Dr. Kiltz soll bleiben
Studierende kämpfen um ihren Fachberater
Bange Wochen stehen den Biochemie-Studierenden ins Haus:
Am Ende des Sommersemesters geht ihr Studienfachberater
Dr. Hans-Herrmann Kiltz in den gesetzlichen Ruhestand.
Nach Auffassung der Studierenden ist das ein kaum zu ersetzender
Verlust für die Chemiefakultät. Mit einer Initiative
beim NRW-Wissenschaftsministerium (MWF) soll er der Uni
erhalten bleiben.
Wir befürchten einen rapiden Informationsverlust,
meint Christian Seifert vom Fachschaftsrat (FR) Chemie
angesichts der guten Arbeit, die Dr. Kiltz für den
Aufbau der gestuften Studiengänge in Biochemie geleistet
hat und bei der Einführung des Masterstudiengangs
noch leisten soll. Die Aufteilung seines Aufgabenbereiches
auf Professoren, die zusätzlich in den regulären
Lehrbetrieb eingebunden sind, würde nach Ansicht
des FR das Beratungsangebot stark verschlechtern. Ausgerechnet
jetzt, wo der erste Bachelor-Jahrgang in die Prüfungsphase
geht.
So nahm der FR in Absprache mit dem keineswegs amtsmüden
Dr. Kiltz das Heft in die Hand und setzte alle Hebel in
Bewegung, um ihn an der Fakultät zu halten. Auf dem
gesamten Campus sammelte der FR 830 Unterschriften. Unser
Problem ist weitgehend auf Verständnis gestoßen,
berichtet Christian Seifert. Anschließend stellte
man gemäß einer Klausel im Bundesangestelltengesetz
bei Rektor Prof. Gerhard Wagner einen Antrag auf Weiterbeschäftigung
von Kiltz. Der Rektor lehnte eine Weiterleitung des Antrags
aufgrund der geringen Erfolgsaussichten jedoch ab.
Letzte Hoffnung Ministerium
Das Ministerium interessieren nur formale Dinge,
nicht aber inhaltliche Härtefälle, meint
Hans-Herrmann Kiltz mit kritischem Blick auf die bürokratischen
Vorgaben. Die letzte Hoffnung der Studenten richtet
sich nun auf einen persönlichen Termin beim zuständigen
Ministerialrat Dr. Oberkötter. Wir wollen
zeigen, dass die Öffentlichkeit von dieser Sache
Kenntnis nimmt, sieht Christian Seifert die Studierenden
argumentativ in einer guten Position. Ob das MFW ihnen
aber überhaupt ermöglicht, diese Argumente
ins Feld zu bringen, scheint angesichts der bisherigen
Praxis fraglich. Sollte die Initiative erfolglos
bleiben, existieren einige Alternativpläne. Am
wahrscheinlichsten ist ein Beratervertrag über
zwei Jahre, mit dem Kiltz zeitlich eingeschränkt
zumindest weiter zur Verfügung stünde.
Dank seines Engagements wurde die Biochemie zu einem
der ersten Fächer an der RUB, in dem Bachelor-
und Masterstudiengänge möglich waren. Ich
habe darin eine Chance zu einer guten Studienreform
gesehen, erklärt Kiltz. Wegen der Komplexität
der Biochemie war das kein einfaches Unterfangen. Ich
habe von Anfang an die Fachschaft eingebunden, deshalb
hat alles so schnell funktioniert, beschreibt
Kiltz sein einfaches Erfolgsrezept. Das danken ihm die
Studierenden nun mit ihrer Aktion, die durch auffällige
Poster in den N-Gebäuden unterstützt wird.
Felix
Guth
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