Leute an der
RUB
Schüler-Uni
Bochum
Neu ernannt
Seit Oktober 2003 besetzt Prof. Uta Hahn den Lehrstuhl
für Wirtschafts- und Sozialgeografie. Sie befasst
sich u.a. mit Urban Governance und vergleicht international
den institutionellen Wandel und die Folgen daraus für
das Stadt- und Regionalentwicklungsmanagement. Hahn studierte
1980-86 Geografie, Geschichte, Sozialwissenschaft und
Pädagogik an der RUB. Nach dem 1. Staatsexamen wurde
sie wissenschaftliche Mitarbeiterin, zunächst am
Geografischen Institut der RUB, ab 1987 in Duisburg. Dort
wurde sie 1989 promoviert. Danach arbeitete sie
mit Unterbrechungen z. B. für Forschungsaufenthalte
in Japan als wissenschaftliche Assistentin in Duisburg,
wo sie nach der Habilitation (1998) zwei Jahre lang Hochschuldozentin
war. Zuletzt vertrat Hahn den Lehrstuhl für Geografie
und Didaktik in Dortmund.
Foto: privat
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Seit Oktober 2003 besetzt Prof. Bernd Bastert die
Professur für Germanistische Mediävistik, die
er bereits von April bis September letzten Jahres vertrat.
Bastert studierte in Aachen Germanistik und Geschichte
(1980-87) und arbeitete dort ab Mai 1987 im Rahmen eines
Projektes der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) als
wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Ältere
Deutsche Literatur. Er wurde im Dezember 1991 mit einer
Arbeit über Literarische Kontinuität im Spätmittelalter
promoviert. Von 1997 bis 2000 nahm er in Köln und
an der RUB Lehraufträge für Ältere Deutsche
Literatur an. Nach einem zweijährigen Habilitationsstipendium
der DFG erfolgte im Sommer 2002 die Habilitation für
Deutsche Philologie in Köln.
Foto: privat
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Seit Dezember 2003 besetzt Prof. Ralf Poscher die
Professur für Öffentliches Recht und Rechtssoziologie.
Er studierte von 1984 bis 1990 Rechtswissenschaften in
Bonn, Dijon und London. Nach dem 1. Juristischen Staatsexamens
(1990) war er in Bonn als wissenschaftlicher Mitarbeiter
am Institut für öffentliches Recht tätig.
Das 2. Juristische Staatsexamen absolvierte er 1995. Poscher
arbeitete anschließend am Institut für öffentliches
Recht der Humboldt-Uni, wo er 1999 promoviert wurde. 2002
erfolgte dort seine Habilitation. Daraufhin arbeitete
er in Berlin als Privatdozent.
Foto: privat
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Seit dem WS 03/04 leitet Prof. Rüdiger Höffer
die Arbeitsgruppe Aerodynamik und Strömungsmechanik
im Bauwesen. Die AG beschäftigt sich u.a. mit klassischer
Gebäudeaerodynamik, sie untersucht also die Windbeanspruchung
von Tragwerken und Gebäudehüllen. Höffer
studierte zwischen 1981 und 88 Bauingenieurwesen an der
RUB. Anschließend arbeitete er sechs Jahre lang
als wissenschaftlicher Mitarbeiter am an der RUB ansässigen
Sonderforschungsbereich Tragverhalten und Tragfähigkeit
von Baukonstruktionen unter dynamischen Einwirkungen.
Nach zwei Stationen als Gastforscher in Kopenhagen und
Florenz wurde Höffer im Februar 1996 an der RUB promoviert.
Anschließend arbeitete er in verschiedenen Ingenieurbüros.
Zuletzt war er Prokurist bei der Ingenieurgesellschaft
für Bautechnik in Düsseldorf.
Foto: privat
Ruf erhalten
Prof. Johann Wolfgang Wägele (Biologie)
hat einen Ruf an die Uni Bonn erhalten.
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Prof. Horst Meier (Maschinenbau) hat einen Ruf
an die Uni Stuttgart erhalten.
Ehre
Der Senat hat am 5. Februar eine neue Gleichstellungsbeauftragte
gewählt: Christine Kenning (Sozialwissenschaft)
löst Andrea Kaus ab. Stellvertreterinnen sind
Monika Weise (Dez. 3) und die Studentin Marta
Pello Garcia.
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Prof. em. Joachim H. Knoll (Pädagogik) wurde im
Februar Ehrendoktor der FU Berlin. Sie würdigt
Knolls Verdienste um die internationale Erwachsenenbildung.
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Prof. Tibor Kiss (Allgemeine und vergleichende
Sprachwissenschaft/Computerlinguistik) ist seit Februar
Studiendekan der Angewandten Informatik, zu seinem Stellvertreter
wurde Prof. Eberhard Bertsch (Praktische Informatik)
ernannt. Der im WS 02/03 gegründete Bachelor-/Master-Studiengang
(mit ca. 170 Studierenden) bietet die Studienrichtungen
Industrie- & Managementinformatik sowie
Medien- und Kommunikationsinformatik an.
Berichtigung
In der letzten Ausgabe haben wir berichtet, dass Prof.
Barbara Thomaß (Medienwissenschaft) ihre Habilitation
abgeschlossen hat. Das trifft nicht zu. Frau Thomaß
hat zwar mit einem Stipendium der DFG
an ihrer Habilitation gearbeitet, diese aber noch nicht
abgeschlossen; der Ruf an die RUB kam dem zuvor.
Nachrufe
Überraschend starb am 28. Dezember 2003 der Komponist
und Kirchenmusikdirektor Prof. Henning Frederichs.
Am 8. Mai 1936 in Königsberg geboren, studierte
Frederichs in Hamburg, Köln und Bochum. Seit 1960
wirkte er als Kirchenmusiker, Orgelsolist und Pianist,
als Dirigent, Komponist und Hochschullehrer in Hamburg,
Braunschweig, Köln, Witten und Bochum. An der damals
neugegründeten Ruhr-Uni wurde ihm erstmalig das
Amt und der Titel eines Universitätsmusikdirektors
(UMD) verliehen. Dank seiner Aufbauarbeit am Musischen
Zentrum konnten Unichor und -orchester ihren festen
Platz im Kulturleben der Uni und der Stadt Bochum gewinnen.
Seine Unterrichtstätigkeit am Musikwissenschaftlichen
Institut der RUB umfasste Harmonielehre, Kontrapunkt,
Instrumentations- und Kompositionsseminare. Frederichs
schrieb u.a. Kammermusik, Orchester-, Theater-, Orgel-
und Chormusik. Aufführungen und Auftragskompositionen
machten ihn über Deutschland und Europa hinaus
bekannt. Die Ruhr-Universität hat Henning Frederichs
Wirken als Komponist und UMD mit einem Konzert der Orgelreihe
Klangwelten 2001 gewürdigt und bleibt
seinem Schaffen und seinem Andenken dankbar verpflichtet.
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Am 24. Februar starb nach langer Krankheit Prof.
Arno Jaeger. Er wurde am 10. Juli 1922 in Berlin
geboren und entdeckte früh sein Interesse an mathematischen
Methoden und deren Anwendungen. Jaeger studierte Mathematik
in Berlin und Göttingen und schloss sein Studium
1949 mit der Promotion ab. Es folgten mehrere Forschungsaufenthalte,
ehe er von 1953 bis 1970 eine Professur in Cincinnati
übernahm. 1970 wurde er Ordinarius an der RUB,
wo er den Fakultäten für Wirtschaftswissenschaft
und Mathematik angehörte. Trotz ehrenvoller Rufe
an andere Unis hielt er der RUB bis zu seiner Emeritierung
im Jahre 1987 die Treue.
Jaeger gilt in den USA und in Deutschland als einer
der entscheidenden Mitbegründer des Faches Operations
Research. Hervorzuheben sind seine Bücher Introduction
to Analytic Geometry and Linear Algebra und die
deutsche Bearbeitung des Grundlagenwerks zur Linearen
Programmierung von George B. Dantzig. Seit 1971 war
Arno Jaeger Mitglied im Direktorium des Instituts für
Unternehmungsführung und Unternehmensforschung
(IUU), das er von November 1973 bis September 1975 als
geschäftsführender Direktor leitete. Durch
seine Tätigkeit im Institut förderte er den
intensiven Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis
und die Anwendung mathematischer Methoden. Zudem unterstützte
er als Gastprofessor an vielen Unis die internationalen
Kooperationen des IUU.
Die Ruhr-Uni, insbesondere die Fakultäten für
Wirtschaftwissenschaft und Mathematik sowie das IUU,
haben einen hochgeschätzten Kollegen, engagierten
Forscher und Lehrer verloren, dem sie ein ehrendes Andenken
bewahren.
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Die Ruhr-Uni trauert um Prof. Herbert Viefhues:
Der Pionier der Bioethik in Deutschland starb am 8.
März im Alter von 84 Jahren. Er war 1986 Initiator
und Mitbegründer des Bochumer Zentrums für
Medizinische Ethik e. V. (ZME) und des Arbeitskreises
Medizinethik an der RUB.
Herbert Viefhues wurde am 26. Januar 1920 in Dorsten
geboren. Er studierte von 1939 bis 1944 Medizin, danach
folgten 14 Jahre im klinischen Dienst. 1959/60 studierte
Viefhues zudem Sozialmedizin in Edinburgh. Von 1962
bis 69 war er Direktor der Kölner Krankenanstalten,
1969/70 Stadtmedizinaldirektor beim Gesundheitsamt Köln.
1971 wurde er Dozent für Sozialmedizin an der FH
Köln, von April 1973 bis zur Emeritierung im Februar
1985 besetzte Viefhues den Lehrstuhl für Sozialmedizin
der RUB. 1983 erhielt er das Bundesverdienstkreuz erster
Klasse.
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Am 12. März starb der Maler Hans-Jürgen
Schlieker. Schlieker wurde 1924 in Schöningen
(Ostpommern) geboren. Nach dem 2. Weltkrieg studierte
er an der Kunsthochschule Hamburg und zog dann (1951)
nach Bochum, wo er als freischaffender Maler arbeitete.
Schlieker hat 1968 den Bereich Bildende Kunst am Musischen
Zentrum der RUB aufgebaut und ihn bis 1989 geleitet.
Durch zahlreiche Ausstellungen (eigene und die seiner
Schüler) an der Uni und in der Stadt konnte Schlieker
das Musische Zentrum im kulturellen Leben Bochums verankern.
Bis zuletzt war er als Maler und Bildhauer tätig.
Schlieker gehörte zu den profiliertesten Künstlern
der Region und war durch zahlreiche Ausstellungen und
Veröffentlichungen weit darüber hinaus bekannt.
1989 erhielt er den Verdienstorden des Landes NRW.
ad,
jw, Hans Jaskulsky, Bernhard Pellens
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