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RUBENS 86 30. Januar 2004


Küchen-Hilfe

Mensaausstattung wird nach Kuba verschifft


Der Zufall hat es gerichtet: Wäre Uli Seifert, seines Zeichens Leiter des Kulturbüros Boskop, nicht zwischen den Jahren zufällig südlich der „alten“ Mensa entlangspaziert, hätte er nicht gesehen, dass dort noch die kompletten Kücheneinrichtungen für Große und Kleine Mensa stehen. Er hätte erwartet, dass die Geräte zwei Monate nach Schließung der Mensa längst abmontiert wären.

Interessant war diese Beobachtung jedoch weniger für den Boskop Uli Seifert, sondern für das Mitglied Seifert im Verein Humanitäre Cuba Hilfe (HCH). Immerhin schickt der Verein seit sechs Jahren regelmäßig Hilfsgüter per Schiffscontainer nach Kuba. Meist medizinisches Gerät, aber warum nicht auch einmal Öfen, Spültheken, Friteusen etc.? Dringend benötigt wird es auf der karibischen Insel in jedem Fall.

Gesagt, getan. Nach ein paar Anrufen wusste man beim HCH, dass das Küchengerät der RUB noch funktionstüchtig und umsonst zu haben ist. Einzige Voraussetzung des Handels mit dem Akafö (als Betreiber der Mensa): Das Equipment muss bis zum 15. Januar eigenhändig abgebaut und weggebracht werden.

Zum Glück gehören dem HCH knapp 150 Mitglieder an, darunter sind einige handwerklich begabt, einer besitzt gar die Erlaubnis, Gabelstapler zu fahren. Handwerkliches Geschick war auch gefragt, als die etwa 15 freiwilligen Helfer binnen einer Woche die großen und kleinen Maschinen in den Mensaküchen per Schrauberzieher, Bohrer und Stemmeisen abbauten.

Der Abbau konnte pünktlich beendet werden und die ehemalige Küche der RUB kann nun in zwei Containern nach Kuba verschifft werden.
Ein Container geht in den Westen Kubas, nach Pinar del Rio, größtenteils in das psychiatrische Landeskrankenhaus, das vom Hurrikan „Mitch“ stark beschädigt wurde. Der andere Container geht in nach Osten der Insel nach Holguin und Santiago de Cuba, wo das Küchengerät vom halbstaatlichen kubanischen Institut für Völkerverständigung auf verschiedene Krankenhäuser verteilt wird.

Für die Humanitäre Cuba Hilfe werden dies die Container No. 49 und 50 sein. Ihre Finanzierung (pro Seefracht-Container etwa 3.500 Euro) läuft über Spenden und Benefizveranstaltungen wie der Fiesta Cubana, die der Verein regelmäßig im Bahnhof Langendreer durchführt: mit Salsa-Kurs, Salsa-Show, Dia-Vortrag und Diskussion, mit Film und Disco, mit original „Havannas“ und „Che“-Konterfeis, mit kubanischen Cocktails und Videos und mit Livemusik. Bei der nächsten Party am 8. Februar (ab 16 h, Eintritt 10 Euro) wird die Gruppe „Seis del Son“ spielen.



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Letzte Änderung: 30.01.2004| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik