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RUBENS 87 1. April 2004

Verkehrte Welt

Editorial

Während die zu Jahresanfang von Politikern angezettelte Diskussion über "Elite-Universitäten" und "Spitzen-Fakultäten" anhält, kürzen die Länder fleißig die Haushalte ihrer Hochschulen. Selbst das reiche Bayern macht da keine Ausnahme. Und wer sich bislang in NRW vor weiteren Grausamkeiten gefeit glaubte, weil er der Regierungserklärung von Ministerpräsident Steinbrück vertraute ("Der Qualitätspakt gibt den Hochschulen langfristige Haushalts- und Planungssicherheit und Spielräume für zukunftsweisende Innovationen"), der muss sich bald eines besseren belehren lassen. Denn mit der Einführung des Globalhaushalts ab 2006 will NRW rund 70 Mio. Euro jährlich in seinen Hochschulen einsparen. Das geht aus noch inoffiziellen Berechnungen des NRW-Wissenschaftsministeriums hervor, die in den Personaldezernaten bekannt geworden sind.
70 Mio. Euro - das sind rund 1.750 Stellen! Oder anders ausgedrückt etwa die Größe der mittelgroßen Universität Düsseldorf plus der kleinen FH Bochum. So soll die Uni Bonn demnach auf jährlich 7,4 Mio., Köln auf 6,8 Mio., Dortmund auf 5,6 Mio. Euro verzichten. Wir müssten aufgrund unserer traditionell guten Personalausstattung mit 8,1 Mio. Euro weniger auskommen, also etwa 200 Stellen sofort absetzen, da mit der Einführung des Globalhaushalts die Mittelschöpfung der Finanzautonomie und das Stellenprinzip wegfallen. Die Stellen und Qualitäten werden nicht mehr ausfinanziert und das Land deckt keine Mehrausgaben, sondern nimmt sogar im Haushaltsansatz eine "Unterveranschlagung" vor. Nur, wir setzen ja bereits seit 1999 bis 2009 mit dem Qualitätspakt rund 200 Stellen ab und weitere 23 in den nächsten vier Jahren aufgrund der Arbeitszeiterhöhung für die Beamten. Woher nehmen, wenn nicht stehlen ...?
Die RWTH Aachen und die Uni Bielefeld, die als Modellhochschulen den Globalhaushalt erproben und trotz günstiger Startbedingungen bereits mit einer Unterdeckung der Personalkosten von 5 Mio. bzw. 3 Mio. auskommen müssen, haben dem Land mit dem Abbruch des Modellversuchs und weiterer Reformen gedroht.
Wohlgemerkt, noch ist nichts offiziell - nix genaues weiß man nicht. Offiziell sollen die Bedingungen für den Globalhaushalt erst im Jahr 2005 festgezurrt und mitgeteilt werden, so MWF-Abteilungsleiter Helmut Mattonet in einer Dienstbesprechung der Wissenschaftsministerin mit den Rektoren und Kanzlern.
Wir müssen uns also auf noch grausamere Zeiten einstellen. Solange wir Hochschulen keine echte Lobby haben, wird man uns bis unter die Grenze der Arbeitsfähigkeit und noch weiter kürzen und zum Trost mit uns über "Elite-" bzw. "Spitzenfakultäten" fröhlich diskutieren. Wenn das keine Verarschung ist ...


jk
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Letzte Änderung: 31.03.2004| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik