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RUBENS 89 1. Juni 2004

Gespräch mit dem Kanzlervertreter Enno Kruse
„Ich möchte mir keinen Mitarbeiter basteln“

Schüler-Uni Bochum


Seit Juli 2003 ist Enno Kruse Allgemeiner Vertreter des Kanzlers der RUB. Seit April diesen Jahres leitet er zudem das neue Dezernat 8 – Personalentwicklung, Organisationsentwicklung und Koordinationsbüro. Mit ihm sprach Arne Dessaul über die neue Aufgabe, über moderne Verwaltung und sein erstes Jahr an der RUB.


RUBENS: Herr Kruse, wie würden Sie Ihr erstes Jahr an der RUB beschreiben?

ENNO KRUSE: Als sehr spannend. Ich habe nicht nur neue Aufgaben, sondern auch viele neue Menschen kennen gelernt. Besonders erfreulich war, wie nahtlos ich in das Team der Dezernenten aufgenommen und eingebunden wurde und wie unproblematisch die Zusammenarbeit mit allen Bereichen und Mitarbeitern der Verwaltung funktioniert.
RUBENS: Kommt die Verwaltung der RUB Ihrem Ideal einer modernen Verwaltung nahe?
ENNO KRUSE: Die Verwaltung der RUB ist insgesamt bereit, flexibel auf Veränderungen zu reagieren. Die Dezernenten arbeiten sehr konstruktiv, sie schauen nicht nur auf ihre eigenen Bereiche, sondern stets aufs große Ganze. Auch die Zusammenarbeit mit dem Rektorat klappt sehr gut. Wir hatten gerade erst eine gemeinsame Klausursitzung von Verwaltung und Rektorat zum Globalhaushalt.
RUBENS: Was kann bei der Verwaltung noch optimiert werden?
ENNO KRUSE: Trotz vielfältiger Aufgaben und neuer Herausforderungen dürfen wir nicht ständig Aufbaustrukturen verändern. Stattdessen müssen wir die Zusammenarbeit der einzelnen Verwaltungsbereiche und die dazu gehörigen Schnittstellen – je nach Anforderung – optimieren. Ich favorisiere dabei das Projektmanagement. In den letzten Monaten haben wir Leitlinien entwickelt und Personal schulen lassen. Momentan läuft ein großes Projekt zur Entwicklung einer neuen Haushaltssoftware. Unsere ist 30 Jahre alt, wir brauchen dringend Ersatz. In der Projektgruppe sitzen Mitarbeiter aus vielen Dezernaten und aus allen Hierarchieebenen. Sie haben alle mit Haushaltsfragen und mit der Software zu tun und bringen ihre Kompetenzen ein. Die Arbeit läuft bisweilen kontrovers, weil jeder seine Meinung offen vertritt, vor allem aber läuft sie sehr konstruktiv.
Diesen kooperativen Ansatz, der die Menschen an der Basis beteiligt, halte ich für enorm effizient. Das ist wesentlich erfolgreicher, als am grünen Tisch und losgelöst von den Beschäftigten zu planen und zu entscheiden.

Einnahmeseite stärken

RUBENS: Ein anderes Thema: Mit welchen Zielen und Vorstellungen wurde das Dezernat 8 gegründet?
ENNO KRUSE: Eines bitte vorab. Es handelt sich um eine Reorganisation, also um das Zusammenlegen von bestehenden Einheiten. Jetzt zu den Vorstellungen: Personal- und Organisationsentwicklung sind ja ohnehin zwei Seiten einer Medaille. Innerhalb der Verwaltung kam es schnell zum Konsens, beides zu bündeln. Das Koordinationsbüro haben wir mit hineingenommen, weil wir damit neue Felder wie Veranstaltungsmanagement besetzen möchten. Es macht die Ruhr-Uni nach außen transparent und stärkt die Einnahmeseite: durch das Vermieten von Veranstaltungsräumen wie dem Audimax sowie Werbe- und Veranstaltungsflächen, zum Beispiel beim Flohmarkt.
RUBENS: Wie schätzen Sie die Einnahmeentwicklungen ein?
ENNO KRUSE: Falls wir uns speziell bei der Vermietung des Audimax stärker am Markt positionieren würden und mehr auf Werbeeinnahmen setzen, gäbe es zukünftig noch Potenzial nach oben. Aus steuerrechtlichen Gründen müssten wir allerdings zunächst aus dem Koordinationsbüro einen „Wirtschaftsbetrieb“ machen, das ist nicht von heute auf morgen zu erledigen.
RUBENS: Das Personalverzeichnis des Dezernat 8 zählt knapp 40 Beschäftigte. Haben Sie schon mit allen gesprochen?
ENNO KRUSE: Noch nicht ganz. Da das Dezernat aber zum Teil aus Einheiten besteht, die vorher schon zu meinem Bereich zählten, kenne ich schon viele Beschäftigte persönlich. Alle anderen werde ich bei der Auftaktveranstaltung zur Dezernatsgründung im Senatssaal kennen lernen – und spätestens im Sommer beim Sommerevent des Dezernats wiedersehen.
RUBENS: Stellen Sie sich vor, Sie könnten sich einen Mitarbeiter allein nach Ihren Vorstellungen basteln: Wie würde sie oder er aussehen?
ENNO KRUSE: Das möchte ich mir gar nicht vorstellen. Ich finde es ganz wichtig, dass Mitarbeiter ihre Aufgaben selbständig wahrnehmen und denken und dass sie eigene Vorstellungen entwickeln und verfolgen. Sie sollen ihre Potenziale nutzen können. Nein, wirklich, ich möchte mir keinen Mitarbeiter basteln.

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Letzte Änderung: 01.06.2004| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik