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RUBENS
- Zeitschrift der Ruhr-Universität
Nachrichten, Berichte und Meinungen
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Made in Venedig
EU fördert
Menschenrechtszentrum
Eine herausragende Position in der neuen, größeren
EU nimmt das Institut für Menschenrechte und Demokratisierung
in Venedig ein (EIUC). Ende April stellten das Europaparlament
und der Rat der EU ein Aktionsprogramm auf, das Einrichtungen
unterstützt, die auf europäischer Ebene tätig
sind. Das Menschenrechtszentrum in Venedig ist das
einzige Universitätsinstitut, das aufgenommen wurde,
sagt der Völkerrechtler Prof. Horst Fischer, Präsident
des EIUC und Leiter des Instituts für Friedenssicherungsrecht
und Humanitäres Völkerrecht der RUB. Sieben
Institutionen fördert die EU insgesamt, die anderen
sechs sind Regierungs- oder regierungsnahe Einrichtungen.
Die EU schätzt unser Institut als besonders
wichtig ein, um die Ziele der Gemeinschaft durchzusetzen,
so Fischer. Wir haben durch die Entscheidung
einen enormen politischen Schub bekommen. Die finanzielle
Förderung bleibe indes gleich, allerdings ist
sie damit bis 2006 gesichert.
Eine qualitativ hochwertige Ausbildung über Grenzen
hinweg: Diesem Ziel verschreibt sich das Menschenrechtszentrum,
getragen von zurzeit 29 europäischen Unis. Das Zentrum
wird sein bisheriges Masterprogramm weiterführen,
zugleich soll es zu einem globalen Fokus für
Menschenrechte und Demokratisierung ausgebaut werden
durch Training und Seminare sowie Weiterbildung
auch für Mitarbeiter der EU. Studierende nehmen an
einem sog. Internship-Programm teil, sie absolvieren Praktika
in internationalen Organisationen, u.a. in Genf oder New
York. Unsere Aktivitäten gehen jedoch weit
über den Master oder die Organisation von Tagungen
hinaus, so Fischer. Strategische Kooperationen
seien in Vorbereitung, etwa mit dem Filmfestival in Venedig.
Wir wollen Menschenrechte und Demokratisierung in
allen Bereichen des Lebens bekannt machen. Eines Tages
wird es Touristenboote in Venedig geben, auf denen wir
das Thema visualisieren.
Um das Verständnis für Europa zu fördern,
gibt es eben viele Wege. In der Ausbildung von Studierenden
setzen die Unis in Bochum, Bilbao, Padua und Venedig auf
den Master of Human Rights and Democratization,
sie sind damit Vorreiter in Europa. Studierende aus aller
Welt derzeit sind es 95 befassen sich ein
Jahr lang in mindestens zwei europäischen Ländern
mit Fragen der Menschenrechte und Demokratisierung. Politische
und philosophische Fragen werden dabei ebenso erörtert
wie juristische Probleme der Menschenrechtsentwicklung
und -durchsetzung. Für die RUB ist die Entscheidung
des EU-Parlaments eine besondere Auszeichnung, sagt
Fischer. Sie würdigt den Mut, mit dem Master
einen neuen, europäischen Abschlussgrad zu verleihen.
Inzwischen ist abzusehen, dass der Kreis der Unis wächst,
die bereit sind, einen solchen europäischen Master-Abschluss
mitzutragen.
jw
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