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RUBENS 88 1. Mai 2004


Hitler ermordet

Historischer Krimi mit außergewöhnlichem Szenario

Am 8. November 1932, zwei Tage nach der für die NSDAP verlorenen Reichstagswahl, wird Adolf Hitler tot in einem Weimarer Hotelzimmer gefunden. Sein Gesicht wurde mit einer Goethestatue zerschlagen. Die Thüringer Polizei präsentiert schnell zwei Tatverdächtige: den Portier und das Zimmermädchen, beide mit Verbindungen zur Kommunistischen Partei. Also ein politischer Mord? Kommissar Soetting von der Berliner Kripo mag daran nicht glauben. Schließlich gibt es außer dem politischen Motiv keinerlei Indizien, die gegen die Verdächtigen sprechen; außerdem regiert in Thüringen die NSDAP.
Ehe Soetting richtig loslegen kann, werden die nächsten Leichen aus dem Umfeld der NSDAP gefunden: SA-Chef Röhm mit abgeschnittenem Penis im Mund, Propagandameister Goebbels mit einem Lappen im Mund und Partei-Vize Strasser mit „Mein Kampf“ auf der Brust. Außer Soetting gehen alle von kommunistischen Tätern aus; offenbar bereiten die „Linken“ einen Staatsstreich vor. Doch bevor es dazu kommt, marschiert schon die Reichswehr durchs Land, zunächst allein, später zusammen mit der Polizei und der SA. Es gibt ein paar Gefechte, schnell sind die kommunistischen Kämpfer von der Straße verschwunden, ihre Führer im Exil oder im Gefängnis.
An der Regierung sitzt nun eine große rechte Koalition aus Ultrakonservativen und Nazis mit Schleicher als Kanzler und Göring als Innenminister. Für die innere Sicherheit sorgen Reichswehr, Polizei und SA. Die vier Morde gelten als aufgeklärt, zumal ein hochrangiger Kommunist angeblich ein Geständnis abgelegt hat. Daran zweifelt allein Soetting. Doch sein Auftrag ist beendet. Wenn er die Morde aufklären möchte, muss er es auf eigene Faust tun – und er hat dabei diejenigen gegen sich, denen die Morde und der kurze Bürgerkrieg sehr gut passten und an die Macht brachten.
Christian von Ditfurth erzählt einen abwechslungsreichen Krimi vor einem atemberaubenden Szenario: Hitler ist tot, das Machtvakuum in Deutschland muss anders gefüllt werden. Ditfurth füllt es u.a. mit den letzten Granden der Weimarer Republik, Hindenburg, Schleicher und von Papen, sowie den übriggebliebenen Nazis. Auch deren Pläne werden skizziert: Ausrottung der Kommunisten im Lande, Kriege gegen Franzosen, Polen und Tschechen.
Trotz vieler Details bleibt der historische Hintergrund eher Randgeschehen, Ditfurth setzt stattdessen auf die Figur Soetting und dessen Kampf um Gerechtigkeit.

Christian von Ditfurth: „Der Consul“, Droemer Knaur, München 2003, 420 S. 19,90 Euro

Wir verlosen das Buch unter allen, die bis zum 31.5.2004 schreiben: Rubens, Pressestelle der Ruhr-Uni, UV 366, 44780 Bochum; Stichwort ist die Antwort auf die Frage: „Wo lernt man in Bochum Arababisch?“

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Letzte Änderung: 30.04.2004| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik