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RUBENS 87 1. April 2004

Kleine Experimente

Alfried Krupp-Schülerlabor der RUB wurde eröffnet


Katharina Johann (20) ist Studentin der Psychologie im ersten Semester – und sie lehrt bereits an der Ruhr-Uni: Im neu gebauten Alfried Krupp-Schülerlabor der RUB leitet sie einen Kurs für etwa 20 Schülerinnen und Schüler einer sechsten Klasse der Bochumer Willy-Brandt-Gesamtschule. Elf bis zwölf Jahre sind sie alt, sie sitzen im „mathematisch-konstruktiven Laborraum“ an Computern und konditionieren „Sniffy“, die virtuelle Ratte. Sniffy muss lernen, sich aufzurichten und mit den Vorderfüßen einen Hebel zu bedienen. Zur Belohnung gibt es etwas zu essen. Das Computerprogramm stammt aus der Fakultät für Psychologie, die Menüsprache ist Englisch, womit die „Kids“ kein Problem haben. Sie lernen den Umgang mit dem PC und zugleich etwas über das Lernverhalten von Lebewesen.
„Selbstständiges Lernen ist das zentrale Element des Schülerlabors“, sagt Psychologieprofessor Onur Güntürkün, einer der beiden Initiatoren der Einrichtung: „Wir tragen den Schülern keine Lösungen für Probleme vor, sondern lassen sie selbst nach Lösungen suchen.“ Also wird den Zehntklässlern im „biologisch-chemischen Labor“ nicht einfach die antike „Bagdad-Batterie“ aus dem ersten Jahrhundert nach Christi vorgesetzt, sie sollen sie selbst nachbauen. In weißen Kitteln und mit Schutzbrillen ausgestattet stehen sie um die Übungsleiter, Dr. Walter Keil (Graf-Engelbert Schule) und Hermann Ricken (Fakultät für Chemie), lassen sich das Prinzip der ältesten Batterie der Welt erklären und legen los. Die Schutzbrille muss sein, denn hier kommt auch Schwefelsäure zum Einsatz.
Im Raum nebenan, dem „physikalisch-technischen Labor“, haben Geowissenschaftler der RUB ihren mobilen Versuchsstand zur Grundwasserverschmutzung platziert: Wie sich Schadstoffe im Grundwasser ausbreiten, was passiert, wenn man den Wasserspiegel hebt oder senkt, das erfahren die Schüler im Versuch und parallel in der Simulation an einem Laptop.
Rund 50 Projekte, teils als fachübergreifende Koproduktionen, bietet das Schülerlabor an, um den naturwissenschaftlich-technischen Schulunterricht zu ergänzen. Drei Laborräume, ein 360 Grad-Projektionszylinder (Round View) und ein Seminarraum verteilen sich auf 1.000 qm. Ermöglicht wurde dies durch die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung: Mit 1,5 Mio. Euro förderte sie den Bau und die Startphase, weitere 1,1 Mio. aus Bundes- und Landeszuschüssen kamen hinzu. Nachdem das Schülerlabor am 26. Februar mit einem Festakt offiziell eröffnet wurde, hat die Krupp-Stiftung weitere Mittel in Aussicht gestellt, um zukünftige Projekte zu realisieren.
An Ideen – ebenso an Interesse der Schulen im Ruhrgebiet – mangelt es nicht. „Algen geben Gas“ heißt z. B. das Motto einer solchen Koproduktion. Da entlocken Schüler einer Grünalgenkultur Knallgas (Wasserstoff) und treiben mit diesem „Ökokraftstoff“ ein Fahrzeug an, das mit einer Brennstoffzelle ausgestattet ist. Biologie und Maschinenbau vereint – das ist das Credo des Schülerlabors. Neun Fakultäten aus der RUB tragen es: alle Ingenieur- und Naturwissenschaften plus Psychologie. Angegliedert ist es am Zentrum für Lehrerbildung der RUB (ZfL): Das Schülerlabor gibt Lehrern die Gelegenheit, sich weiterzubilden. Studierende aus dem Modellversuch gestufte Lehrerausbildung haben hier vor allem in der Masterphase Kontakt zu Schülern und können erste Erfahrungen im Unterrichten sammeln. Auch im Optionalbereich in der Bachelorphase bietet das Schülerlabor zusammen mit dem ZfL und Partnerschulen der Region berufsorientierte Praktika an.
Sniffy ist mittlerweile soweit, dass sie sich aufrichtet, denn jetzt weiß die Computerratte, dass es dafür etwas Essbares gibt, das die Schüler per Mausklick durch eine Klappe in den Käfig fallen lassen. Roland Fischers Augen leuchten, wenn er sieht, wie die Kleinen Fortschritte machen. Der Chemieprofessor ist der zweite Initiator des Schülerlabors. Einen angenehmen Raum zum Lernen wollte er zusammen mit Onur Güntürkün schaffen, einen Ort, an dem Wissenschaft und Forschung Spaß machen. Mit Hilfe der Krupp-Stiftung ist es ihnen gelungen.



Daten & Fakten: Das Schülerlabor befindet sich in Gebäude NB, Raum 03/242. Der Grundstein wurde im August 2002 gelegt, bezugsfertig war es im Oktober 2003, die feierliche Eröffnung fand im Februar 2004 statt. 4.000 bis 5.000 Schüler (Klassen 6 bis 13) können das Labor pro Jahr nutzen.
Anmeldung zu Projekten: www.rub.de/schuelerlabor; für Lehrer/Schulklassen unter „Projekte“, für Einzelpersonen und Schülergruppen unter „Aktuelles“.

Kontakt: Dr. Heike Baron, Dr. Stefan Benk (Koordinatoren), Tel. -27071, E-Mail: schuelerlabor@rub.de

jw
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Letzte Änderung: 31.03.2004| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik