewusst ein Thema ausgewählt, das ihn persönlich angeht. Ob weitere Filme und somit eine Karriere als freier Filmautor folgen oder ob er sich doch fürs Referendariat entscheidet, hängt auch vom Erfolg seines Erstlings ab. Während wir Ben Redelings trafen, schnitt er gerade sein Filmmaterial. Schließlich sollen aus insgesamt 25 Stunden maximal 90 Minuten werden, und die müssen rechtzeitig bis zur Premiere fertig sein. Die steigt am 26. August beim berühmten Fiege Open-Air-Kino in Bochum. Weitere Aufführungen in Bochumer Kinos sind fest eingeplant, ebenso die Veröffentlichung des Films auf DVD. Zu guter Letzt nimmt Redelings mit dem Film an Festivals teil.

Infos: „Wer will schon ein Sektfrühstück bei Real Madrid oder Wir sind die Fans des VfL“, Dokumentarfilm von Ben Redelings, Premiere am 26.8.04 beim Fiege Open-Air-Kino, Fiege-Brauerei, Scharnhorststraße, Bochum. Mehr im Netz: www.vfl-doku.de

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Letzte Änderung: 01.07.2004| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik