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RUBENS
- Zeitschrift der Ruhr-Universität
Nachrichten, Berichte und Meinungen
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| RUBENS 86 |
30.
Januar 2004 |
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Starker Nachwuchs
Leserbrief
Der Charme von zwanzig nach drei (Uhren an der RUB,
s. a. RUBENS
85)
Liebe ZEITfreundinnen und freunde (ZEITgenossinnen
und genossen sind ja mit der ZEIT verschwunden)!
ZEIT ist das, was man von der Uhr abliest-
das sagte kein Geringerer als Albert Einstein, und der
musste es wissen. Er hatte zwar nicht an der Ruhr-Universität
studiert, sich aber dennoch über die Relativität
der ZEIT viele Gedanken gemacht. Wer dieser Tage auf der
Suche nach der verlorenen ZEIT über den Campus wandelt,
fühlt sich ebenfalls zu philosophischen Betrachtungen
animiert. Ist es nicht gerade die ZEITlosigkeit, die das
wahre Glück ausmacht? Bietet nicht das Versagen der
technischen Zivilisation die Möglichkeit, wieder
auf unsere innere Uhr zu hören und uns ZEIT zu nehmen
für die wirklich wichtigen Dinge des Lebens? Macht
uns nicht die in den stillstehenden Uhren eingefrorene
ZEIT nachdenklich wie ein nicht enden wollendes Wort zum
Sonntag?
Mancher wird fragen, ob auch die StudienZEITkonten eine
ZEITlang angehalten sind, so dass die Studierenden (übrigens
ein Partizip der ewigen GleichZEITigkeit) zwischen Ersatzmensa
und Optionalbereich nunmehr endlich ZEIT finden für
ihr Studium. Ungefragt glaube ich zu wissen, was
ZEIT ist, doch auf Befragen kann ich es nicht sagen,
grübelte einst der heilige Augustinus und vertat
damit viel StudienZEIT. In unseren heutigen ZEITen sagt
uns eine unerbittliche Kosten- und Leistungsrechnung,
dass wir uns ZEIT nicht mehr leisten können. Folglich
traten die Uhren in den Streik. Aber bitte, stellt sie
nicht eliteverdächtig auf High Noon oder politisch
korrekter auf fünf vor zwölf, sondern
lasst der Ruhr-Universität den Charme von zwanzig
nach drei: Er passt zu ihr.
Reinhold
F. Glei, Seminar für Klassische Philologie
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