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RUBENS 88 1. Mai 2004


Streik liegt in der Luft

Angestellte protestieren gegen Arbeitszeitverlängerung


Gerade erst wurde das Urlaubsgeld gestrichen und das Weihnachtsgeld gekürzt, kurz darauf wird die Arbeitszeit verlängert – ohne Lohnausgleich. Kein Wunder, dass die Angestellten im Öffentlichen Dienst aufgebracht sind. Als spontane Reaktion auf den Beschluss der Bundesländer zur Arbeitszeitverlängerung hatte es bereits Ende März erste Proteste gegeben. Nun liegen sogar Warnstreiks in der Luft – auch an der Ruhr-Uni.
Es ist schon einige Jahre her, seit Streikposten die Zufahrtswege zur RUB blockierten und ihren Unmut mit Trillerpfeifen kundtaten. Damals trugen die Streikenden noch das Outfit der ÖTV, demnächst werden sie ver.di-mäßig daherkommen. Der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske jedenfalls hat mit weitgehenden Streiks gedroht. Anfang April kündigte er in der Frankfurter Rundschau einen „Konflikt in bisher nicht bekanntem Ausmaß“ an. Wenn die Länder an ihrer Forderung nach einer Ausdehnung der Arbeitszeiten festhielten, sei ver.di zum Einsatz aller Mittel im Arbeitskampf bereit, so der Gewerkschaftsboss.
Wenige Tage zuvor hatte die Tarifgemeinschaft der Länder die Bestimmungen zur Arbeitszeit für Angestellte und Arbeiter in den alten Bundesländern gekündigt. Konkret bedeutet das eine Verlängerung der Arbeitszeit von 38,5 Wochenstunden auf – je nach Bundesland – 41 oder 42 Stunden. Ab Mai gilt diese Regelung zunächst nur für Neueingestellte oder für Arbeitnehmer, deren Vertragsverhältnisse sich ändern (andere Gruppierung/Gehaltsstufe, neuer befristeter Vertrag etc.). Einige, insbesondere von der CDU regierte Bundesländer möchten die Neuregelung aber gerne auf alle Angestellten ausdehnen, also auch in bestehende Verträge eingreifen – genau wie der Bund es erst kürzlich bei den Beamten tat.
Mitten hinein in die Diskussion um die Arbeitszeit platzten die Pläne der NRW-Landesregierung zum Globalhaushalt (RUBENS 87): Die Unis bekommen ab 2006 weitaus weniger Geld als bisher, allein an der RUB müssen deshalb rund 200 Stellen gestrichen werden. Unterm Strich bleiben unsichere, schlechter bezahlte Arbeitsplätze.
Der Personalrat des nichtwissenschaftlichen Personals der RUB (PR) reagiert darauf zunächst mit einer Personalversammlung (6. Mai, 9 h, Audimax), auf der die Beschäftigten über Arbeitszeit, Globalhaushalt etc. informiert werden. Der PR-Vorsitzende Werner Schwarz versteht diese Versammlung auch als ersten Protest gegen die oben genannten Beschlüsse. Von der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di organisierte Warnstreiks inklusive Zufahrtsblockaden im Mai kann Schwarz nicht ausschließen.

Info: Der Personalrat der nichtwissenschaftlichen Beschäftigten der RUB ist Mitte April umgezogen. Statt im Verwaltungsgebäude ist er fortan im FNO (Ebene 00) zu erreichen (s. auch S. 3).

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Letzte Änderung: 30.04.2004| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik