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RUBENS 88 1. Mai 2004

Lob und Tadel

Editorial

Erst vor wenigen Wochen ausgezeichnet und nun wieder unter ferner liefen? Kaum hat Anfang März das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) der Ruhr-Uni mit dem Prädikat "best practice - Hochschule 2004" ausgezeichnet und uns die Rechte an einem Logo überlassen, das wir gerade erst zu nutzen beginnen, und schon fällt das CHE hinter seine eigenen Ansprüche zurück.
Pünktlich zum Semesterbeginn ist das neue "Hochschulranking des CHE" veröffentlicht worden - als eigenes Heft des "stern spezial Campus und Karriere" und im Internet (http://www.dashochschulranking.de/) . Was man aber dort findet, ist für die RUB nicht gerade schmeichelhaft, zumindest auf den ersten Blick. Daher lohnt sich ein zweiter, genauer Blick - doch dann sieht die Sache für das CHE nicht gerade "best practice"-like aus.
Das CHE hat eine Reihe von Fächer - darunter Anglistik, Germanistik, Erziehungswissenschaft und Geschichte - neu gerankt. Sein Ranking will den Eindruck erwecken, als ob damit Studieninteressierte ein System perfekter Information hätten, das ihnen die Entscheidung für den Studienort erleichtert. Sie können sogar, nur online, für ihr Fach nach speziellen Interessen persönliche Empfehlungen zu Studienorten abfragen.
Leider sind die Informationen nicht zuverlässig; was erst fällt auf den zweiten Blick auffällt. Dafür muss man im Internet das "Kleingedruckte" lesen: Dort heißt es: "Bachelor/Master-Studiengänge sind deutschlandweit überwiegend noch im Aufbau. Sie werden daher nicht gerankt, und es werden keine Studierendenurteile ausgewiesen".
Es mag zwar verzeihlich sein, dass das CHE in dieser Übergangsphase keine ausreichenden Daten für einen Studienortvergleich bekommen kann; wie es ebenso verständlich sein mag, dass die eine oder andere Fakultät der RUB - angesichts gleichzeitiger Arbeit am Hochschulkonzept 2010, am Antrag zur Akkreditierung, am Sanierungskonzept der RUB und vielem mehr - den verklausulierten Fragebogen des CHE nicht so genau beantwortet hat. Doch warum rankt das CHE RUB-Studiengänge, in die sich Studierende gar nicht mehr einschreiben können, so zum Beispiel Studiengänge, die längst aufgegeben wurden und nun auslaufen: die Magisterstudiengänge Anglistik, Pädagogik, Geschichte und die Lehramtsstudiengänge Deutsch, Englisch und Geschichte?
Es ist schon fatal: Einerseits lobt das CHE die RUB für ihre Vorreiterrolle in Deutschland auf dem Weg nach Bologna als "best practice-Hochschule 2004" gerade weil sie in beispielloser Weise ihre Studiengänge auf Bachelor-/Masterabschlüsse umgestellt, sie modularisiert und gestuft hat. Anderseits schafft das CHE es nicht, sein Ranking so zu aktualisieren, dass die zuvor gelobte RUB auch korrekt dargestellt wird. Daher führt es Studieninteressierte in die Irre - anstatt zu uns. Schade, denn so ein Ranking könnte durchaus ein informatives Instrument sein ...



jk
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Letzte Änderung: 30.04.2004| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik