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RUBENS
- Zeitschrift der Ruhr-Universität
Nachrichten, Berichte und Meinungen
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Fit in die Rauchentwöhnung
RUB startet
Programm gegen Fettleibigkeit
Wer das Rauchen aufgibt, nimmt bekanntlich in den ersten
Wochen ordentlich zu. Nach einer kürzlich veröffentlichten
amerikanischen Studie (Journal of the American Medicine
Association, JAMA) erwartet aber die US-Gesundheitsbehörde
CDC ab 2005 mehr Todesfälle aufgrund von Fettleibigkeit
und Bewegungsmangel als durch das Rauchen. Da ab April
auf dem gesamten Campus der RUB ein Rauchverbot gilt,
hat das Rektorat beschlossen, den Mitarbeiter/innen, die
das Rauchen aufgeben werden, zusätzlich ein präventives
und kombiniertes Fitness- und Diätprogramm anzubieten.
Ab 1.4. sollten sie sich zweimal täglich auf dem
Forum einfinden und dort ein mindestens halbstündiges
Fitnesstraining absolvieren, das von den Sportmedizinern
extra für diesen Zweck konzipiert worden ist. Das
Studentenwerk unterstützt diese Kampagne mit einem
Diätprogramm.
Warum jemand zunimmt, der das Rauchen aufgibt, ist hinlänglich
bekannt: Die Ursachen sind ein verlangsamter Stoffwechsel
infolge plötzlichen Nikotinentzugs sowie ein vermehrtes
Essbedürfnis als Ersatzbefriedigung. Zudem kompensieren
viele ehemalige Raucher in den ersten Wochen der Rauchentwöhnung
ihr ausgeprägtes Saugbedürfnis z.B. indem sie
vermehrt Bonbons lutschen oder Süßigkeiten
essen. So bringen sie sehr schnell zehn und mehr Kilo
Körpergewicht zusätzlich auf die Waage - mit
den entsprechenden Folgen für Gelenke und Skelett.
Obwohl amerikanische Programme immer mehr dazu übergehen,
die Rauchentwöhnung mit entsprechend ausgefeilten
Diäten zu kombinieren, scheint der Trend zu Fettleibigkeit
und Bewegungsmangel in den USA noch ungebrochen. Das beweisen
die Ergebnisse der neuen Studie der amerikanischen Gesundheitsbehörde
CDC. Die Behandlungskosten von Übergewicht betragen
nach dieser Studie inzwischen mehr als 60 Milliarden Euro.
Deshalb fordert die CDC Anti-Fettsuchtkampagnen ähnlich
den erfolgreichen Anti-Raucherkampagnen. Da auch in Deutschland
trotz aller Fitnessprogramme die Trends zu Gewichtszunahme
und Bewegungsmangel anhalten, ist zu befürchten,
dass auch hier in Zukunft ähnliche Zahlen wie in
den USA zu verzeichnen sein werden.
Um die Mitarbeiter der RUB daher zusätzlich vor den
Gefahren der Fettleibigkeit und des Bewegungsmangels im
Zuge der Rauchentwöhnung zu schützen bzw. ihre
Arbeitkraft zu erhalten, hat das Rektorat die Sportmediziner
gebeten, ein Trainingsprogramm zu entwickeln. Zwar ist
das Training für Übergewichtige sowie für
ehemalige Raucher konzipiert, doch auch andere gefährdete
Zielgruppen können daran teilnehmen. Es besteht aus
ausgefeilten Ausdauerübungen zur Körperfettverbrennung,
die auch ungeübte Nichtsportler ohne Weiteres absolvieren
können. Die Übungen werden bei trockenem
Wetter auf dem Forum angeboten; dafür hat der Bau-
und Liegenschaftsbetrieb (BLB) in einer Blitzaktion die
Platten auf dem Forum durch eine spezielle Beschichtung
präpariert. Bei Regenwetter sollen sich die Mitarbeiter/innen
in die Hallen der Sportwissenschaftler begeben. Das Training
findet werktäglich jeweils von 7:30 bis 8 h, sowie
von 16:30 bis 17 h statt und ist für Personen in
der Rauchentwöhnungsphase obligatorisch.
An der Konzeption des Programms waren auch die Ernährungsspezialisten
des Studentenwerks beteiligt. Sie haben eine ausgewogene
Diät dazu ausgearbeitet. So bietet das Akafö
parallel zu diesem Fitnessprogramm im Querforum West ballaststoffreiche
und fettarme Diätkost für Raucher auf Entwöhnung
und Fettleibige an. Damit diese Zielgruppen unter sich
bleiben können, gelten für sie im Q-West andere
Esszeiten (siehe Aushang). Eine motivationsfördernde
Diätberatung sowie spezielle Kochkurse der Kochfreunde
der RUB runden das Programm ab. Die rund 100.000 Euro
Kosten des Programms trägt das Rektorat - 2004 letztmalig
aus Mitteln der auslaufenden Finanzautonomie.
jk
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