|
|
|
 |
RUBENS
- Zeitschrift der Ruhr-Universität
Nachrichten, Berichte und Meinungen
|
|
| |
| |
|
 |
|
|
|
|
Streik liegt in der Luft
Angestellte
protestieren gegen Arbeitszeitverlängerung
Gerade erst wurde das Urlaubsgeld gestrichen und das Weihnachtsgeld
gekürzt, kurz darauf wird die Arbeitszeit verlängert
ohne Lohnausgleich. Kein Wunder, dass die Angestellten
im Öffentlichen Dienst aufgebracht sind. Als spontane
Reaktion auf den Beschluss der Bundesländer zur Arbeitszeitverlängerung
hatte es bereits Ende März erste Proteste gegeben.
Nun liegen sogar Warnstreiks in der Luft auch an
der Ruhr-Uni.
Es ist schon einige Jahre her, seit Streikposten die Zufahrtswege
zur RUB blockierten und ihren Unmut mit Trillerpfeifen
kundtaten. Damals trugen die Streikenden noch das Outfit
der ÖTV, demnächst werden sie ver.di-mäßig
daherkommen. Der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske jedenfalls
hat mit weitgehenden Streiks gedroht. Anfang April kündigte
er in der Frankfurter Rundschau einen Konflikt in
bisher nicht bekanntem Ausmaß an. Wenn die
Länder an ihrer Forderung nach einer Ausdehnung der
Arbeitszeiten festhielten, sei ver.di zum Einsatz aller
Mittel im Arbeitskampf bereit, so der Gewerkschaftsboss.
Wenige Tage zuvor hatte die Tarifgemeinschaft der Länder
die Bestimmungen zur Arbeitszeit für Angestellte
und Arbeiter in den alten Bundesländern gekündigt.
Konkret bedeutet das eine Verlängerung der Arbeitszeit
von 38,5 Wochenstunden auf je nach Bundesland
41 oder 42 Stunden. Ab Mai gilt diese Regelung zunächst
nur für Neueingestellte oder für Arbeitnehmer,
deren Vertragsverhältnisse sich ändern (andere
Gruppierung/Gehaltsstufe, neuer befristeter Vertrag etc.).
Einige, insbesondere von der CDU regierte Bundesländer
möchten die Neuregelung aber gerne auf alle Angestellten
ausdehnen, also auch in bestehende Verträge eingreifen
genau wie der Bund es erst kürzlich bei den
Beamten tat.
Mitten hinein in die Diskussion um die Arbeitszeit platzten
die Pläne der NRW-Landesregierung zum Globalhaushalt
(RUBENS
87): Die Unis bekommen ab 2006 weitaus weniger Geld
als bisher, allein an der RUB müssen deshalb rund
200 Stellen gestrichen werden. Unterm Strich bleiben unsichere,
schlechter bezahlte Arbeitsplätze.
Der Personalrat des nichtwissenschaftlichen Personals
der RUB (PR) reagiert darauf zunächst mit einer Personalversammlung
(6. Mai, 9 h, Audimax), auf der die Beschäftigten
über Arbeitszeit, Globalhaushalt etc. informiert
werden. Der PR-Vorsitzende Werner Schwarz versteht
diese Versammlung auch als ersten Protest gegen die oben
genannten Beschlüsse. Von der Dienstleistungsgewerkschaft
ver.di organisierte Warnstreiks inklusive Zufahrtsblockaden
im Mai kann Schwarz nicht ausschließen.
Info: Der Personalrat der nichtwissenschaftlichen
Beschäftigten der RUB ist Mitte April umgezogen.
Statt im Verwaltungsgebäude ist er fortan im FNO
(Ebene 00) zu erreichen (s. auch S. 3).
ad
|
|
|
|
|
| |
|
|