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RUBENS
- Zeitschrift der Ruhr-Universität
Nachrichten, Berichte und Meinungen
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Leserbrief
RUBENS
vom 1. Juni 2004, Seite
3
Lieber Herr König, zunächst möchte ich
Ihnen mein Kompliment für Ihre eigenen Stellungnahmen
zum Globalhaushalt sagen, die ich in Ihrer unmissverständlichen
Klarheit schätze. Zu dem von Ihnen geführten
Interview mit unserem Kanzler und mit Prorektor Weiler
möchte ich folgende Punkte anbringen: Zunächst
möchte ich sagen, dass ich beide interviewte Personen
sehr schätze, vor allem Herrn Moeller, den ich in
meinen Berufungsverhandlungen als einen kompetenten und
sympathischen Mann kennen lernen durfte. Mein Argument
geht nach wie vor gegen die Vorgaben der Landesregierung,
die ich viel entschiedener kritisieren würde als
es die beiden tun. Dass anders als bei Ihnen der sog.
Qualitätspakt nicht erwähnt wird, ist schon
erheblich. In jedem anderen westlichen Land würde
das einen Entrüstungssturm auslösen, wir werden
aber so lange erpresst, bis wir nicht mehr können.
Es sind einige Unrichtigkeiten in dem Interview, die m.E.
so nicht stehen bleiben dürfen. Herr Moeller sagt,
dass es sich bei der Prüfung von Berufungen allerdings
ausschließlich im Lehrstühle (handelt), die
erst noch frei werden, wo es zum Teil noch gar keine Berufungslisten
gibt. Gegendarstellung: In unserer Fakultät
sind nach Mitteilung des Dekans alle laufenden und z.T.
schon intern abgeschlossenen Berufungsverfahren betroffen,
wo meine Kolleg/innen in harter zusätzlicher Arbeit
Berufungslisten erstellt haben. In meinem Fach, der Neugermanistik,
geht es um 2 Ecklehrstühle mit insgesamt 16 SWS Lehre
... Herr Moeller möchte die Wirtschaftlichkeit
unserer Strukturen überprüfen und denkt
dabei an sehr viele dezentrale, zum Teil kleine
Bibliotheken mit eigenem Personal. Gegendarstellung:
Der Plan geht erheblich über die sog. kleinen Fächer
hinaus. Geplant ist nicht nur die Zentralisierung des
Bestellwesens. Es soll eine Art Mini-UB geschaffen
werden, d.h.: Die Oberaufsicht von Bestellwesen,
Katalogisierung, Auskunft wird zentral von 3 Diplom-Bibliothekaren
ausgeführt, die anderen Arbeiten von den Assistenten
erledigt. Die fächergebundene Struktur soll es nicht
mehr geben (dies wäre gerade in einer fachlich so
vielfältigen Fakultät fatal), was wiederum bedeuten
würde, dass Fachwissen verloren geht. Die Auswirkungen
für die Lehrenden und Studierenden bestehen darin,
dass keine festen Ansprechpartner mehr vorhanden sind.
Wie Herr Weiler angesichts dieser Sachlage davon sprechen
kann, dass die Verluste etwa durch Einwerbung von Drittmitteln
kompensiert werden können, wenn rechts und links
die Kollegenstellen wegbrechen und die angeführten
Verschlechterungen eintreten, das ist mir ein Rätsel.
Ich sage das als jemand, der in den Geisteswissenschaften
seit über sechs Jahren Drittmittelprojekte leitet
und nebenher bis an die 200 Prüfungen pro Jahr abhält,
damit sich die Absolventenzahlen verbessern.
Prof.
Gerhard Rupp, Germanistisches Institut
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