Lob und Tadel
Editorial
Erst vor wenigen Wochen ausgezeichnet und nun wieder
unter ferner liefen? Kaum hat Anfang März das Centrum
für Hochschulentwicklung (CHE) der Ruhr-Uni mit
dem Prädikat "best practice - Hochschule 2004"
ausgezeichnet und uns die Rechte an einem Logo überlassen,
das wir gerade erst zu nutzen beginnen, und schon fällt
das CHE hinter seine eigenen Ansprüche zurück.
Pünktlich zum Semesterbeginn ist das neue "Hochschulranking
des CHE" veröffentlicht worden - als eigenes
Heft des "stern spezial Campus und Karriere"
und im Internet (http://www.dashochschulranking.de/)
. Was man aber dort findet, ist für die RUB nicht
gerade schmeichelhaft, zumindest auf den ersten Blick.
Daher lohnt sich ein zweiter, genauer Blick - doch dann
sieht die Sache für das CHE nicht gerade "best
practice"-like aus.
Das CHE hat eine Reihe von Fächer - darunter Anglistik,
Germanistik, Erziehungswissenschaft und Geschichte -
neu gerankt. Sein Ranking will den Eindruck erwecken,
als ob damit Studieninteressierte ein System perfekter
Information hätten, das ihnen die Entscheidung
für den Studienort erleichtert. Sie können
sogar, nur online, für ihr Fach nach speziellen
Interessen persönliche Empfehlungen zu Studienorten
abfragen.
Leider sind die Informationen nicht zuverlässig;
was erst fällt auf den zweiten Blick auffällt.
Dafür muss man im Internet das "Kleingedruckte"
lesen: Dort heißt es: "Bachelor/Master-Studiengänge
sind deutschlandweit überwiegend noch im Aufbau.
Sie werden daher nicht gerankt, und es werden keine
Studierendenurteile ausgewiesen".
Es mag zwar verzeihlich sein, dass das CHE in dieser
Übergangsphase keine ausreichenden Daten für
einen Studienortvergleich bekommen kann; wie es ebenso
verständlich sein mag, dass die eine oder andere
Fakultät der RUB - angesichts gleichzeitiger Arbeit
am Hochschulkonzept 2010, am Antrag zur Akkreditierung,
am Sanierungskonzept der RUB und vielem mehr - den verklausulierten
Fragebogen des CHE nicht so genau beantwortet hat. Doch
warum rankt das CHE RUB-Studiengänge, in die sich
Studierende gar nicht mehr einschreiben können,
so zum Beispiel Studiengänge, die längst aufgegeben
wurden und nun auslaufen: die Magisterstudiengänge
Anglistik, Pädagogik, Geschichte und die Lehramtsstudiengänge
Deutsch, Englisch und Geschichte?
Es ist schon fatal: Einerseits lobt das CHE die RUB
für ihre Vorreiterrolle in Deutschland auf dem
Weg nach Bologna als "best practice-Hochschule
2004" gerade weil sie in beispielloser Weise ihre
Studiengänge auf Bachelor-/Masterabschlüsse
umgestellt, sie modularisiert und gestuft hat. Anderseits
schafft das CHE es nicht, sein Ranking so zu aktualisieren,
dass die zuvor gelobte RUB auch korrekt dargestellt
wird. Daher führt es Studieninteressierte in
die Irre - anstatt zu uns. Schade, denn so ein Ranking
könnte durchaus ein informatives Instrument sein
...
jk
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