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RUBENS 87 1. April 2004

Die Zukunft der Ruhr-Uni

Zwischen Hochschulkonzept, Globalhaushalt und Kernsanierung


In den kommenden Monaten entscheidet sich die Zukunft der Ruhr-Universität: Kann sie alle Fächer erhalten, um Volluniversität zu bleiben? Kann sie möglichst viele Arbeitsplätze sichern, um eine funktionierende Lehre, Forschung und Administration zu gewährleisten und ihr Profil weiter zu schärfen? Kann sie all ihren Angehörigen einen gefahrlosen und modernen Arbeits- und Studienplatz anbieten: frei von Stolperfallen und giftigen Chemikalien? Obwohl bei der Beantwortung dieser Fragen Vorgaben der Politik eine wichtige Rolle spielen, liegen viele Chancen bei der Ruhr-Uni selbst. RUBENS stellt die entscheidenden Parameter vor, die das äußere und innere Bild der Ruhr-Universität Bochum in den nächsten zehn bis zwanzig Jahren bestimmen werden.

Hochschulkonzept 2010
Das Hochschulkonzept 2010 (HK 2010, s. a. RUBENS 82 u. RUBENS 86) ist eine Idee des Wissenschaftsministeriums NRW (MWF). Es soll laut MWF der Profilbildung der Hochschulen dienen, analysiert zunächst jedoch vor allem die Auslastung. Vereinfacht gesagt möchte das Ministerium in seit langem unterausgelasteten Lehreinheiten die Normstudienplätze reduzieren. Wenn also in einer Lehreinheit landesweit 3.000 Studienplätze die Norm sind, aber nur 2.400 Studierende eingeschrieben sind, soll die Norm entsprechend auf 2.400 herabgesetzt werden. Die Reduzierung könnte auf alle Hochschulen (anhand der spezifischen Unterauslasten) verteilt werden, die diese Lehreinheit anbieten. Dann sinkt dort automatisch auch die Zahl der wissenschaftlichen Planstellen, es gehen folglich Arbeitsplätze verloren. Der Schwerpunkt von HK 2010 liegt vorerst auf den kostenintensiven Ingenieur- und Naturwissenschaften. An der RUB betroffen sind die Fächer Chemie, Physik, Maschinenbau, Bauingenieurwesen sowie Elektrotechnik und Informationstechnik.
Wie die anderen NRW-Hochschulen auch, konnte sich die RUB aber zunächst selbst Maßnahmen überlegen, wie sie die Unterauslastung in den genannten Fächern beseitigen möchte. Auf mehr als 160 Seiten formulierte sie Mitte Februar in einem Bericht ans MWF den Ist- und den Soll-Zustand (sogar) aller 34 Lehr- und Forschungsbereiche bis zum Jahre 2010. Der Bericht liefert die fächerspezifischen Antworten auf die Frage, ob und wie die RUB in den nächsten Jahren eine campusweite Auslastungsquote zwischen 80 und 120 Prozent sicherstellen kann. In einigen unterausgelasteten Fächern (Ingenieurwissenschaften, Physik und Astronomie) soll die Lehrkapazität gleichwohl maßvoll reduziert werden, ohne die Leistungsfähigkeit dieser Fächer (z. B. in der Forschung) zu gefährden. Die frei werdenden Stellen sollen in der RUB bleiben und dazu dienen, vorhandene Stärken auszubauen. Über die Details wird die RUB voraussichtlich im Sommersemester 2004 mit dem MWF verhandeln, eine bindende Zielvereinbarung ist für den Herbst geplant.

Standortentwicklungsplanung / Generalsanierung
Mitte Februar legte der BLB (Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW) als Eigentümer der Ruhr-Uni erstmals öffentlich seine Pläne zur Generalsanierung des Campus vor. Etwa eine Milliarde Euro sollen demnach in den kommenden zehn Jahren ausgegeben werden, um aus der RUB wieder eine voll funktionsfähige und gefahrlose Stätte der Wissenschaft zu machen. Statt hier und da Betonplatten auszuwechseln und Häppchenweise Asbest oder PCB zu beseitigen, holt das BLB zum großen Wurf aus: Die Gebäudereihen I und N, das MA, das Audimax und das Parkhaus West sollen kernsaniert werden. Die G-Reihe, die Ingenieur-Werkhallen sowie die zentralen Gebäude (Bibliothek, Verwaltung, Studierendenhaus, Musisches Zentrum usw.) sollen teilsaniert werden, die Gebäude bleiben also in ihrer Struktur erhalten. Die Kernsanierung geht deutlich weiter: Diese Häuser werden entkernt und innen komplett neu aufgebaut. Für die N-Reihe könnte das auch bedeuten, dass künftig die Labore zentralisiert werden und nicht mehr auf jeder Ebene zu finden sind.
Da trotz Großbaustelle der Uni-Betrieb weitergehen soll, wird Anfang 2005 wohl zunächst ein neues Gebäude errichtet: im Osten von ND (als NE) oder im Osten von IC (als ID). Sobald es (nennen wir es fortan zwecks Vereinfachung NE) fertig ist, würden dort die Biologen aus ND einziehen. ND wäre also leer und könnte als Nächstes kernsaniert werden. Nach Abschluss zögen dort die Chemiker aus NC ein – und so weiter und so fort, bis man einmal um dem Campus herum ist. Insgesamt soll die RUB dank der Sanierung aber nicht größer werden. Das heißt, fürs neue NE müsste sie ein anderes Gebäude abgeben, z. B. das MA.

Globalhaushalt
Konzepte und Pläne können aber nur umgesetzt werden, wenn finanzielle Mittel und (damit verbunden) Stellen vorhanden sind. Der Etat für Wissenschaft und Bildung wird jedoch bundesweit Jahr für Jahr entweder nicht erhöht oder gar reduziert. Daran ändert in NRW auch der Qualitätspakt aus dem Jahre 1999 nichts, in dem die Landesregierung den Hochschulen finanzielle Planungssicherheit garantierte; im Gegenzug hatten die Hochschulen seinerzeit Stellen zu streichen. An der RUB waren und sind es etwa 200 Stellen.
Nun kann es aber zu weiteren Kürzungen von Stellen und Geld kommen: Zum einen erhöht die Landesregierung zurzeit sukzessive den leistungsorientierten Anteil am Gesamtbudget der Hochschulen. Wer zu wenig Leistung erbringt (u. a. geringe Absolventenzahlen, zu lange Studienzeiten, zu wenig Drittmittel für die Forschung) bekommt weniger Geld. Dadurch fehlen der RUB 2004 bereits rund zwei Mio. Euro. In den nächsten Jahren könnten die Verluste sogar noch größer sein.
Zum anderen könnte auch die Einführung des sog. Globalhaushaltes Arbeitsplätze kosten: Statt wie bisher die finanziellen Mittel größtenteils zweckgebunden an die Hochschulen zu verteilen, möchte die Landesregierung (voraussichtlich) ab 2006 einen Gesamtbetrag überweisen, über den die Hochschulen selbst verfügen können. Der Globalhaushalt wäre somit ein zentraler Baustein der Hochschulautonomie. Nach dem augenblicklichen Planungsstand finanziert dieser Gesamtbetrag jedoch die Stellen an der RUB nur zu 95 Prozent. Mindestens 8 Mio. Euro werden fehlen, das würde etwa 200 zu kürzenden Stellen entsprechen.
Anfang März wurde zum Globalhaushalt eine außerordentliche Dekanekonferenz an der RUB einberufen. Das Rektorat stellte dabei drei Sofortmaßnahmen vor: Neue Verträge mit Wissenschaftlern werden bis zum 31.12.05 befristet; im nichtwissenschaftlichen Bereich gibt es in den kommenden zwei, drei Monaten keine Neubesetzungen und keine Freigabe von Dauerstellen. Parallel dazu wird überlegt, ob die anstehenden Stellenkürzungen auf alle Fakultäten (zuzüglich Verwaltung etc.) verteilt werden oder ob es zu strukturellen Veränderungen kommt; denkbar wären z. B. erhebliche Stellenkürzungen in wenigen Fächern.

Hochschulentwicklungsplan
Mit vielen Vorgaben, aber mit wenig Geld muss die Ruhr-Universität ihre Zukunft planen und gestalten. Sie tat es bereits, bevor das Land seine Konzepte entwickelte: Der Hochschulentwicklungsplan der RUB bildet nun das gemeinsame Dach für das Hochschulkonzept 2010 und die Standortentwicklungsplanung; das Haushalterische passt auch noch darunter. Die Inschrift auf dem Dach besagt, dass Hochschulpolitik zwei gleichwertige zentrale Ziele verfolgen muss: Studierenden eine qualitativ hochwertige Ausbildung in angemessener Zeit zu gewährleisten und möglichst optimale Bedingungen für Spitzenforschung zu schaffen.
Die Ausgangslage an der RUB stimmt: Keine andere Hochschule in Deutschland verfügt über eine derartige Fächervielfalt auf einem zusammenhängenden Campus. Zusammen mit der Generalsanierung des Campus ergibt sich für die Ruhr-Uni die große Chance, eine beispielhafte europäische Universität des 21. Jahrhunderts zu werden. In jedem Fall bleibt die RUB Reformmotor unter den Hochschulen des Landes: Die Leistungen in der Forschung (nach Drittmitteln je Professur) wurden erst kürzlich in der Rangliste der Deutschen Forschungsgemeinschaft herausgestellt. Die Bochumer Natur-, Biomedizin- und Ingenieurwissenschaften belegen die Plätze 5, 7 und 13 unter allen deutschen Unis. Bei der Schaffung des Europäischen Hochschulraumes nimmt die Ruhr-Uni eine absolute Vorreiterrolle ein. Hiervon zeugen 45 Studienfächer mit dem Abschluss Bachelor, 42 Fächer mit dem Abschluss Master sowie 20 Fächer mit dem Abschluss Master of Education im Modellversuch „Gestufte Studiengänge in der Lehrerbildung“. Hinzu kommen erfolgreiche Maßnahmen zur Förderung der Gleichstellung oder die Entwicklung und Umsetzung neuer, Steuerungsmodelle (z. B. Zielvereinbarungen). Diese Stärken sollen weiter ausgebaut werden.
Verbunden mit der Campussanierung stehen auch rein physische Veränderungen ins Haus. Beispielsweise werden Teile der Verwaltung, das Weiterbildungszentrum sowie einige Fakultäten umziehen: Medizin, Psychologie, Sportwissenschaft werden wahrscheinlich in die I- und N-Reihe rücken. Die drei ingenieurwissenschaftlichen Fakultäten werden ein Gebäude abgeben. Aus dem FNO könnte die neue Heimat des noch zu gründenden International Graduate College werden, welches das Allgemeine Promotionskolleg der RUB mit allen Graduiertenschulen auf dem Campus verknüpfen soll. Nach der Sanierung sollen die Studierenden in allen Gebäuden zunächst einen übersichtlichen Eingangsbereich vorfinden: mit Infoschalter, Studienberatung, Prüfungsamt und direkt dahinter Seminarräumen, Bibliotheken und Cafeten.
Bei allem Neuen wird die RUB aber weiterhin ihrem Gründungsauftrag gerecht: durch Innovation und Bildung dazu beizutragen, die ehemalige Arbeiterregion Ruhrgebiet zukunfts- und wettbewerbsfähig zu machen. Die RUB verbindet seit 40 Jahren hohe Qualität in Forschung und Lehre mit einem besonderen Engagement für junge Menschen, die beim Start ins Studium Nachteile haben (z. B. Studierende aus Einwandererfamilien und/oder eher bildungsfernen Haushalten).

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Letzte Änderung: 31.03.2004| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik