Küchen-Hilfe
Mensaausstattung
wird nach Kuba verschifft
Der Zufall hat es gerichtet: Wäre Uli Seifert, seines
Zeichens Leiter des Kulturbüros Boskop, nicht zwischen
den Jahren zufällig südlich der alten
Mensa entlangspaziert, hätte er nicht gesehen, dass
dort noch die kompletten Kücheneinrichtungen für
Große und Kleine Mensa stehen. Er hätte erwartet,
dass die Geräte zwei Monate nach Schließung
der Mensa längst abmontiert wären.
Interessant war diese Beobachtung jedoch weniger für
den Boskop Uli Seifert, sondern für das Mitglied
Seifert im Verein Humanitäre Cuba Hilfe (HCH). Immerhin
schickt der Verein seit sechs Jahren regelmäßig
Hilfsgüter per Schiffscontainer nach Kuba. Meist
medizinisches Gerät, aber warum nicht auch einmal
Öfen, Spültheken, Friteusen etc.? Dringend benötigt
wird es auf der karibischen Insel in jedem Fall.
Gesagt, getan. Nach ein paar Anrufen wusste man beim HCH,
dass das Küchengerät der RUB noch funktionstüchtig
und umsonst zu haben ist. Einzige Voraussetzung des Handels
mit dem Akafö (als Betreiber der Mensa): Das Equipment
muss bis zum 15. Januar eigenhändig abgebaut und
weggebracht werden.
Zum Glück gehören dem HCH knapp 150 Mitglieder
an, darunter sind einige handwerklich begabt, einer
besitzt gar die Erlaubnis, Gabelstapler zu fahren. Handwerkliches
Geschick war auch gefragt, als die etwa 15 freiwilligen
Helfer binnen einer Woche die großen und kleinen
Maschinen in den Mensaküchen per Schrauberzieher,
Bohrer und Stemmeisen abbauten.
Der Abbau konnte pünktlich beendet werden und die
ehemalige Küche der RUB kann nun in zwei Containern
nach Kuba verschifft werden. Ein Container geht
in den Westen Kubas, nach Pinar del Rio, größtenteils
in das psychiatrische Landeskrankenhaus, das vom Hurrikan
Mitch stark beschädigt wurde. Der andere
Container geht in nach Osten der Insel nach Holguin
und Santiago de Cuba, wo das Küchengerät vom
halbstaatlichen kubanischen Institut für Völkerverständigung
auf verschiedene Krankenhäuser verteilt wird.
Für die Humanitäre Cuba Hilfe werden dies
die Container No. 49 und 50 sein. Ihre Finanzierung
(pro Seefracht-Container etwa 3.500 Euro) läuft
über Spenden und Benefizveranstaltungen wie der
Fiesta Cubana, die der Verein regelmäßig
im Bahnhof Langendreer durchführt: mit Salsa-Kurs,
Salsa-Show, Dia-Vortrag und Diskussion, mit Film und
Disco, mit original Havannas und Che-Konterfeis,
mit kubanischen Cocktails und Videos und mit Livemusik.
Bei der nächsten Party am 8. Februar (ab 16 h,
Eintritt 10 Euro) wird die Gruppe Seis del Son
spielen.
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