Großer Verschiebebahnhof
Gebäudeserie:
FNO
Jeder von uns kann sich noch an sein erstes Semester an
der RUB erinnern. Wer hat sich da anfangs nicht in den
Kellerräumen verirrt und verzweifelt nach einem Ausgang
gesucht? Wieso liegt der mal auf 02 und mal auf 01? Und
warum gibt es nicht überall eine Cafete? RUBENS liefert
die Antworten diesmal zum FNO.
So richtig passt es nicht ins Bild, das Forum Nord-Ost
(FNO): Im Vergleich zu den benachbarten Gebäuden,
der Unibibliothek und dem HZO ist es mit seinen zwei Etagen
zu niedrig, außerdem weiß statt betongrau,
mit türkisfarbenen Fenster- und Türrahmen. Und
richtig: Es war auch nicht von Anfang an auf dem Campus.
Das Gebäude wurde erst 1994 als Ausweichquartier
fertig gestellt, mit Büros und Labors für heimatvertriebene
Forscher der umliegenden Gebäude, die während
der Asbestsanierung ihrer Räume Unterschlupf brauchten.
Irgendwann war die Sanierung abgeschlossen, die Forscher
wieder umquartiert, das FNO aber noch da. Leerstand gab
es trotzdem nicht: Alles, was woanders zu wenig Platz
hatte, zog hierher und blieb mehr oder weniger lange.
So findet sich im FNO heute ein buntes Sammelsurium verschiedenster
Abteilungen und Einrichtungen. Viel Platz beansprucht
z. B. das Akademische Auslandsamt mit seinen diversen
Unterabteilungen, außerdem findet man im FNO das
Frauenbüro, Teile des Personaldezernats, ein Büro
von Altrektor Prof. Manfred Bormann, die Initiative Prokids,
den Verein Türkische Akademiker zu Bochum (TABO),
die Genetische Beratungsstelle der Medizinischen Fakultät,
das Büro des Informationsdienstes Wissenschaft (idw),
das der Elektronischen Forschungsförderinformationen
(ELFI) und seit neuestem den RUB-Personalrat. Schon wieder
ausgezogen sind z. B. die rubitec GmbH und Mitarbeiter
des Lehrstuhls Werkstoffforschung Schilder zeigen
allerdings noch ihre Anwesenheit an, man kommt dem steten
Kommen und Gehen nicht so schnell nach. Das könnte
allerdings mit daran liegen, dass die Hausverwaltung von
den Hausmeistern des HZO miterledigt wird.
Suchenden Besuchern begegnet man so jedenfalls auf den
Fluren fast immer. Sie haben es auch nicht leicht: Nicht
nur, dass sich die Belegung des Gebäudes ständig
ändert, es stiftet auch mit den Etagenbezeichnungen
Verwirrung. Vor Ort trägt die Straßenebene
die Bezeichnung 0, darüber ist Etage 1, ganz oben
2. Das klingt ganz logisch, stimmt aber nicht mit dem
System der Stockwerksbezeichnungen auf dem Campus überein.
Demnach müsste die unterste Etage 02 heißen,
gefolgt von 01, 00 wäre ganz oben. Genau so stehen
die Raumangaben teils auch im Online-Mitarbeiterverzeichnis.
Kaninchen in den Rabatten
Abgesehen von den immergleichen Anfragen verirrter
Besucher haben die im FNO untergebrachten Mitarbeiter
aber nicht viel zu klagen, alles in allem haben sie
es hübsch: Das große Treppenhaus ist mit
viel Glas eine Art Wintergarten, alle Türen öffnen
sich automatisch, aus den meisten Fenstern erblickt
man sattes Grün, Kaninchen räkeln sich in
den Rabatten, sehr idyllisch. Weil alles natürlich
auch seine Kehrseite hat, lud diese ebenerdige Abgeschiedenheit
allerdings auch schon häufiger Diebe ein, die z.B.
dem hier arbeitenden Schwerbehindertenobmann und anderen
Mitarbeitern ihre Computer klauten. Und auch die bunte
Mischung und das immerwährende Ein- und Ausziehen
von Büros hat seinen Nachteil: So richtig heimelig
ist die Stimmung im Gebäude nicht. Die zumeist
schmucklosen Flure lassen vermuten, dass sich viele
hier nur vorübergehend einquartiert sehen, vielleicht
sitzen sie ja bald schon wieder ganz woanders.
md
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