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RUBENS 89 1. Juni 2004


Dr. Kiltz soll bleiben


Studierende kämpfen um ihren Fachberater


Bange Wochen stehen den Biochemie-Studierenden ins Haus: Am Ende des Sommersemesters geht ihr Studienfachberater Dr. Hans-Herrmann Kiltz in den gesetzlichen Ruhestand. Nach Auffassung der Studierenden ist das ein kaum zu ersetzender Verlust für die Chemiefakultät. Mit einer Initiative beim NRW-Wissenschaftsministerium (MWF) soll er der Uni erhalten bleiben.
„Wir befürchten einen rapiden Informationsverlust“, meint Christian Seifert vom Fachschaftsrat (FR) Chemie angesichts der guten Arbeit, die Dr. Kiltz für den Aufbau der gestuften Studiengänge in Biochemie geleistet hat – und bei der Einführung des Masterstudiengangs noch leisten soll. Die Aufteilung seines Aufgabenbereiches auf Professoren, die zusätzlich in den regulären Lehrbetrieb eingebunden sind, würde nach Ansicht des FR das Beratungsangebot stark verschlechtern. Ausgerechnet jetzt, wo der erste Bachelor-Jahrgang in die Prüfungsphase geht.
So nahm der FR in Absprache mit dem keineswegs amtsmüden Dr. Kiltz das Heft in die Hand und setzte alle Hebel in Bewegung, um ihn an der Fakultät zu halten. Auf dem gesamten Campus sammelte der FR 830 Unterschriften. „Unser Problem ist weitgehend auf Verständnis gestoßen“, berichtet Christian Seifert. Anschließend stellte man gemäß einer Klausel im Bundesangestelltengesetz bei Rektor Prof. Gerhard Wagner einen Antrag auf Weiterbeschäftigung von Kiltz. Der Rektor lehnte eine Weiterleitung des Antrags aufgrund der geringen Erfolgsaussichten jedoch ab.

Letzte Hoffnung Ministerium

„Das Ministerium interessieren nur formale Dinge, nicht aber inhaltliche Härtefälle“, meint Hans-Herrmann Kiltz mit kritischem Blick auf die bürokratischen Vorgaben. Die letzte Hoffnung der Studenten richtet sich nun auf einen persönlichen Termin beim zuständigen Ministerialrat Dr. Oberkötter. „Wir wollen zeigen, dass die Öffentlichkeit von dieser Sache Kenntnis nimmt“, sieht Christian Seifert die Studierenden argumentativ in einer guten Position. Ob das MFW ihnen aber überhaupt ermöglicht, diese Argumente ins Feld zu bringen, scheint angesichts der bisherigen Praxis fraglich. Sollte die Initiative erfolglos bleiben, existieren einige Alternativpläne. Am wahrscheinlichsten ist ein Beratervertrag über zwei Jahre, mit dem Kiltz – zeitlich eingeschränkt – zumindest weiter zur Verfügung stünde.
Dank seines Engagements wurde die Biochemie zu einem der ersten Fächer an der RUB, in dem Bachelor- und Masterstudiengänge möglich waren. „Ich habe darin eine Chance zu einer guten Studienreform gesehen“, erklärt Kiltz. Wegen der Komplexität der Biochemie war das kein einfaches Unterfangen. „Ich habe von Anfang an die Fachschaft eingebunden, deshalb hat alles so schnell funktioniert“, beschreibt Kiltz sein einfaches Erfolgsrezept. Das danken ihm die Studierenden nun mit ihrer Aktion, die durch auffällige Poster in den N-Gebäuden unterstützt wird.

 

Felix Guth
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Letzte Änderung: 01.06.2004| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik